Die operante Konditionierung ist eine Form des Lernens. Bei ihr verändert ein Individuum sein Verhalten aufgrund der Konsequenzen (Ergebnisse) des Verhaltens.
Der Mensch oder das Tier lernt, dass sein Verhalten eine Konsequenz hat. Diese Konsequenz kann sein
- Verstärkung: ein positives oder lohnendes Ereignis. Dies führt dazu, dass das Verhalten häufiger auftritt
- Bestrafung: ein negatives oder bestrafendes Ereignis. Dadurch tritt das Verhalten weniger häufig auf
- Aussterben: es folgt kein Ereignis, so dass das Verhalten keine Konsequenzen hat. Wenn ein Verhalten keine Folgen hat, wird es seltener vorkommen.
Bei der operanten Konditionierung gibt es vier verschiedene Kontexte. Hier werden die Begriffe "positiv" und "negativ" nicht in ihrer Grundbedeutung verwendet; positiv bedeutet, dass etwas hinzugefügt wird, und negativ bedeutet, dass etwas weggenommen wird:
- Positive Verstärkung (oft nur "Verstärkung") tritt auf, wenn es eine Belohnung für eine Verhaltensweise gibt. Dadurch wird die Häufigkeit, mit der das Verhalten auftritt, erhöht. Im Skinner-Box-Experiment besteht die Belohnung in Form von Futter, wenn die Ratte einen Hebel betätigt.
- Negative Verstärkung (manchmal "Flucht") tritt auf, wenn ein aversiver Stimulus entfernt wird. Dadurch wird die Frequenz, mit der das Verhalten auftritt, erhöht. Im Skinner-Box-Experiment gab es ein lautes Geräusch, das entfernt wurde, wenn die Ratte den Hebel drückte.
- Eine positive Bestrafung tritt ein, wenn ein Stimulus hinzugefügt wird, was dazu führt, dass das Verhalten seltener auftritt. Beispielreize können lauter Lärm, ein elektrischer Schlag (Ratte) oder eine Tracht Prügel (Kind) sein.
- Negative Bestrafung tritt auf, wenn ein Stimulus weggenommen wird, was dazu führt, dass das Verhalten seltener auftritt. Ein Beispiel könnte das Spielzeug eines Kindes sein, das weggenommen wird, nachdem das Kind ein unerwünschtes Verhalten gezeigt hat.
Die Idee der operanten Konditionierung wurde zuerst von Edward Thorndike entdeckt und von B.F. Skinner analysiert.
Die operante Konditionierung unterscheidet sich von Pavlovs klassischer Konditionierung. Die operante Konditionierung befasst sich mit der willentlichen Modifikation von Verhalten; die klassische Konditionierung mit der Schulung eines Reflexes.