Vugar Gashimov (Vüqar Həşimov) – aserbaidschanischer Schachgroßmeister (1986–2014)
Vugar Gashimov (1986–2014) – aserbaidschanischer Schachgroßmeister, mehrmaliger Landesmeister, Akropolis- und Cappelle-la-Grande-Sieger; herausragender Blitz- und Turnierspieler.
Vugar Gashimov (24. Juli 1986 – 11. Januar 2014) war ein führender Schachgroßmeister aus Aserbaidschan, der 2014 an einem Gehirntumor gestorben ist.
Leben und schachliche Entwicklung
Gashimov wurde in Baku geboren und entwickelte sich bereits in jungen Jahren zu einem der stärksten Schachspieler seines Landes. Er gehörte über Jahre hinweg zur Weltspitze und war bekannt für seine kreative, dynamische Spielweise sowie für exzellente Vorbereitung in der Eröffnung. Besonders im Schnell‑ und Blitzschach war er gefürchtet; auch im sehr kurzen Zeitformat (Kugelschach, 2/3 Minuten pro Seite) zeigte er großes Können.
Wettkampf‑Erfolge
Zu seinen wichtigsten Erfolgen zählen der Sieg beim Akropolis International in Athen (Akropolis) 2005 sowie die geteilten Siege beim großen Cappelle‑la‑Grande‑Open 2007 und 2008. Darüber hinaus war Gashimov vielfach erfolgreich in internationalen Opens und Rundenturnieren und ein beständiger Punktelieferant für die aserbaidschanische Nationalmannschaft bei Olympiaden und Mannschaftsmeisterschaften.
Charakteristika und Bedeutung
Gashimov zeichnete sich durch originelle Eröffnungsideen und taktische Durchschlagskraft aus. Seine Partien dienen bis heute als Anschauungsmaterial für dynamisches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Durch seine Leistungen und seine Persönlichkeit trug er wesentlich zur Popularität und zum Aufstieg des aserbaidschanischen Schachs auf der internationalen Bühne bei.
Krankheit und Vermächtnis
Nach der Diagnose eines Hirntumors suchte Gashimov medizinische Behandlung im In‑ und Ausland, verstarb jedoch Anfang 2014. Sein Tod löste große Anteilnahme in der Schachwelt aus. Zu seinem Gedenken wurde unter anderem das jährliche Gashimov Memorial in Şəmkir ins Leben gerufen, ein stark besetztes Einladungsturnier, das seine Bedeutung für das aserbaidschanische und internationale Schach weiter trägt.
Seine Partien und Eröffnungsideen werden weiterhin intensiv studiert; viele Schachspieler und Trainer betrachten Gashimov als inspirierendes Beispiel für kreatives, aggressives Schachspiel.
Mannschafts-Wettbewerbe
Gashimov spielte für Aserbaidschan in den Schacholympiaden von 2002, 2004, 2006 und 2008. Bei der europäischen Mannschaftsschachmeisterschaft 2009 in Novi Sad spielte er in der goldmedaillengewinnenden aserbaidschanischen Mannschaft an der Seite von Shakhriyar Mamedyarov, Teimour Radjabov, Rauf Mammadov und Gadir Guseinov. Im Jahr 2007 gewann er die Bronzemedaille.
Tod
Gashimov wurde in einem Krankenhaus in Heidelberg wegen eines Hirntumors behandelt und starb in der Nacht vom 11. Januar 2014.
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