Bienenfresser (Meropidae) – Steckbrief: Arten, Lebensraum & Ernährung

Bienenfresser (Meropidae): Steckbrief zu 26 Arten, Lebensraum, Jagdverhalten & Ernährung – farbenprächtige Vögel, Sozialleben und Stachelentfernung verständlich erklärt.

Autor: Leandro Alegsa

Die Bienenfresser sind eine Gruppe von Landvögeln aus der Familie der Meropidae.

Sie leben in der Alten Welt und in Australasien: Afrika, Asien, Europa, Australien und Neuguinea. Sie haben ein farbenprächtiges Gefieder und schlanke Körper. Sie besitzen lange, nach unten gebogene Schnäbel und spitze Flügel, die ihnen ein schwalbenähnliches Aussehen verleihen. Es gibt etwa 26 verschiedene Arten von Bienenfressern, die in Größe und Färbung variieren — von auffällig bunt bis eher unauffällig gefärbt.

Merkmale

Bienenfresser sind meist mittelgroß (kleine bis mittelgroße Singvögel) mit schlankem Körperbau, langer Schwanzverlängerung bei einigen Arten und kräftigem, leicht nach unten gebogenem Schnabel. Viele Arten zeigen leuchtende Farben (Grün-, Blau-, Gelb- und Rottöne) und teilweise deutliche Geschlechtsunterschiede (Sexualdimorphismus). Ihr Flug ist wendig und schnell, geeignet für das Jagen im freien Luftraum.

Verbreitung und Lebensraum

Bienenfresser besiedeln bevorzugt offene Landschaften: Savannen, Halbwüsten, Steppen, Fluss- und Seeufer mit Sand- oder Lehmwänden, Heiden und teilweise landwirtschaftlich geprägte Gebiete. Die typischen Nistplätze sind senkrechte Sand- oder Lehmwände, in die sie Gänge und Brutröhren graben. Einige Arten sind standorttreu, andere sind zum Teil weite Strecken ziehend; Zugverhalten und -zeiten sind artspezifisch.

Ernährung und Jagdverhalten

Wie der Name schon sagt, fressen Bienenfresser überwiegend fliegende Insekten, insbesondere Bienen und Wespen. Sie fangen ihre Beute im Flug, indem sie vom Sitzwarte (z. B. einem Ast oder Draht) aus hinausschnellen und die Insekten im Körperflug erbeuten (sogenanntes „Sallying“). Die Vögel fangen in der Regel nur Beute, die fliegt; nach dem Landen werden die Insekten meist nicht mehr verfolgt und gefangen.

Meistens fressen sie Honigbienen und andere Hautflügler: Hautflügler (Bienen, Wespen, und teils Ameisen) können je nach Art und Region 20% bis 96% der Nahrungsbasis ausmachen. Daneben stehen auch Libellen, Käfer, Schmetterlinge und andere fliegende Insekten auf dem Speiseplan. Vor dem Verzehr entfernen Bienenfresser den Stachel und einen Großteil des Giftes, indem sie das Insekt wiederholt auf einer harten Oberfläche gegenstoßen oder reiben; so wird die Beute entwaffnet und leichter verdaulich.

Fortpflanzung und Sozialverhalten

Bienenfresser sind überwiegend gesellig. Viele Arten brüten in Kolonien, indem sie in Erdlöchern nisten, die seitlich in Sandbänken oder steilen Uferkanten untertunnelt sind — oft treten zahlreiche solcher Eingänge dicht beieinander auf. Die meisten Arten sind monogam während einer Brutzeit, und in den allermeisten Fällen beteiligen sich beide Elternteile an Brutpflege und Jungenfütterung.

Bei einigen Arten wurde auch kooperatives Brüten beobachtet: einzelne Jungvögel aus früheren Bruten oder benachbarte Brutpaare helfen bei der Aufzucht der Küken — ein bei Vögeln relativ ungewöhnliches Verhalten. Die Nester (Brutröhren) führen zu einer relativ geschützten Kinderstube, die jedoch durch Erosion oder Eingriffe in das Ufer gefährdet werden kann.

Das Gelege umfasst je nach Art meist einige wenige Eier (typischerweise mehrere Eier pro Gelege). Die Küken sind altricial (hilflos bei Schlupf) und werden von beiden Eltern durch Flugbeute gefüttert, bis sie flügge werden.

Arten & Systematik

Die Familie Meropidae umfasst mehrere Gattungen und rund 26 Arten. Typische Gattungen sind unter anderem:

  • Nyctyornis
  • Meropogon
  • Merops

Die genaue Systematik wird durch molekulare Untersuchungen fortlaufend verfeinert; regionale Formen und Unterarten können bei einzelnen Arten sehr unterschiedlich gefärbt oder geformt sein.

Gefährdung und Schutz

Viele Bienenfresser-Populationen sind lokal stabil, doch einige Arten oder Populationen sind bedroht durch Verlust von geeigneten Nistplätzen (Uferverbau, Sandentnahme), durch Pestizideinsatz, der die Nahrungsgrundlage reduziert, und durch Störungen an Brutplätzen. Der Schutz von Flussufern, Sandbänken und das Fördern pestizidfreier Lebensräume sind wichtig für den Erhalt dieser Vögel. Einige Arten stehen auf nationalen oder internationalen Roten Listen, je nach Verbreitung und Druckfaktoren.

Bedeutung für Ökosysteme und Mensch

Bienenfresser sind wichtige Insektenvertilger und tragen zur Kontrolle von Insektenpopulationen bei. Ihr auffälliges, buntes Erscheinungsbild macht sie zudem zu beliebten Beobachtungsobjekten für Naturbeobachter und Ornithologen. Beim Schutz dieser Vögel werden häufig ganze Lebensräume mitgeschützt, was auch anderen Arten zugutekommt.

Eine Biene essen: der Gewinner des Wikipedia-Commons-Bildes des Jahres 2012: ein Paar Merops-Apiaster, einer beim Fangen einer BieneZoom
Eine Biene essen: der Gewinner des Wikipedia-Commons-Bildes des Jahres 2012: ein Paar Merops-Apiaster, einer beim Fangen einer Biene

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Bienenfresser

Fragen und Antworten

F: Zu welcher Familie gehören die Bienenfresser?


A: Bienenfresser gehören zur Familie der Meropidae.

F: Wo leben die Bienenfresser?


A: Bienenfresser leben in der Alten Welt und in Australasien, einschließlich Afrika, Asien, Europa, Australien und Neuguinea.

F: Wie viele Arten von Bienenfressern gibt es?


A: Es gibt 26 verschiedene Arten von Bienenfressern.

F: Welche Art von Insekten fressen Bienenfresser?


A: Bienenfresser fressen hauptsächlich fliegende Insekten wie Bienen und Wespen. Sie fressen auch Honigbienen und Hymenoptera (Ameisen, Bienen und Wespen).

F: Wie fangen sie ihre Beute?


A: Bienenfresser fangen ihre Beute, indem sie sich von einer Sitzstange stürzen, während sie noch in der Luft ist. Sobald ein Insekt gelandet ist, ignorieren sie es.

F: Wie bereiten sie ihre Nahrung zu, bevor sie sie essen?



A: Bevor sie ihre Mahlzeit verspeisen, entfernen Bienenfresser den Stachel, indem sie das Insekt wiederholt auf eine harte Oberfläche schlagen und reiben, um das meiste Gift herauszupressen.

F: Wo nisten sie?


A: Bienenfresser bilden Kolonien, indem sie in Höhlen nisten, die sie in die Seite von sandigen Ufern oder Flussrändern gegraben haben, die zusammengebrochen sind.


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