Die Decke ist der berühmteste Teil der Sixtinischen Kapelle, der von vielen tausend Besuchern besichtigt wird. Im Jahr 1505 beauftragte Papst Julius II. Michelangelo mit der Bemalung der Decke. Michelangelo war ein berühmter Bildhauer. Er wollte kein Maler sein. Drei Jahre später willigte er ein, die Decke zu malen. Er arbeitete von 1508 bis 1511, auf einer hohen Plattform stehend, die Arme über den Kopf gestreckt. (Obwohl einige Leute glauben, dass er sich hinlegte, um zu malen, ist dies nicht wahr.) Da er auf nassen Putz malte, war der Geruch und die Hitze schrecklich. Er schrieb ein Gedicht darüber, wie krank er war.
Entlang der Mitte der Decke sind neun Bilder gemalt, die Geschichten aus dem Buch Genesis im Alten Testament der Bibel erzählen. Die Geschichten beginnen mit drei Bildern, die zeigen, wie Gott Licht macht, wie er die Erde, die Sonne und den Mond macht und wie er das Meer und den Himmel macht.
Die nächsten drei Bilder erzählen die Geschichte des ersten Mannes und der ersten Frau, Adam und Eva. In der ersten Szene hat Gott gerade Adam erschaffen. Er streckt seine Hand aus und berührt seinen Finger, um ihm Leben zu schenken.
Auf dem nächsten Bild schläft Adam, und Gott macht Eva aus einer von Adams Rippen.
Auf dem dritten Bild sind zwei Szenen zu sehen. Adam und Eva werden vom Teufel ausgetrickst, damit sie Früchte von dem Baum essen, den sie nicht berühren sollen. In der anderen Szene jagt sie ein Engel aus Gottes GartenEden. Diese Geschichte erzählt, wie die Sünde in die Welt kam.
Die letzten drei Bilder handeln von der Arche Noah. Sie erzählen von einer traurigen und sündigen Welt. Wegen der menschlichen Sünde und Unfreundlichkeit schickt Gott eine Flut. Nur Noah und seine Familie entkommen in dem großen Boot, das sie bauen. Wenn die Flut vorbei ist, bauen sie einen Altar und töten ein Schaf als Opfer für Gott. Doch dann baut Noah Weinreben an, macht Wein und betrinkt sich. Einer seiner Söhne sieht Noah nackt liegen und lacht über seinen Vater. Noah schämt sich und verflucht seinen Sohn. Diese Geschichten zeigen, wie Menschen sich immer wieder falsch verhalten, auch wenn sie eine zweite Chance bekommen.
Um die Wand herum malte Michelangelo zwölf große Figuren weiser Männer und Frauen. Das waren die Propheten und Sibyllen, die den Menschen sagten, dass Gott Jesus Christus senden würde, um sie von der Sünde zu retten.
Ebenfalls an die Decke gemalt sind 20 schöne junge Männer, die ignudi genannt werden. Niemand weiß mit Sicherheit, was sie sind, aber vielleicht sind sie Engel.
Als die Decke schließlich freigelegt wurde, waren alle erstaunt. Giorgio Vasari, der Michelangelos Lebensgeschichte schrieb, sagt, dass jeden Tag Hunderte von Menschen kamen, um zu starren und zu starren.