Reed Smoot (10. Januar 1862 – 9. Februar 1941) war von 1903–1933 republikanischer Senator. Er war außerdem ein führender Repräsentant der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (LDS-Kirche) und ein angesehener Geschäftsmann.

Frühe Jahre und Aufstieg

Reed Smoot wurde in Salt Lake City geboren und wuchs in einer Familie auf, die eng mit der Entwicklung des Utah-Territoriums verbunden war. Er erhielt eine frühe Ausbildung in lokalen Schulen und setzte seine Studien an regionalen Bildungseinrichtungen fort. Vor seiner politischen Karriere war Smoot im Geschäftsleben tätig und genoss in Utah großes Ansehen als Unternehmer und Führungskraft. 1900 wurde er in das Kollegium der Zwölf Apostel der LDS-Kirche berufen; dieses Amt hielt er bis zu seinem Tod 1941.

Senatskarriere und die Reed‑Smoot‑Anhörungen

Als Senator war Smoot eine prominente Figur in nationalen Fragen. Seine Rolle als führendes Mitglied der LDS-Kirche löste jedoch im Senat der Vereinigten Staaten eine langwierige und öffentlichkeitswirksame Debatte aus. Zwischen 1904 und 1907 führten der Senat und insbesondere der Prüfungsausschuss umfangreiche Untersuchungen durch, die als Reed‑Smoot‑Anhörungen bekannt wurden. Themen waren unter anderem die Stellung der Kirche zur Polygamie, Fragen der Loyalität gegenüber dem Staat und die Autorität kirchlicher Führer.

Während der Anhörungen kamen Gerüchte über Polygamie und einen angeblichen geheimen Eid gegen die Vereinigten Staaten auf. Der zuständige Ausschuss stellte Smoots Autorität und seine Eignung für das Senatorenamt in Frage und empfahl zeitweise, ihn abzusetzen. Der volle Senat entschied jedoch schließlich, Smoot im Amt zu belassen; er konnte seine Tätigkeit fortsetzen.

Smoot‑Hawley‑Tarifgesetz (1930)

International bekannt wurde Smoot vor allem durch das Smoot‑Hawley‑Tarifgesetz von 1930, das er gemeinsam mit anderen Gesetzgebern maßgeblich vorantrieb. Dieses Gesetz erhöhte die Zölle auf eine große Zahl importierter Waren erheblich. Ziel war es, die heimische Industrie und Arbeitsplätze in den USA zu schützen. Kritiker jedoch sehen im Smoot‑Hawley‑Gesetz einen Faktor, der den Welthandel während der Weltwirtschaftskrise reduzierte und so die wirtschaftlichen Probleme weiter verschärfte. Das Gesetz blieb eine der umstrittensten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Zwischenkriegszeit.

Ende der politischen Laufbahn und spätere Jahre

Smoot verlor 1932 die Wiederwahl (in der Folge der politischen Verschiebungen während der Depression) und kehrte 1933 nach Utah zurück. Nach dem Ende seiner politischen Karriere zog er sich weitgehend aus dem aktiven Geschäftsleben zurück und widmete sich verstärkt kirchlichen Aufgaben und der Gemeindearbeit. Bis zu seinem Tod blieb er Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel; zum Zeitpunkt seines Todes war er das drittälteste (nach Seniorität) Mitglied dieses Leitungsorgans der LDS‑Kirche.

Vermächtnis

Reed Smoot bleibt eine vielschichtige historische Figur: einerseits ein einflussreicher Senator, dessen Name untrennbar mit dem Smoot‑Hawley‑Gesetz verbunden ist; andererseits ein religiöser Führer, dessen Berufung und Rolle in den Reed‑Smoot‑Anhörungen eine wichtige Debatte über Religionsfreiheit, Loyalität und das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in den Vereinigten Staaten anstieß. Historiker bewerten sein Erbe differenziert: Sein politisches Wirken prägte US‑Handelspolitik nachhaltig, die Anhörungen trugen zur öffentlichen Auseinandersetzung über die Stellung der LDS‑Kirche in der amerikanischen Gesellschaft bei.