Laugh-In: Kult-US-Sketchshow mit Rowan & Martin (1968–1974)

Laugh-In (1968–1974): Kultige US-Sketchshow mit Rowan & Martin, satirische Gags, legendäre Sprüche und Stars wie Goldie Hawn – die Comedy-Revolution der späten 60er.

Autor: Leandro Alegsa

Laugh-In war eine amerikanische Fernsehserie, die von 1968 bis 1974 auf NBC lief. Moderatoren der Show waren die Komiker Dan Rowan und Dick Martin. Der Titel spielte auf einen damals aktuellen Trend an, Ereignisse mit der Endung „-In“ zu benennen – ein bekanntes Beispiel ist das Human Be-In von 1967.

Konzept und Aufbau

Angefangen als einmaliges Fernseh-Special, war das erste Laugh-In so erfolgreich, dass die Sendung 1968 als regelmäßige Serie fortgesetzt wurde. Die Show war bekannt für ihr extrem rasantes Tempo, kurze Sketche, schnelle Schnitte und eine Collage aus Einzeilern, visuellen Gags und wiederkehrenden Figuren. Rowan und Martin traten meist in Smokings auf und fungierten häufig als Moderatoren bzw. als die ruhenden „Straight Men“ im Wechselspiel mit dem Ensemble. Radiomoderator Gary Owens war der markante Ansager der Sendung. Produzenten wie George Schlatter und Ed Friendly arbeiteten hinter den Kulissen und traten kaum vor die Kamera.

Das Programm setzte stark auf „aktuellen Humor“ und politische wie gesellschaftliche Satire: Viele Gags bezogen sich auf aktuellen Ereignisse, Zeitgeist, Moden und Fernsehformate. Typische Elemente waren kurze, pointierte Einblendungen (sogenannte cutaways), Musik- und Gesangsnummern, sowie visuelle Running Gags. Wiederkehrende Formate waren:

  • „Die Party“ – eine Szene, in der Darsteller in einer Party-Situation abwechselnd Einzeiler zu aktuellen Themen lieferten.
  • Laugh-In sieht sich die Nachrichten an“ – eine parodistische Nachrichtensendung mit satirischen Kommentaren.
  • Die „Scherzwand“ – Darsteller liefen durch eine Kulissenwand mit zahlreichen Türen und lieferten dort kurze Gags oder alte Witze.

Die Sendung prägte mehrere Schlagworte und catchphrases, die in die Popkultur eingingen, darunter „Sock it to me!“, „You bet your bippy!“ und „Look that up in your Funk and Wagnall!“.

Darsteller und wiederkehrende Figuren

Laugh-In präsentierte ein großes Ensemble, das viele Talente förderte und bekannten Komikern den Durchbruch verschaffte. Zu den regelmäßigen Darstellern gehörten unter anderem Goldie Hawn, Arte Johnson, Lily Tomlin, Henry Gibson, Ruth Buzzi, Dave Madden, Joanne Worley, Alan Sues, Chelsea Brown, Judy Carne und weitere. Einige prägnante Figuren und Aufführungsstile waren:

  • Goldie Hawn als hinreißend naive „flower child“ mit charakteristischem Kichern.
  • Lily Tomlin mit Figuren wie der unverschämten Telefonistin „Ernestine“ und dem zurückgelehnten Kleinkind „Edith Ann“.
  • Arte Johnson mit der Figur des deutschen Soldaten, bekannt für die Bemerkung „Very interesting…“.
  • Ruth Buzzi mit ihrer ruppigen Figur Gladys, die häufig in Slapstick-Momenten auftrat.
  • Henry Gibson, der häufig satirische Lieder oder poetische Kommentare zum Besten gab.

Weitere Gäste und zeitweise auftretende Darsteller waren der britische Schauspieler Jeremy Lloyd sowie ehemalige Kollegen aus anderen Serien wie Richard Dawson und Larry Hovis. Viele Ensemblemitglieder bauten nach ihrer Zeit bei Laugh-In dauerhafte Karrieren in Film, Fernsehen und Theater auf.

Gastauftritte und politische Wirkung

Die Show zog zahlreiche prominente Gaststars an, darunter Tiny Tim, The Monkees, Ringo Starr und viele weitere Sänger und Schauspieler. Manche Gäste waren bereits etablierte Größen des Showbusiness, andere wurden durch ihre Auftritte bekannter oder nutzten die Bühne als Sprungbrett.

Ein besonders kontroverser und zugleich berühmter Auftritt war der des Präsidentschaftskandidaten Richard M. Nixon, der in einem kurzen Sketch zu sehen war. Viele Beobachter meinten, sein Beitrag habe seine öffentliche Wahrnehmung verändert und ihm möglicherweise Stimmen bei der Wahl eingebracht. Die Sendung scheute nicht davor zurück, Politiker und Institutionen zu parodieren, wodurch sie Teil der politischen Debatte jener Jahre wurde.

Rezeption, Kontroversen und Ende

Laugh-In war zu Beginn ein großer Quoten- und Kult-Erfolg: Die Mischung aus Tempo, jugendlicher Anspielung auf die Gegenkultur, Wortwitz und visuellem Humor traf den Nerv der späten 1960er Jahre. Zugleich löste die Show immer wieder Kontroversen aus: Konservative Kritiker bemängelten, dass die Sendung Respektlosigkeit gegenüber Autoritäten fördere; andere kritisierten anzügliche oder polarisierende Witze. Mit der Zeit flachte die Popularität ab – das Format wirkte für einige Zuschauer irgendwann ausgelutscht, und der rasante Stil ließ weniger Platz für neue Ideen.

Die Produzenten gaben schließlich 1974 das Ende der Serie bekannt und nannten als einen Grund, dass ihnen „die Dinge zum Parodieren ausgegangen waren“. 1979 gab es ein Wiedersehens-Special; darauf folgte kurzfristig eine Neuauflage als Sommerersatzserie, in der auch junge Talente wie Robin Williams zu sehen waren.

Einfluss und Vermächtnis

Auch nach seinem Ende blieb Laugh-In einflussreich: Die Sendung prägte das Format der modernen Sketchshow, trug populäre Schlagworte in den allgemeinen Sprachgebrauch und beeinflusste spätere Comedy-Programme und Kabarettformate. Viele ehemalige Darsteller wurden zu prägenden Persönlichkeiten der amerikanischen Unterhaltungslandschaft.

Obwohl die Serie zum Teil als Produkt ihrer Zeit gilt, bleibt sie ein wichtiges Zeugnis der späten 1960er und frühen 1970er Jahre – sowohl in Hinsicht auf Fernsehästhetik als auch als Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche und politischer Diskussionen.

Fragen und Antworten

F: Wie lautete der Name der Fernsehserie?


A: Die Fernsehserie hieß Laugh-In.

F: Wer waren die Moderatoren von Laugh-In?


A: Die Moderatoren von Laugh-In waren die Komödianten Dan Rowan und Dick Martin.

F: Welche Art von Humor wurde in der Sendung verwendet?


A: Laugh-In bot "aktuellen Humor", wobei der Großteil der Comedy auf aktuellen Ereignissen basierte. Sie machte sich über zeitgenössische Trends und Moden lustig und imitierte populäre Stile der damaligen Zeit.

F: Wer spielte den Ansager der Sendung?


A: Der Radiomoderator Gary Owens spielte den Ansager der Sendung.

F: Wer arbeitete hinter den Kulissen von Laugh-In?


A: Die Produzenten George Schlatter und Ed Friendly arbeiteten hinter den Kulissen und traten nicht vor der Kamera auf.

F: Welche berühmten Gäste traten in Laugh-In auf?


A: Zu den Gästen von Laugh-In gehörten Tiny Tim, The Monkees, Ringo Starr, Richard M. Nixon, Sammy Davis Jr., Dewey "Pigmeat" Markham, Robin Williams und andere berühmte Sänger und Schauspieler.

F: Wann endete die Serie Laugh-In?


A: Die Serie endete 1974. Die Produzenten erklärten, dass ihnen "die Dinge zum Parodieren ausgegangen" seien.


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