Messe (Eucharistie): Bedeutung, Ablauf und liturgische Formen

Die Messe (Eucharistie): Bedeutung, Ursprung, Ablauf und liturgische Formen in Katholizismus, Anglikanismus und lutherischer Tradition kompakt und verständlich erklärt.

Autor: Leandro Alegsa

In diesem Artikel geht es um die Messe als Zeremonie, für andere Verwendungszwecke siehe: Masse (Disambiguierung)

Als Messe wird die Feier der Eucharistie in den westlichen liturgischen Riten der römisch-katholischen Kirche, der altkatholischen Kirchen, in der anglo-katholischen Tradition des Anglikanismus und in einigen weitgehend hochkirchlich-lutherischen Regionen bezeichnet: In den skandinavischen und baltischen Ländern wird der lutherische Eucharistiefeierdienst auch als "die Messe" bezeichnet.

Der Begriff stammt von dem spätlateinischen Wort missa (Entlassung), einem Wort, das in der Schlussformel der Messe im Lateinischen verwendet wird: "Ite, missa est" ("Geh, es ist die Entlassung").

Bedeutung und theologischer Hintergrund

Die Messe ist zentraler Gottesdienst der christlichen Traditionen, die die eucharistische Feier bewahren. Im Mittelpunkt steht die Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu, verbunden mit dem Glauben an die Realpräsenz Christi in den gewandelten Gaben von Brot und Wein. Die genaue theologische Auslegung unterscheidet sich zwischen den Konfessionen:

  • Römisch-katholisch: Lehre von der Transsubstantiation – Brot und Wein werden im sakramentalen Sinn in Leib und Blut Christi verwandelt.
  • Lutherisch: Betonung der sakramentalen Union (häufig als "Realpräsenz" bezeichnet) – Christus ist wirklich gegenwärtig "in, mit und unter" den Elementen.
  • Anglikanisch/anglo-katholisch: Breites Spektrum von Verständnissen, oft ähnlich der katholischen Realpräsenz, bei eher protestantischen Strömungen symbolisch-gedenkend.

Ablauf der Messe (typischer Aufbau)

Die Messe gliedert sich in zwei große Teile: den Wortgottesdienst und den Eucharistieteil. Je nach Tradition und Liturgiereform können einzelne Elemente variieren.

  • Eröffnung: Einzug, Begrüßung, Eröffnungsgebet und Bußakt (Kyrie).
  • Wortgottesdienst: Schriftlesungen (Altes und Neues Testament), Psalm, Evangelium, Predigt/Homilie, Glaubensbekenntnis und Fürbitten.
  • Gabenbereitung: Präsentation der Gaben von Brot und Wein, Opferungsgedanke, Gebet über die Gaben.
  • Eucharistisches Hochgebet: Zentraler liturgischer Text mit Wandlungsworten; die Konsekration durch einen geweihten Priester oder Bischof bewirkt in den entsprechenden Kirchen die Wandlung.
  • Kommunion: Brechung des Brotes (Agnus Dei), Austeilung der geweihten Gaben an die Gemeinde.
  • Schlussriten: Dankgebet, Segnung und Entlassung (z. B. "Ite, missa est").

Liturgische Formen und Variationen

Im Westen gibt es mehrere historisch gewachsene und revidierte Formen der Messe:

  • Tridentinische Messe (außerordentlicher Ritus): Lateinische, meist von der Messe nach dem Missale Romanum von 1962 vertretene Form mit festgelegter Rubrik und starker lateinischer Tradition.
  • Ordentliche Form (Novus Ordo): Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil weit verbreitete Form mit Volkssprache, stärkeren biblischen Lesungen und variabler Gestaltung.
  • Missa cantata, Messe solemnis: Gesungene oder feierliche Ausprägungen mit Chor und Orchester.
  • Anglikanische Messe: Gestalt nach Book of Common Prayer oder modernisierte Formulare; Bandbreite von "low church" (eher predigtzentriert) bis "high church" (eucharistisch hoch entwickelt).
  • Lutherischer Gottesdienst/Messe: In manchen Regionen weiterhin "Messe" genannt; liturgisch vielfältig, oft mit betonter Sakramentenpraxis.

Liturgie, Sprache, Musik und Raum

Sprache und Musik haben großen Einfluss auf die liturgische Erfahrung. Gregorianischer Choral, Gemeindegesang, polyphone Messen und moderne geistliche Musik sind gebräuchlich. Der Altar, die Gestaltung des Kirchenraums, liturgische Gewänder (Kasel, Stola, Messgewand) und liturgische Gesten (Kreuzzeichen, Kniebeugen) strukturieren die Feier.

Rolle der Gemeinde und des Klerus

Die Gemeinde nimmt aktiv teil durch Gesang, Gebet, Hören des Wortes und Empfang der Kommunion. In der römisch-katholischen Kirche ist die Konsekration den geweihten Amtsträgern (Diakon, Priester, Bischof) vorbehalten; die Austeilung der Kommunion kann auch durch Laien (kommunionspendende Laien) erfolgen, wenn es die pastorale Situation verlangt. In anglikanischen und lutherischen Gemeinden sind liturgische Rollen und die Zulassung zum Abendmahl unterschiedlich geregelt.

Besondere Formen und Anlässe

Es gibt zahlreiche spezielle Messformen: Requiem- oder Totenmesse, Votivmessen, Hochzeiten, Taufen, Festmessen (Ostern, Weihnachten) und Messintentionen (Messen für Verstorbene oder besondere Anliegen). Eucharistische Anbetung und Prozessionen sind ergänzende Frömmigkeitsformen, besonders in katholischen und anglo-katholischen Kreisen.

Historische Entwicklung

Die heutige Gestalt der Messe ist Ergebnis langer Entwicklung: frühe Hausgemeinden, die Feier des Abendmahls, die römische Liturgie und mittelalterliche Scholastik formten die Messe. Liturgische Reformen – besonders nach dem Konzil von Trient und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil – haben Sprache, Zugänglichkeit und pastorale Praxis verändert.

Zusammenfassung

Die Messe ist in vielen westlichen christlichen Traditionen der zentrale Gottesdienst, der die Eucharistie feiert. Sie verbindet biblische Lesung, Predigt, Gebet und das Teilen der Gaben. Obwohl Form und Theologie zwischen römisch-katholischen, altkatholischen, anglikanischen und lutherischen Traditionen variieren, bleibt die Erinnerung an das letzte Abendmahl und die Bedeutung der Gemeinschaft im Mittelpunkt.

Eine mittelalterliche Messe von einem Bischof.Zoom
Eine mittelalterliche Messe von einem Bischof.

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Fragen und Antworten

F: Was ist Masse?


A: Messe ist der Begriff für die Feier der Eucharistie in den westlichen liturgischen Riten der römisch-katholischen Kirche, der altkatholischen Kirchen, in der anglokatholischen Tradition des Anglikanismus und in einigen überwiegend hochkirchlichen lutherischen Regionen.

F: Welche anderen Namen werden für die Messe verwendet?


A: In den skandinavischen und baltischen Ländern wird die lutherische Eucharistiefeier auch als "die Messe" bezeichnet.

F: Wo findet die Messe statt?


A: Die Messe findet in den westlichen liturgischen Riten der römisch-katholischen Kirche, in den altkatholischen Kirchen, in der anglokatholischen Tradition des Anglikanismus und in einigen überwiegend hochkirchlichen lutherischen Regionen statt.

F: Wer zelebriert die Messe?


A: Die römisch-katholische Kirche, die altkatholischen Kirchen, die Mitglieder der anglokatholischen Tradition des Anglikanismus und diejenigen aus einigen weitgehend hochkirchlichen lutherischen Regionen feiern die Messe.

F: Gibt es einen Unterschied zwischen einem normalen eucharistischen Gottesdienst und einer Messe?


A: Ja. Ein regulärer eucharistischer Gottesdienst darf nicht als 'Messe' bezeichnet werden, während eine besondere Form der Eucharistiefeier, die bestimmten liturgischen Regeln folgt, als 'Messe' bezeichnet werden kann.

F: Gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Religionen bei der Feier der Messe?


A: Ja. Die verschiedenen Religionen haben ihre eigene, einzigartige Art und Weise, die Messe gemäß ihrer eigenen Traditionen zu feiern.


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