Unterseeische Vulkane: Entstehung, Formen und Auswirkungen

Unterseeische Vulkane: Entstehung, Formen und Auswirkungen – Entdecken Sie, wie Seamounts, Guyots und Unterwasserausbrüche Ozeanboden, Meeresleben und Klima verändern.

Autor: Leandro Alegsa

Unterseeische Vulkane sind Vulkane, die sich unter der Oberfläche der Weltmeere befinden. Sie kommen in verschiedenen geologischen Umgebungen vor – an mittelozeanischen Rücken, in Subduktionszonen und über heißen Flecken (Hotspots). Viele bilden kegelförmige Seamounts oder nach Erosion und Absinken der Kruste flache, tafelartige Guyots. Unterseeische Vulkane beeinflussen die Struktur des Ozeanbodens und liefern Material, das zur Bildung neuer Meeresböden beiträgt.

Entstehung

Vulkane im Ozean entstehen häufig dort, wo sich die tektonischen Platten der Erde bewegen und Risse oder Spalten bilden. Durch diese Öffnungen steigt heißes Gestein aus dem Erdinneren auf; Magma sammelt sich in Kammern und kann an die Meeresoberfläche treten oder unter Wasser ausbrechen. Typische Entstehungsräume sind:

  • Mittelozeanische Rücken – divergente Plattengrenzen, an denen ständig neue ozeanische Kruste entsteht.
  • Subduktionszonen – konvergente Grenzen, an denen eine Platte unter eine andere abtaucht und magmatische Bögen bildet.
  • Hotspots – feste Aufwölbungen im Erdmantel, die längere Zeit Vulkanismus an einer Stelle verursachen (z. B. Inselketten).

Formen und Erscheinungsbild

Unterseeische Ausbrüche zeigen charakteristische Erscheinungen, die sich von terrestrischen Ausbrüchen unterscheiden:

  • Lavakissen (Pillow-Lavas): schnelle Abkühlung der Lava durch Wasser führt zu runden, kissenartigen Formen.
  • Hyaloclastite und Glasbildungen: beim Zerreißen von Lava durch rasche Abkühlung entstehen glasige Fragmente.
  • Seamounts und Guyots: aktive oder erloschene Vulkane können als unterseeische Berge auftreten; durch Erosion und Absinken können sie zu flachen Gipfeln werden (Guyots).
  • Hydrothermale Schornsteine: an vielen Unterwasservulkanen gibt es heiße Quellen (z. B. Black Smoker), aus denen mineralreiches Wasser austritt.

Wie Wasser das Verhalten von Ausbrüchen verändert

Das Vorhandensein von Wasser beeinflusst physikalische und chemische Prozesse während eines Ausbruchs stark. Wichtige Effekte sind:

  • Starke Abkühlung der Lava, wodurch die oberste Schicht erstarrt und flüssiges Inneres in kissenartigen Formen gefangen wird.
  • Fragmentierung durch Kontakt von heißem Magma mit Meerwasser (phreatomagmatische oder phreatische Prozesse), was zu explosiveren Ereignissen führen kann als bei langsamem Lavaströmen.
  • Ausbildung von Mineralfällungen durch Reaktion von heißem Flüssigkeitsaustritt mit kaltem Meerwasser – Grundlage für Schwefel-, Kupfer- und Eisenerzlagerstätten.

Auswirkungen auf Meer, Klima und Mensch

Unterseeische Vulkane haben lokale und teils globale Folgen:

  • Ökologische Innovationen: Hydrothermale Quellen schaffen Lebensräume für spezialisierte, oft chemosynthetische Lebensgemeinschaften, die unabhängig von Sonnenlicht existieren.
  • Gefahren: Große eruptive Ereignisse oder unterseeische Hangrutschungen können Tsunamis auslösen; plötzliche Freisetzung von Gasen (z. B. CO2) kann lokale Lebensräume gefährden.
  • Rohstoffbildung: Mineralausfällungen an Schloten bilden wirtschaftlich interessante Lagerstätten (z. B. Kupfer, Zink, Gold).
  • Kurzfristige Klimaeffekte: Sehr große Ausbrüche können Asche und Schwefeldioxid freisetzen, was in der Atmosphäre zu globaler Abkühlung führen kann – allerdings ist der direkte Einfluss unterseeischer Ausbrüche auf das Klima oft geringer als bei großen subaerischen Ereignissen.

Untersuchung und Entdeckung

Da sie unter Wasser liegen, sind unterseeische Vulkane schwieriger zu beobachten. Methoden zur Erforschung umfassen:

  • Sonar- und Satellitenaltimetrie zur Kartierung der Meeresbodentopographie.
  • Hydrophone und seismische Netzwerke zur Registrierung von Unterwasserbeben und Ausbruchsgeräuschen.
  • Tauchfahrten mit bemannten Tauchglocken, ferngesteuerten Fahrzeugen (ROVs) und autonomen Unterwasserfahrzeugen (AUVs) zur direkten Beobachtung und Probenahme.
  • Chemische Analysen von Hydrothermalflüssigkeiten und Sedimenten zur Bestimmung von Mineralisation und biologischer Aktivität.

Insgesamt prägen unterseeische Vulkane die Geologie der Ozeanböden, bieten einzigartige Ökosysteme und bergen sowohl natürliche Ressourcen als auch geologische Gefahren. Die Forschung an diesen Systemen verbessert unser Verständnis von Plattentektonik, Erzlagerstättenbildung und der Anpassungsfähigkeit des Lebens unter extremen Bedingungen.

Überhitzte Lava wurde von einem ferngesteuerten Unterwasserroboter in einer Tiefe von über 4.000 Fuß fotografiertZoom
Überhitzte Lava wurde von einem ferngesteuerten Unterwasserroboter in einer Tiefe von über 4.000 Fuß fotografiert

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