Stehende Steine (auch Menhire genannt) sind einzelne, senkrecht in den Boden eingestellte oder eingelassene Steine. Viele stammen aus der Zeit des Menschen in der Jungsteinzeit und sind charakteristisch für Regionen wie die Britischen Inseln und die Bretagne, treten aber auch an anderen Orten weltweit auf.
Verbreitung
Menhire kommen in Europa, Afrika und Asien vor. Ihre größte Dichte liegt jedoch in Westeuropa, besonders auf den Britischen Inseln (insbesondere in Großbritannien und Irland) sowie in der Bretagne. In diesen Gebieten finden sich zehntausende megalithische Anlagen.
Formen und Anordnungen
Stehende Steine zeigen eine Reihe von Gestalten und Gruppierungen. Typische Erscheinungsformen sind:
- Einzelsteine (isolierte Menhire)
- Gerade oder gewundene Steinreihen
- Steinkreise und -höfe
- Kombinationen in ringförmigen, ovalen oder hufeisenförmigen Anordnungen (oft als Henge-Formationen beschrieben)
Manche Anlagen enthalten Kammern, andere sind rein freistehend. Die Steine selbst sind häufig unregelmäßig geformt und verjüngen sich nach oben.
Datierung und Forschung
Die Datierung der meisten Menhire ist schwierig; viele werden in einen groben Zeitraum zwischen etwa 4000 v. Chr. und 1500 v. Chr. eingeordnet. Da die betreffenden Gemeinschaften in vielen Regionen keine erhaltene Schrift hinterließen, beruhen chronologische Einordnungen auf naturwissenschaftlichen Verfahren und Kontextfunden.
- Archäologische Fundkontexte: Keramikfunde oder Bestattungsreste liefern relative Datierungen; in einigen Fällen wurde in der Nähe von Menhiren Keramik entdeckt, die auf Verbindungen zur Becherkultur hindeutet.
- Radiokohlenstoffdatierung: Moderne Radiokohlenstoffmethoden tragen zur Bestimmung von organischem Material aus den Fundschichten bei.
- Baumringanalysen: Die Baumringkalibrierung (Dendrochronologie) hilft, jahresgenaue Zeitrahmen zu erstellen, wenn Holzreste erhalten sind.
- Kontextuelle Auswertung: In vielen archäologischen Stätten werden Befunde aus verschiedenen Feldmethoden kombiniert, um Entstehungsphasen zu rekonstruieren.
Funktion und Deutungsansätze
Die Funktion von Menhiren wurde vielfach diskutiert. Zu den plausiblen Deutungen gehören:
- Treffpunkte oder Markierungen territorialer Grenzen
- Rituelle oder religiöse Versammlungsorte
- Bestattungs- oder Gedenkplätze (insbesondere bei Gruppenanlagen mit Kammern)
Funde von Keramik und anderen Artefakten nahe manchen Steinen unterstützen die Annahme, dass einige Anlagen mit dem Volk der Beaker in Verbindung stehen. Deutungen bleiben jedoch oft hypothetisch, weil direkte schriftliche Quellen fehlen.
Beispiele und nahe Befunde
Ein Beispiel für eine nahegelegene, verwandte Anlage ist Woodhenge, ein Holzkreis- und Henge-Denkmal in der Nähe von Stonehenge im englischen Wiltshire. Solche Holzstrukturen und Steinsetzungen treten häufig in vergleichbaren archäologischen Kontexten auf und werden gemeinsam untersucht.


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