Oppidum (Plural oppida) ist ein lateinisches Wort für die Hauptsiedlung in jedem Verwaltungsgebiet des alten Roms. Das Wort kommt von ob-pedum, einem "geschlossenen Raum". Dies wiederum könnte von dem proto-indogermanischen Wort *pedóm- stammen, das "besetzten Raum" oder "Fußabdruck" bedeutet.

Julius Cäsar nannte die größeren Siedlungen der keltischen Eisenzeit, die er in Gallien fand, oppida. Das Wort wird heute verwendet, um die großen vorrömischen Städte zu beschreiben, die es in West- und Mitteleuropa gab. Viele Oppida wuchsen aus Bergfestungen, aber nicht alle hatten eine wichtige Verteidigungsfunktion. Die Hauptmerkmale der Oppida sind

  • den geplanten Bau der Mauern und Tore
  • der geräumige Grundriss
  • einen Blick auf die Umgebung.

Die Entwicklung von oppida war ein wichtiger Schritt in der Urbanisierung Europas. Sie waren die ersten großen Siedlungen nördlich des Mittelmeers, die als Städte bezeichnet werden konnten. Cäsar wies darauf hin, dass jeder Stamm Galliens mehrere Oppida haben würde, dass sie aber nicht alle von gleicher Bedeutung seien. Dies deutet darauf hin, dass es eine Form der Hierarchie gab.

In eroberten Ländern übernahmen die Römer die Oppida, um das Reich zu verwalten, und viele wurden zu vollwertigen römischen Städten. Dies bedeutete oft einen Ortswechsel von der Bergkuppe in die Ebene.

Eine der am besten erhaltenen Oppida befindet sich in Enserune in Frankreich. Sie war vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert ununterbrochen besetzt. Andere Oppida sind heute unter großen Städten begraben, wie z.B. Vindobona, das von Wien bedeckt ist.