Writ (gerichtliche Verfügung im Common Law): Definition, Arten & Anwendung
Writ (gerichtliche Verfügung): Definition, Arten & Anwendung – klare Erklärung, Beispiele, All Writs Act, Gerichtsbefugnisse und Praxis im Common Law für Juristen und Interessierte.
Im englischen Gewohnheitsrecht ist ein Schriftsatz eine formelle schriftliche Anordnung, die von einer Stelle mit administrativer oder gerichtlicher Zuständigkeit erlassen wird. Im modernen Sprachgebrauch ist dies im Allgemeinen ein Gericht. Schriften werden von Gerichten ausgestellt, die die Person, an die sie gerichtet sind, anweisen, etwas zu tun oder nicht zu tun. Schriften können auch verwendet werden, um andere Gerichte oder öffentliche Behörden anzuweisen, etwas zu tun oder zu unterlassen. Die Befugnis für ein Gericht, eine Verfügung zu erlassen, wird durch den All Writs Act erteilt, der ein Bundesgesetz der Vereinigten Staaten ist, das ursprünglich Teil des Judiciary Act von 1789 war.
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4 BilderDefinition und historische Herkunft
Ein Writ (deutsch häufig „gerichtliche Verfügung“ oder „Schriftsatz“ in der älteren Terminologie) ist eine formelle, schriftliche Anordnung eines Gerichts oder einer befugten Verwaltungsstelle. Die Wurzeln des Begriffs liegen im mittelalterlichen England, wo Könige und königliche Gerichte verbindliche Anordnungen in Form schriftlicher Urkunden erließen. Mit der Entwicklung des Common Law wurden bestimmte Standardformen von Writs (so genannte „prerogative writs“) etabliert, mit denen gerichtliche Kontrolle über Verwaltung und Untergerichte ausgeübt wurde.
Wichtige Arten von Writs (Beispiele)
- Habeas corpus – Anordnung zur Vorführung einer inhaftierten Person vor Gericht, damit die Rechtmäßigkeit der Haft überprüft wird; wichtigstes Mittel gegen rechtswidrige Freiheitsentziehung.
- Mandamus – Befehl an eine Behörde oder ein Amtsinhaber, eine gesetzliche Pflicht zu erfüllen.
- Prohibition – Anordnung eines höheren Gerichts an ein unteres Gericht, ein Verfahren oder eine Handlung zu unterlassen, weil dieses die eigene Zuständigkeit überschreitet.
- Certiorari – Bittgesuch an ein höheres Gericht, das Verfahren oder die Entscheidung eines unteren Gerichts zu überprüfen (in den USA vor allem bekannt als Mittel, mit dem der Supreme Court Fälle auswählt).
- Quo warranto – Aufforderung an eine Person, zu begründen, durch welches Recht oder Amt sie eine bestimmte öffentliche Stellung innehat; dient der Überprüfung von Amtsantritten.
- Injunction (Einstweilige Verfügung) – gerichtliches Gebot, eine bestimmte Handlung zu unterlassen oder vorzunehmen; technisch gesehen eine Form des equitable relief, wirkt jedoch wie ein Writ in seiner Verbindlichkeit.
Funktion und Anwendung
Writs dienen vor allem dazu, die Rechtsstaatlichkeit zu sichern, indem sie sicherstellen, dass Behörden und Gerichte innerhalb ihrer Zuständigkeiten handeln. Sie können sowohl individuelle Rechte schützen (z. B. Habeas corpus) als auch die Grenzen gerichtlicher und administrativer Macht wahren (z. B. Prohibition, Mandamus).
In modernen Rechtssystemen sind viele dieser Writs durch gesetzliche Regelungen ergänzt oder ersetzt worden; dennoch behalten sie oft eine wichtige Rolle, insbesondere wenn schnelle gerichtliche Abhilfe erforderlich ist oder wenn verfassungsrechtliche Grundfragen betroffen sind.
All Writs Act (USA)
Der in der ursprünglichen Passage erwähnte All Writs Act (heute codifiziert in 28 U.S.C. § 1651) erlaubt es US-Bundesgerichten, „alle nötigen und angemessenen“ Anordnungen zu erlassen, die zur Ausübung ihrer Zuständigkeit erforderlich sind. Wichtige Punkte:
- Der Act erweitert nicht die eigentliche gerichtliche Zuständigkeit; er erlaubt nur Hilfsmaßnahmen, um die Durchsetzung bestehender Zuständigkeiten zu sichern.
- Gerichte dürfen den Act nicht verwenden, um gesetzlich ausgeschlossene Rechtsbehelfe zu ersetzen oder verfassungsmäßige Grenzen zu überschreiten.
- In der Praxis wird der Act oft in Fällen zitiert, in denen eiliger gerichtlicher Schutz nötig ist, etwa zur Sicherung von Beweismitteln oder zur Verhinderung rechtswidriger Vollstreckungshandlungen.
Verfahren und Verfahrensvoraussetzungen
- Antragsberechtigung: In der Regel muss der Antragsteller ein rechtliches Interesse oder eine Betroffenheit darlegen.
- Subsidiarität: Häufig ist zu prüfen, ob es nicht bereits ein anderes effektives Rechtsmittel gibt; viele Gerichte verlangen, dass der gewöhnliche Rechtsweg erschöpft oder unzureichend ist.
- Eilbedürftigkeit: Manche Writs werden nur in dringenden Fällen erlassen, z. B. bei Freiheitsentzug oder drohendem sonstigem schweren Nachteil.
- Ermessen vs. Verpflichtung: Manche Writs werden grundsätzlich aufgrund eines Anspruchs erteilt (z. B. Habeas corpus), andere liegen im Ermessen des Gerichts (z. B. Certiorari vor dem Supreme Court der USA).
Unterschied zu einstweiligen Verfügungen und zivilrechtlichen Mitteln
Obwohl Begriffe wie „Injunction“ oder „einstweilige Verfügung“ praktisch einem Writ ähneln, gibt es Unterschiede in Herkunft und Zweck: Writs stammen aus dem Common Law und enthalten oft spezifische historische Formen und Voraussetzungen; injunctions sind ein Mittel des Equity-Rechts und konzentrieren sich auf die Verhinderung bzw. Anordnung bestimmter Handlungen. In vielen modernen Rechtsordnungen sind diese Kategorien aber verschmolzen oder werden parallel nebeneinander eingesetzt.
Internationale und nationale Beispiele
- Vereinigte Staaten: Breite Praxis von Writs, ergänzt durch den All Writs Act; Supreme Court verwendet certiorari zur Fallauswahl, Federal Courts nutzen mandamus, habeas corpus u. a.
- Vereinigtes Königreich: Tradition der prerogative writs, heute weitgehend in gerichtliche Prozeduren integriert; Judicial Review spielt eine ähnliche Rolle wie viele Writs.
- Indien: Verfassung verankert in Artikel 32 (Supreme Court) und Artikel 226 (High Courts) das Recht, writs wie Habeas corpus, Mandamus, Prohibition, Certiorari und Quo warranto zu erlassen — zentrales Instrument des Grundrechtsschutzes.
Praktische Hinweise
- Wer einen Writ beantragt, sollte die einschlägigen formalen Anforderungen und Fristen kennen sowie darlegen, warum andere Rechtsbehelfe unzureichend sind.
- Writs können weitreichende Folgen haben: sie binden die Adressaten unmittelbar und können – bei Nichtbefolgung – Zwangsmaßnahmen oder Sanktionen nach sich ziehen.
- Rechtsberatung ist in der Regel erforderlich, weil die Voraussetzungen, Risiken und strategischen Überlegungen komplex sein können.
Zusammenfassung
Writs sind formelle gerichtliche Anordnungen mit langer Tradition im Common Law. Sie sichern individuelle Rechte und die ordnungsgemäße Ausübung staatlicher Macht. Obwohl viele Writs heute durch moderne Verfahrensregeln und Gesetze ergänzt sind, bleiben sie als Instrumente schnellen und effektiven Rechtsschutzes in vielen Rechtsordnungen zentral.
Geschichte
In seiner frühesten Form war ein Schriftsatz einfach ein schriftlicher Befehl des englischen Königs an eine bestimmte Person, eine bestimmte Aktion durchzuführen. Zum Beispiel in der Feudalzeit eine militärische Vorladung des Königs an einen seiner Oberpächter, an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit mit seinen Rittern zum Kampf gekleidet zu erscheinen. Eine frühe Verwendung hat sich im Vereinigten Königreich erhalten. Auch in Kanada in einem Wahlschreiben. Dabei handelt es sich um einen schriftlichen Befehl, der im Namen des Monarchen (in Kanada der Generalgouverneur) an örtliche Beamte (Hohe Sheriffs aller Grafschaften im historischen Großbritannien) ausgegeben wurde, um eine allgemeine Wahl abzuhalten. Schriften wurden von den mittelalterlichen englischen Königen verwendet, um Personen ins Parlament zu laden.
Arten von Schriften
Es gab sehr viele Arten von Schriften. Einige der gebräuchlicheren Arten sind immer noch in Gebrauch:
- Schrift von Habeas corpus: Ein juristisches Dokument, das einer Person, die verhaftet wurde, befiehlt, vor Gericht zu erscheinen.
- Schrift von Mandamus: Damit wird eine Regierungsabteilung oder ein Beamter angewiesen, eine Maßnahme zu ergreifen.
- Schrift der Prohibition: Diese Verfügung weist eine öffentliche Behörde an, eine bestimmte Maßnahme nicht zu ergreifen. Gewöhnlich von Berufungsgerichten an untere Gerichte erlassen.
- Schrift von Certiorari (abgekürzt Cert.): Eine Art Schriftsatz, der von einem Berufungsgericht ausgestellt wird, um Fälle aus einem niedrigeren Gericht zu überprüfen.
- Schreiben eines Quo-Warrants: Eine Art Schriftstück, das dazu dient, die Rechtmäßigkeit einer Person anzufechten, die ein öffentliches Amt ausübt.
- Schriftstück von Coram nobis: Ein von einem Berufungsgericht an ein untergeordnetes Gericht erlassenes Schriftstück, um einen früheren Fehler zu korrigieren.
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Autor
AlegsaOnline.com Writ (gerichtliche Verfügung im Common Law): Definition, Arten & Anwendung Leandro Alegsa
URL: https://de.alegsaonline.com/art/109234
Quellen
- definitions.uslegal.com : "Writs Law & Legal Definition"
- constitution.findlaw.com : "Annotation 6 - Article III"
- definitions.uslegal.com : "Writ of Coram Nobis Law & Legal Definition"
