Sir Francis Galton FRS (Birmingham, 16. Februar 1822 - Surrey, 17. Januar 1911), ein Halbvetter von Charles Darwin, war ein englischer Wissenschaftler. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Humanbiologie und die Vererbung geistiger Eigenschaften.
Galton war ein Universalgelehrter: Anthropologe, Eugeniker, Tropenforscher, Geograph, Erfinder, Meteorologe, Proto-Genetiker, Psychometriker und Statistiker. Er wurde 1909 zum Ritter geschlagen.
Galton produziert über 340 Papiere und Bücher in seinem Leben. Er schuf die statistischen Konzepte der Normalverteilung, Korrelation und Regression zum Mittelwert. Er war der erste, der statistische Methoden zur Untersuchung menschlicher Unterschiede und der Vererbung von Intelligenz anwandte.
Er war die erste Person, die Zwillingsstudien durchführte. Seine Methode bestand darin, Zwillinge durch ihre Lebensgeschichte zu verfolgen und dabei viele Arten von Messungen vorzunehmen. Obwohl er über eineiige (eineiige Zwillinge) und zweieiige Zwillinge Bescheid wusste, erkannte er leider nicht den wirklichen genetischen Unterschied. Zwillingsstudien der modernen Art erschienen erst in den 1920er Jahren.
Er führte auch die Verwendung von Fragebögen und Umfragen zur Sammlung von Daten über menschliche Gemeinschaften ein. Er benötigte solche Daten für genealogische und biographische Werke und für seine anthropometrischen Studien. Er war ein Pionier der Eugenik und prägte den Begriff selbst und den Ausdruck "Natur versus Erziehung". Als Erforscher des menschlichen Geistes begründete er die Psychometrie (die Wissenschaft von der Messung geistiger Fähigkeiten) und die Differentialpsychologie.
Galton schuf eine Methode zur Klassifizierung von Fingerabdrücken, die sich in der forensischen Wissenschaft als nützlich erwies. Als Initiator der wissenschaftlichen Meteorologie entwarf er die erste Wetterkarte, schlug eine Theorie der Antizyklonen vor und erstellte als erster eine vollständige Aufzeichnung kurzfristiger Klimaphänomene im europäischen Maßstab. Er erfand auch die Galton-Pfeife zum Testen des differentiellen Hörvermögens.