Ein Pseudanthium (griechisch für "falsche Blüte") oder Blütenstand ist eine besondere Art von Blütenstand. Viele Blüten sind gruppiert und bilden eine blütenähnliche Struktur. Die echten Blüten ("Florets") sind im Allgemeinen klein und stark reduziert, können aber manchmal recht groß sein (wie beim Sonnenblumenblütenkopf).
Pseudanthia sind charakteristisch für die Familie der Gänseblümchen- und Sonnenblumengewächse (Asteraceae oder Compositae). Ihre Blüten sind entweder Strahlenblüten oder Scheibenblüten. Die Scheibenblüten in der Mitte des Pseudanthiums sehen wie das Zentrum einer normalen Blüte aus. Die Blüten an der Peripherie haben ein großes Blütenblatt. Dieses System ist einzigartig in dieser Familie. Bei einigen Arten können entweder Strahlen- oder Scheibenblüten fehlen: Bei Senecio vulgaris fehlen Zungenblüten und bei Taraxacum officinale fehlen Scheibenblüten. Das Pseudanthium hat unterhalb der Blüten einen Wirtel von Hochblättern.
Auf den ersten Blick sieht ein Pseudanthium (Blütenstand) genau wie eine normale Blüte aus, aber bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es aus mehreren Blüten besteht. Somit stellt das Pseudanthium eine Weiterentwicklung des Blütenstandes zu einer reproduktiven Einheit dar, die bei der Bestäubung wie eine Einzelblüte funktionieren kann, zumindest bei Pflanzen, die tierisch bestäubt werden. Der Vorteil dieser "Blüte" ist, dass sie weit mehr Samen produziert als eine normale Blüte, aber nur einen Bestäubungsakt benötigt.


