Obergefell gegen Hodges war eine bahnbrechende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten. Der Gerichtshof entschied, dass die Anerkennung und Bereitstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe ein Grundrecht ist. Er entschied, dass es durch den Vierzehnten Zusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten garantiert wird.

Hintergrund

Die Entscheidung wurde am 26. Juni 2015 gefällt und fasste mehrere Verfahren aus unterschiedlichen Bundesstaaten zusammen. Ein bekanntes Verfahrenspaar in der Verhandlung war James Obergefell und John Arthur aus Ohio; Arthur war schwer krank und konnte nicht als Ehepartner auf dessen Sterbeurkunde eingetragen werden, weil Ohio die gleichgeschlechtliche Ehe nicht anerkannte. Vor dem Obersten Gerichtshof hatten bereits zahlreiche Bundesstaaten und untere Gerichte über Verbote und Nicht-Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen gestritten.

Rechtliche Grundlage

Das Gericht stützte seine Entscheidung auf den Vierzehnten Zusatzartikel der US-Verfassung, konkret auf die Due-Process-Klausel (Schutz grundlegender Freiheitsrechte) und die Equal-Protection-Klausel (Gleichbehandlung). Der Mehrheitsmeinung zufolge ist das Recht zu heiraten ein grundlegendes Freiheitsrecht, das allen Personen unabhängig von ihrem Geschlecht zusteht. Damit sind staatliche Verbote gleichgeschlechtlicher Ehen sowohl unverhältnismäßig als auch verfassungswidrig.

Urteil und Kernfolgen

  • Das Urteil galt landesweit: Alle Bundesstaaten mussten gleichgeschlechtliche Ehen erlauben.
  • Bundesstaaten mussten zudem Ehen anerkennen, die rechtmäßig in anderen Staaten geschlossen wurden.
  • Das Urteil wurde mit einer knappen Mehrheit von 5 zu 4 Stimmen gefällt; die Mehrheit verfasste eine ausführliche Stellungnahme, mehrere Richter schrieben abweichende Dissent-Meinungen.

Widerspruch und Nachwirkungen

Gegen die Entscheidung gab es scharfe Kritik in mehreren Dissent-Schriften der unterlegenen Richter, die vor allem verfassungsrechtliche und föderalistische Bedenken äußerten. Nach dem Urteil blieben praktische und rechtliche Fragen offen, etwa das Verhältnis von Religionsfreiheit und Antidiskriminierungsrecht. In den folgenden Jahren führten Gerichtsverfahren und Gesetzesstreitigkeiten zu Nachbarschaften von Urteilen, in denen spezielle Konflikte über Dienstleistungen, Arbeitsrecht und kirchliche Einrichtungen geklärt wurden.

Bedeutung

Obergefell v. Hodges gilt als Meilenstein für die Bürger- und Menschenrechte in den USA: Es beendete die verfassungsrechtliche Grundlage für staatliche Verbote gleichgeschlechtlicher Ehen und veränderte dadurch das rechtliche und soziale Leben vieler Menschen dauerhaft. Die Entscheidung hat auch internationales Interesse erregt und steht symbolisch für die Entwicklung des Ehebegriffs als Ausdruck persönlicher Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz.