Max und Moritz - Wilhelm Buschs Bildergeschichte (1865): Die sieben Streiche

Wilhelm Buschs Klassiker "Max und Moritz" (1865): sieben freche Streiche, scharfe Reime und bittere Moral — zeitlose Bildergeschichte deutscher Literatur.

Autor: Leandro Alegsa

Max und Moritz (deutsch: Max und Moritz) sind zwei ungezogene kleine Jungen in einer Bildergeschichte von Wilhelm Busch. Die Geschichten wurden 1865 veröffentlicht und sind in Deutschland bis heute sehr bekannt und beliebt. Busch verband knackige, oft schwarzen Humor enthaltende Reime mit prägnanten Zeichnungen; beides zusammen macht den besonderen Reiz der Erzählung aus.

Wilhelm Busch war sowohl ein Künstler als auch ein Schriftsteller. Er verfasste zahlreiche Verse und illustrierte sie selbst mit markanten Federzeichnungen. In Max und Moritz erzählt er in sieben Kapiteln von den Streichen zweier Jungen. Die Geschichten sind kurz, pointiert und jeweils von einer passenden Illustration begleitet. Die Erzählung endet, wie es im 19. Jahrhundert oft erwartet wurde: die bösen Taten bleiben nicht ohne Folgen, die Erzählung vermittelt somit eine Moral.

Aufbau und Stil

Die Bildergeschichte ist in sieben "Streiche" gegliedert, jeder Streich ist ein Kapitel mit Versen und einer erklärenden Zeichnung. Busch nutzt einen klaren, rhythmischen Versbau und scharfe, oft karikierende Bildkompositionen. Sprache und Bilder arbeiten zusammen: Der gereimte Text liefert die Pointe, die Zeichnung verstärkt die Komik oder die Ironie. Sein Stil gilt als Vorläufer moderner Comics und Karikaturen.

Themen und Wirkung

Max und Moritz ist mehr als nur eine Sammlung von Streichen: Die Geschichte spielt mit Grenzen zwischen Kinderspaß und verletzendem Verhalten, zeigt aber auch satirisch Gesellschaftsfiguren wie Lehrer, Handwerker und Nachbarn. Im 19. Jahrhundert diente das Werk als warnendes Beispiel dafür, dass Unfug und Gemeinheit irgendwann bestraft werden. Zugleich lasen viele Erwachsene die Verse mit Vergnügen wegen der spitzen Gesellschaftskritik und des bissigen Humors.

Rezeption und Nachwirkung

Seit der Erstveröffentlichung wurde die Geschichte vielfach nachgedruckt, übersetzt und für Bühne sowie Leinwand adaptiert. Figuren und Reime aus Max und Moritz sind in die deutsche Populärkultur eingegangen; zahlreiche Illustratoren und Comiczeichner nennen Busch als Vorbild. Gleichzeitig gibt es immer wieder Diskussionen über die Darstellung von Gewalt und Bestrafung in Kinderliteratur — die drastische Schlussszene wird besonders kontrovers betrachtet.

Bedeutung heute

Heute wird Max und Moritz sowohl als Klassiker der Kinder- und Jugendbuchliteratur als auch als einflussreiches Werk der satirischen Kunstgeschichte betrachtet. Schulen, Museen und Ausstellungen beschäftigen sich mit Buschs Werk; viele kennen die Refrains und Bilder noch aus der Kindheit. Trotz oder gerade wegen seiner dunklen Ironie bleibt die Bildergeschichte ein wichtiges Beispiel dafür, wie Wort und Bild zusammen starke erzählerische Wirkung entfalten können.

Die sieben Streiche sind kurzweilige Erzählungen mit einer klaren moralischen Tendenz: Fehlverhalten wird nicht belohnt. Buschs Fähigkeit, mit wenigen, pointierten Worten und Illustrationen ganze Szenen plastisch zu machen, erklärt den bleibenden Erfolg dieses Werkes.

Max und MoritzZoom
Max und Moritz

Die sieben Geschichten

In der ersten Geschichte binden die Jungen Brotstücke an Schnüre und legen sie dort ab, wo eine alte Frau, die Witwe Bolte, ihre Hühner hält. Die Hühner versuchen, jeweils ein Stück Brot zu schlucken, das ihnen im Hals stecken bleibt, und am Ende hängen sie im Baum und sterben.

In der zweiten Geschichte beschließt die Witwe Bolte, die immer noch weint, dass sie die Hühner genauso gut braten könnte. Die Jungen nehmen Angelruten, klettern auf das Dach und ziehen die Brathühner mit ihren Ruten nach oben. Die Witwe Bolte stellt fest, dass die Hühner weg sind, denkt, ihr kleiner Hund habe sie gefressen, und gibt dem armen Hund eine Tracht Prügel.

Im dritten Stockwerk nehmen sie eine Säge und machen ein Loch in die winzige Holzbrücke vor dem Haus des Schneiders. Sie schreien den Schneider an und beschimpfen ihn. Er ist wütend und kommt herausgerannt, die Brücke bricht und er fällt in den Bach. Zwei fliegende Gänse retten ihn. Er hat schreckliche Bauchschmerzen, aber seine Frau legt ihm ein heißes Bügeleisen auf den Bauch, und es geht ihm besser.

Im vierten Stockwerk steckten die Jungen dem Schulmeister Schießpulver in die Pfeife, während er in der Kirche war. Als er seine Pfeife anzündet, gibt es eine Explosion.

Im fünften Stock sammeln die Jungen Käfer und legen sie unter die Matratze im Bett ihres Onkels. Mitten in der Nacht, wenn der Onkel schläft, schleichen sich die Käfer an ihn heran. Er wacht auf und kämpft mit ihnen, bis er sie alle getötet hat.

Im sechsten Stock versuchen die Jungen, einige Brezeln (deutsche Brötchen) aus der Bäckerei zu stehlen, aber sie fallen in den Teigkübel. Der Bäcker kommt herein und findet sie. Er backt sie im Backofen, aber als sie herausgenommen werden, fressen sie sich durch den Teig und entkommen.

Im siebten Stock schneiden die Jungen dem Bauern ein Loch in die Säcke. Als der Müller einen dieser Säcke aufhebt, stellt er fest, dass das Getreide verschüttet wird. Er sieht die Jungen, steckt sie in den Sack und bringt sie zur Mühle, wo der Müller sie zu Mais mahlt und an seine Enten verfüttert.

Eine Kölner Statue von Max und Moritz beim ÜberspringenZoom
Eine Kölner Statue von Max und Moritz beim Überspringen



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