Marten van Heemskerck (1498–1574): Niederländischer Porträt- und Religionsmaler
Marten van Heemskerck (1498–1574) – einflussreicher niederländischer Porträt- und Religionsmaler, bekannt für Holzschnitte der Sieben Weltwunder und römische Studien.
Leben und Ausbildung
Marten Jacobszoon Heemskerck van Veen oder Maarten van Heemskerck (1498, Heemskerck – 1. Oktober 1574, Haarlem) war einer der bedeutendsten niederländischen Porträt- und Religionsmaler des 16. Jahrhunderts. Bekannt wurde er vor allem durch eine Serie von Farbholzschnitten der Sieben Weltwunder und durch seine zahlreichen Zeichnungen römischer Antikenruinen.
Heemskerck wurde in der kleinen Stadt Heemskerck in der Nähe von Haarlem geboren; sein Vater war Landwirt. Marten begann eine Malerlehre in Haarlem, wurde jedoch vom Vater zurückgeholt, um auf dem Bauernhof zu helfen. Er lief daraufhin von zu Hause weg und reiste an einem Tag etwa 50 Meilen nach Delft, wo er bei einem anderen Meister Unterricht fand. Nach kurzer Zeit zog er weiter nach Haarlem und arbeitete zwischen 1527 und 1529 mit dem Maler Jan van Scorel zusammen (in die Lehre gegangen, dann eigenständige Tätigkeit).
Italienreise und Rom
Zu den Künstlern, die Heemskerck beeinflussten, gehörte Jan Mabuse (Jan Gossaert), der bereits italienische Kunst gesehen hatte. 1532 unternahm Heemskerck eine längere Reise nach Italien. Er zog von Stadt zu Stadt, studierte Gemälde und Antiquitäten und fertigte zahlreiche Zeichnungen an. Besonders prägend war sein Aufenthalt in Rom, wo ihn die Ruinen der alten Römer und die Werke der Renaissance tief beeindruckten.
Heemskercks Skizzenbücher, die sich heute in einem Museum in Berlin befinden, dokumentieren anschaulich das Aussehen Roms im 16. Jahrhundert und sind eine wichtige Quelle für Kunst- und Kulturgeschichte. Zu seinen Motiven gehörte unter anderem der damals unvollendete Petersdom.
In Rom begegnete Heemskerck auch den Werken von Michelangelo, dessen monumentale Figuren ihn stark beeinflussten. Unter dem Einfluss dieser Formen entwickelte Heemskerck eine Reihe druckgrafischer Bildserien, etwa die "Zwölf Tafeln mit starken Männern aus Mythologie und biblischer Geschichte". Wie die Serie der "Sieben Weltwunder der Antike" wurden viele seiner Bildfolgen als Drucke – als Kupferstiche bzw. Radierungen – verbreitet und machten seine Motive international bekannt.
Arbeiten in Rom und Rückkehr in die Niederlande
1536 erhielt Heemskerck in Rom Aufträge als dekorativer Maler: Er wirkte bei der Herstellung von Festdekorationen für den Triumphzug von Karl V. mit und arbeitete mit Architekten und Malern wie Antonio da Sangallo, Battista Franco und Francesco Salviati zusammen. Der Schriftsteller Giorgio Vasari lobte einige Schlachtszenen Heemskercks als gut komponiert und kühn ausgeführt.
Nach seiner Rückkehr in die Niederlande ließ sich Heemskerck dauerhaft in Haarlem nieder. Er heiratete zweimal und war in der lokalen Kunstszene ein angesehener Meister: 1540 wurde er Präsident (oder Dekan) seiner Malergilde, der Gilde des Heiligen Lukas. In Haarlem betrieb er eine größere Werkstatt, schuf Altar- und Auftragsmalerei, Porträts und zahlreiche Druckgrafiken.
Künstlerisches Werk und Stil
Heemskerck vereinte in seinem Werk Elemente der nördlichen Tradition mit der Monumentalität und dem Formenreichtum der italienischen Renaissance. Seine Motive reichen von biblischen Darstellungen über Heiligenleben bis zu Porträts und dekorativen Festbildern. Neben Gemälden entstanden zahlreiche Zeichnungen und Druckgrafiken, die zur Verbreitung seiner Bildsprache beitrugen.
Wichtige Werke und Themen:
- "Adam und Eva" – frühe Bildwerke aus der Zeit vor seiner Italienreise;
- "Der heilige Lukas malt die Madonna mit Kind" – ein bekanntes Thema in seinem Œuvre;
- Mehrere Altarbilder aus den 1550er Jahren, die heute in Museen in Delft, Haarlem und Brüssel zu sehen sind;
- Gemälde zum Leben des heiligen Bernhard und des heiligen Benedikt;
- Die Serie der "Sieben Weltwunder" und die "Zwölf Tafeln" – druckgrafische Arbeiten, die seine Beschäftigung mit antiken Bauwerken und kraftvollen Figuren zeigen.
Einige seiner Gemälde, darunter Arbeiten aus seiner frühen Periode, befinden sich im Museum in Gent (Belgien), daneben finden sich Werke in zahlreichen niederländischen Sammlungen.
Späte Jahre und Nachwirkung
Heemskerck blieb bis zu seinem Tod eine prägende Figur der Haarlemaner Kunstwelt. 1572 verließ er Haarlem kurzzeitig und ging nach Amsterdam, als die Spanier in der Region aktiv wurden (Konflikte im Zuge der niederländischen Aufstände). Er war wohlhabend und stiftete in seinem Testament Geld für soziale Zwecke: so verfügte er eine an einen Brauch geknüpfte Zuwendung für ein Brautpaar, das auf seinem Grab heiraten würde – ein Brauch, von dem man annahm, er bringe dem Verstorbenen Frieden – sowie Land, dessen Ertrag einem Waisenhaus zugutekam.
Heemskercks zeichnerisches Werk, besonders seine Studien antiker Bauten, hatte nachhaltigen Einfluss: Seine Skizzen verbreiteten sich über Drucke und Kopien und prägten die Darstellung antiker Architektur in Nord- und Mitteleuropa. Seine Kombination aus nördischer Detailtreue und italienischer Monumentalität trug zur Entwicklung des nördlichen Manierismus bei.
Erbe
Viele Gemälde, Drucke und Zeichnungen von Marten van Heemskerck sind erhalten geblieben und in Museen zu sehen. Seine zeichnerischen Dokumentationen Roms sind für Kunsthistoriker und Archäologen wertvolle Quellen; seine Druckgrafiken machten seine Bildideen über die Niederlande hinaus bekannt und sicherten ihm einen festen Platz in der Kunstgeschichte des 16. Jahrhunderts.

Heemskerks imaginäres Bild des Leuchtturms von Alexandria

Bau des neuen Petersdoms in Rom durch Maerten van Heemskerck (um 1536, Staatliche Museen, Berlin)

Marten van Heemskerck, Selbstbildnis (Ausschnitt)
Fragen und Antworten
F: Wann wurde Marten van Heemskerck geboren?
A: Marten van Heemskerck wurde am 1. Juni 1498 geboren.
F: Was hat sein Vater beruflich gemacht?
A: Sein Vater war ein Landwirt.
F: Wohin reiste er im Jahr 1532?
A: Im Jahr 1532 reiste Marten van Heemskerck nach Italien.
F: Welche Stadt hatte den größten Einfluss auf ihn während seiner Reisen?
A: Rom hatte den größten Einfluss auf ihn während seiner Reisen.
F: Wer war der berühmte Künstler, der zu dieser Zeit lebte und den er bewunderte?
A: Der berühmte Künstler, der zu dieser Zeit lebte und den er bewunderte, war Michelangelo.
F: Welche Art von Arbeit bekam er, als er 1536 in Rom ankam?
A: Als er 1536 in Rom ankam, erhielt Marten van Heemskerck Arbeit als Bühnenmaler.
F: Welchen Brauch hinterließ er, als er starb?
A:Als Marten van Heemskerck starb, hinterließ er einen Brauch, bei dem Geld an ein Brautpaar gezahlt wurde, das auf seinem Grab heiratete. Man glaubte, dass dies dem Toten Frieden bringen würde.
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