Emmanuel Jean-Michel Frédéric Macron CBE (französisch: [emanɥɛl makʁɔ̃]; geboren am 21. Dezember 1977 in Amiens) ist ein französischer Politiker, hoher Beamter und ehemaliger Investmentbanker. Macron ist der 25. und seit dem 14. Mai 2017 amtierender PräsidentFrankreichs. Er wird häufig als Sozialliberaler und zentristischer Politiker beschrieben.

Frühes Leben und Ausbildung

Macron entstammt einer bürgerlichen Familie in Amiens. Nach dem Schulbesuch studierte er unter anderem Philosophie und absolvierte später die École nationale d'administration (ENA), eine traditionelle Ausbildungsstätte für Spitzenbeamte in Frankreich. Vor seinem Eintritt in die Politik arbeitete er als hoher Beamter im französischen Finanzministerium.

Berufliche Laufbahn

Vor seiner politischen Karriere war Macron als Beamter in der Wirtschaftsverwaltung tätig. Anschließend wechselte er in die Privatwirtschaft und arbeitete als Investmentbanker bei Rothschild & Cie, wo er an bedeutenden Finanztransaktionen beteiligt war. Diese Kombination aus öffentlichem Dienst und Bankerfahrung prägte sein wirtschafts- und reformorientiertes Profil.

Politische Laufbahn bis zur Präsidentschaft

Von 2006 bis 2009 war Macron Mitglied der Sozialistischen Partei (PS). Unter der ersten Regierung von François Hollande wurde er 2012 zum stellvertretenden Generalsekretär ernannt. 2014 trat er als Minister für Wirtschaft, Industrie und digitale Angelegenheiten in die zweite Regierung von Manuel Valls ein; in diesem Amt setzte er vor allem unternehmensfreundliche und wirtschaftsliberale Reformen durch, die auf Wettbewerbsförderung und Deregulierung zielten.

Im August 2016 trat Macron von seinem Ministeramt zurück, um sich auf die Präsidentschaftsbewerbung vorzubereiten. Er hatte im April 2016 die Bewegung En Marche! gegründet und erklärte im November 2016 seine Kandidatur; . . Bei der Präsidentschaftswahl 2017 gewann Macron den zweiten Wahlgang am 7. Mai 2017 gegen Marine Le Pen mit etwa 66 % der Stimmen. Mit 39 Jahren war er bei Amtsantritt der jüngste Präsident in der Geschichte der Fünften Republik und das jüngste französische Staatsoberhaupt seit Napoléon III.

Präsidentschaft und Wiederwahl

In seiner ersten Amtszeit (2017–2022) verfolgte Macron eine Politik, die wirtschaftsliberale Reformen, europäische Integration und eine aktivere Außenpolitik verbinden sollte. Zu den markanten innenpolitischen Maßnahmen zählen Reformen des Arbeitsrechts, Maßnahmen zur Unternehmensförderung und die sogenannte Loi Pacte (Gesetz zur Transformation und Stärkung von Unternehmen) in seinem Amtszeitrahmen. Seine Politik stieß teils auf starken Widerstand: Die Protestbewegung der Gilets Jaunes (»Gelbwesten«) ab 2018/2019 sowie wiederkehrende Streiks und Demonstrationen zeigten die soziale Polarisierung.

Macron wurde 2022 zur zweiten Amtszeit wiedergewählt; im zweiten Wahlgang setzte er sich erneut gegen Marine Le Pen durch und erhielt rund 58,6 % der Stimmen. In seiner zweiten Amtszeit setzte er unter anderem die umstrittene Rentenreform durch, die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters beinhaltete und 2023 teils ohne Zustimmung der Nationalversammlung per Artikel 49.3 des französischen Grundgesetzes verabschiedet wurde — ein Vorgang, der intensive öffentliche Debatten und Proteste auslöste.

Innen- und Außenpolitik

  • Innenpolitik: Macron verfolgt ein Profil, das wirtschaftliche Liberalisierung mit sozialliberalen Elementen verbinden will. Kritiker werfen ihm vor, zu stark die Interessen von Unternehmen und Wohlhabenden zu vertreten; Unterstützer betonen Modernisierung und Reformbedarf der französischen Wirtschaft.
  • Außenpolitik: Er gilt als überzeugter Europäer und Verfechter einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit. Nach der russischen Invasion in die Ukraine 2022 unterstützte Frankreich zusammen mit seinen europäischen Partnern Sanktionen gegen Russland und Wiederaufbauhilfe für die Ukraine; Macron betonte zugleich die Bedeutung europäischer strategischer Autonomie in Sicherheitsfragen.

Wahrnehmung und Kontroversen

Macrons Amtsführung ist von starken Schwankungen in der öffentlichen Zustimmung begleitet worden. Er wird von einigen als «Präsident der Reformen» gelobt, von anderen als »Präsident der Reichen« kritisiert. Seine oft als pragmatisch beschriebene Politik, die Nähe zu Wirtschaftsinteressen und die Verwendung parlamentarischer Instrumente wie Artikel 49.3 zur Durchsetzung von Gesetzen haben wiederholt politische Debatten und Proteste ausgelöst.

Privatleben

Macron ist mit Brigitte Macron (geb. Trogneux) verheiratet; sie heirateten 2007. Brigitte war zuvor seine Lehrerin und ist seitdem eine prominente Persönlichkeit als First Lady mit besonderer Aufmerksamkeit in Medien und Öffentlichkeit. Macron hat keine leiblichen Kinder; Brigitte brachte Kinder aus einer früheren Ehe mit.

Insgesamt bleibt Emmanuel Macron eine prägende Gestalt der jüngeren französischen Politik: Er verkörpert eine zentristische, pro-europäische und reformorientierte Ausrichtung, steht zugleich aber vor anhaltenden gesellschaftlichen Spannungen und Widerständen gegen seinen Modernisierungsansatz.