In der Psychiatrie bezieht sich der Begriff Denkstörung oder formale Denkstörung auf einen Zustand, in dem Menschen Probleme mit konsistentem und geradlinigem Denken haben, was zu Abnormalitäten z.B. bei der gesprochenen und geschriebenen Sprache führt. Die Menschen, die an diesem Zustand leiden, verwenden eine Sprache, die gestört oder manchmal schwer zu verstehen ist. Nach Ansicht der Psychiater ist Sprache ein Spiegelbild von Denkprozessen. Menschen, die Schwierigkeiten beim Sprechen haben, haben deshalb oft auch Schwierigkeiten beim Denken.

Die Gedankenstörung gilt als Symptom einer psychotischen Geisteskrankheit, aber es kann auch andere Ursachen dafür geben.

Der darin beschriebene Zustand ist dauerhaft. Er beeinträchtigt Sprache und Schrift. Die Betroffenen können die ganze Zeit sprechen, oder sie können Muster zeigen, wie z.B. das Wechseln von Ideen innerhalb eines Satzes. Sie können auch verschiedene Wörter verwenden, die überhaupt nicht zusammenpassen; dies wird als "Wortsalat" bezeichnet.

Eugen Bleuler, der die Schizophrenie nannte, vertrat die Auffassung, dass ihr bestimmendes Merkmal eine Störung des Denkprozesses sei. Doch obwohl auch die Wahnvorstellungen und Halluzinationen einer Psychose als Denkstörungen betrachtet werden könnten, bezieht sich der Begriff der formalen Denkstörung speziell auf die vermutete Störung im Fluss des bewussten verbalen Denkens, die aus der gesprochenen Sprache abgeleitet wird. In der Regel spricht man davon, wenn der streng genommen weniger genaue, gebräuchlichere, aber abgekürzte Begriff "Denkstörung" verwendet wird.