Entstehung und meteorologischer Verlauf
Der Tropensturm Barry entstand Anfang Juni 2007 im Golf von Mexiko und entwickelte sich verhältnismäßig rasch zu einem benannten tropischen Sturm. Er war der zweite atlantische benannte Sturm der atlantischen Hurrikansaison 2007. Barry zog in nordöstlicher Richtung und erreichte dabei Spitzenwindgeschwindigkeiten von etwa 95 km/h (60 mph). Die konvektive Aktivität war anfangs gut ausgeprägt, doch schließlich setzte Windscherung ein, die die meisten Gewitter vom Zentrum wegverlegte und zur schnellen Abschwächung des Sturms führte.
Der Sturm erreichte zuerst Land in der Nähe von Tampa Bay, Florida. Nach dem Landfall schwächte sich Barry rasch zu einem Resttief ab. Anschließend bewegte sich das System entlang der Ostküste der Vereinigten Staaten weiter nach Norden und wurde am 5. Juni von einem größeren außertropischen Sturmsystem erfasst und in dieses integriert.
Auswirkungen und Schäden
Obwohl Barry nicht zu einem starken Hurrikan heranreifte, brachte der Sturm verbreitet heftige Regenfälle und lokal stürmische Winde mit sich:
- In der kubanischen Provinz Pinar del Río führten starke Regenfälle zu Sachschäden: Drei Personen wurden verletzt und rund 55 Häuser erlitten Beschädigungen.
- In Florida fielen die Niederschläge besonders in Regionen, die zuvor unter einer Dürre gelitten hatten, womit der Regen teilweise willkommen war. Gleichwohl kam es zu gefährlichen Straßenverhältnissen: Überschwemmungen und nasse Straßen führten zu Verkehrsunfällen, bei denen zwei Menschen ums Leben kamen.
- Bei rauer See verunglückte ein Surfer in Pinellas County, Florida, tödlich.
- Positiv wirkte sich der Regen in Teilen Floridas und in Georgia auf die Waldbrandsituation aus: Feuerwehren konnten dank der Niederschläge besser gegen mehrere schlimme Waldbrände vorgehen.
Insgesamt blieben die materiellen Schäden durch Barry vergleichsweise gering; es gab keine größeren, flächendeckenden Zerstörungen wie bei stärkeren Hurrikanen.
Vorbereitungen, Antwort und Bilanz
Regionale Behörden und Wetterdienste hatten Warnungen herausgegeben und die Bevölkerung zu Vorsicht bei starken Regenfällen und gefährlichen Straßenverhältnissen aufgefordert. In den betroffenen Küstengebieten wurde vor gefährlicher Brandung und möglichen Überflutungen gewarnt.
Zusammenfassend ist Barry ein Beispiel für einen Sturm, der sich rasch entwickelte, aber wegen ungünstiger Umgebungsbedingungen (insbesondere Windscherung) nur begrenzte Stärke erreichte und nach dem Landfall schnell an Organisation verlor. Die größten Folgen waren örtliche Überschwemmungen, einige Todesfälle durch Unfälle und kleinere Sachschäden; zugleich brachte der Regen positive Effekte bei der Eindämmung von Waldbränden.


