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Pyrit (Eisenpyrit) – Definition, Eigenschaften & Nutzung von 'Narrengold'

Pyrit (Eisenpyrit) – Definition, Eigenschaften & Nutzung von "Narrengold": goldähnlicher metallischer Glanz, Formel FeS2, Entstehung, Vorkommen und praktische Anwendungen.

Das Mineral Pyrit, oder Eisenpyrit, ist ein Eisensulfid mit der Formel FeS2. Der metallische Glanz und die blass- bis normalgelbe, messinggelbe Farbe dieses Minerals haben ihm wegen seiner Ähnlichkeit mit Gold den Spitznamen Narrengold eingebracht. Der Begriff Pyrit kann auch für einige andere Sulfide, wie z.B. Kupfersulfid, verwendet werden.

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Eigenschaften

Pyrit ist ein weit verbreitetes Sulfidmineral mit charakteristischen physikalischen und chemischen Merkmalen:

  • Kristallform: Meist kubische (isometrische) Kristalle, oft als gut ausgebildete Würfel, auch Oktaeder oder Pyritoeder; Kristallflächen zeigen häufig Streifung.
  • Farbe und Glanz: Messinggelb bis bräunlichgelb mit starkem metallischem Glanz, was zu seiner Verwechslung mit Gold führt.
  • Härte: Etwa 6–6,5 auf der Mohs-Skala (härter als Messing und Gold).
  • Dichte: Relativ hoch, ungefähr 4,9–5,2 g/cm³.
  • Strichfarbe: Dunkelgrünlich-schwarz bis braunschwarz (unterschiedet sich deutlich von Gold, das eine gelbe Strichfarbe hat).
  • Spaltbarkeit und Bruch: Keine ausgeprägte Spaltbarkeit, spröder Bruch.
  • Chemische Eigenschaften: FeS2; Pyrit ist relativ beständig, kann aber bei Verwitterung in Eisenoxide und Sulfate (z. B. Schwefelsäure) umgewandelt werden.
  • Weitere Eigenschaften: Pyrit ist ein Halbleiter (Bandlücke ~0,9–1,0 eV) und wurde – trotz praktischer Probleme – in Forschungsprojekten zur Solarenergienutzung untersucht.

Entstehung und Vorkommen

Pyrit bildet sich in sehr unterschiedlichen geologischen Umgebungen und ist eines der häufigsten Sulfidminerale:

  • Hydrothermale Adern: In heißen, mineralreichen Lösungen tritt Pyrit häufig zusammen mit Quarz, Calcit, Chalcopyrit und anderen Sulfiden auf.
  • Sedimentäre Ablagerungen: In sulfidreichen, reduzierenden Sedimenten und als diagenetisches Mineral in Schichten oder als FeS2-Mikrokristalle in Tonsteinen.
  • Metamorphe Gesteine: Bildung während regionaler Metamorphose aus sulfidreichen Vorläufergesteinen.
  • Steinkohlenflöze und Braunkohlenschichten: Pyrit kann in organischen Sedimenten vorkommen und in Kohle eingelagert sein.

Verwendung und wirtschaftliche Bedeutung

  • Schwefelquelle: Pyrit war und ist eine wichtige Quelle für Schwefel und dient als Rohstoff zur Herstellung von Schwefelsäure (H2SO4), vor allem historisch vor der Etablierung anderer Rohstoffe.
  • Goldbegleitung: In manchen Lagerstätten ist Gold eng mit Pyrit vergesellschaftet; manchmal sind Goldkörnchen in Pyrit eingeschlossen, sodass Pyrit als Indikator für Goldvorkommen dient oder sogar gewinnbringend aufbereitet werden muss.
  • Schmuck: Die orthorhombische Form FeS2, als Markasit bezeichnet, wurde historisch in Form von Markasit-Schmuck verwendet; Pyritige Stücke werden gelegentlich als Sammlerstücke oder in Modeschmuck eingesetzt.
  • Forschung: Wegen seiner elektrischen Eigenschaften und Häufigkeit ist Pyrit Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, etwa zur Nutzung in Dünnschicht-Solarzellen oder zur Erforschung von Verwitterungsprozessen.

Umweltauswirkungen und Sicherheit

Bei Verwitterung reagiert Pyrit mit Wasser und Sauerstoff zu Eisenoxid/hydroxiden und Schwefelsäure. Dies kann zu sauren Grubenwässern (acid mine drainage) führen, die Gewässer und Böden schädigen. Beim Umgang mit pyritreichem Gestein sollte man beachten:

  • Frisch gebrochenes oder verwitterndes Pyrit kann Sulfat- und Eisenverbindungen freisetzen.
  • Saurer Abfluss aus Bergbauhalden und Störfällen verursacht ökologische Schäden und erfordert aktive Sanierungsmaßnahmen.
  • Feinstaub beim Zerkleinern sollte vermieden werden; beim Umgang in Laboren Schutzmaßnahmen beachten.

Erkennung im Feld

Einige einfache Kriterien zur Unterscheidung von Pyrit und Gold:

  • Härte: Pyrit ist härter als Gold (Gold ist weich und verformbar, Pyrit ist spröde und kann Glasschärfen ritzen).
  • Strich: Auf einer unglasierten Porzellanplatte ergibt Pyrit eine dunkelgrüne bis schwarze Strichfarbe; Gold hinterlässt einen goldgelben Strich.
  • Kristallform: Kubische, würfelförmige Kristalle sind typisch für Pyrit; Gold kommt meist in nuggetartiger, unförmiger Gestalt oder als gedrungene Kornaggregate vor.
  • Funkenschlag: Traditionell leitet sich der Name Pyrit vom griechischen Wort pyr (Feuer) ab, da beim Schlagen mit Stahl Funken entstehen können.

Zusammenfassend ist Pyrit ein häufiges, auffälliges Mineral mit bedeutenden geologischen, wirtschaftlichen und ökologischen Implikationen: von der Rolle als Schwefel- und Indikatormineral bis hin zu Problemen durch Verwitterung und sauren Abfluss.

Geschichte

Pyrit ist das häufigste der Sulfidminerale. In der römischen Antike wurde dieser Name auf verschiedene Gesteinsarten angewandt, die Funken erzeugten, wenn sie gegen Stahl geschlagen wurden; Plinius der Ältere beschrieb eine von ihnen als messingartig, fast sicher eine Anspielung auf das, was wir heute Pyrit nennen. Zur Zeit von Georgius Agricola war der Begriff zu einem Oberbegriff für alle Sulfidminerale geworden.

Pyrit wird gewöhnlich in Verbindung mit anderen Sulfiden oder Oxiden in Quarzadern, Sedimentgestein und metamorphem Gestein sowie in Kohleflözen und als Ersatzmineral in Fossilien gefunden. Trotz seines Spitznamens "Narrengold" wird Pyrit manchmal in Verbindung mit kleinen Goldmengen gefunden.

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Autor

AlegsaOnline.com Pyrit (Eisenpyrit) – Definition, Eigenschaften & Nutzung von 'Narrengold'

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