John Dowland (geboren 1563; begraben am 20. Februar 1626) war ein englischer Komponist und Lautenist. Er ist vor allem für einige wunderschöne Lieder bekannt, die eine ausgeprägte melancholische Empfindung ausdrücken, etwa "Come, heavy sleep", "Come Again, Sweet Love" und "Flow my tears". Seine Instrumentalmusik, namentlich die für Laute und für Gambenconsorts geschriebenen Stücke, erfuhr im 20. Jahrhundert eine breite Wiederentdeckung und gehört heute zum Standardrepertoire der Alten-Musik-Szene.

Biografie

Über Dowlands frühe Jahre ist nicht viel Sicheres überliefert; er wurde wahrscheinlich in England geboren und wird zumeist mit dem Jahr 1563 angegeben. Seine musikalische Ausbildung und seine frühen Stationen sind nur bruchstückhaft dokumentiert. Bekannt ist, dass er viel reiste und zeitweise im Ausland tätig war: Dowland hielt sich in verschiedenen europäischen Städten auf und suchte um Hofstellen, unter anderem am englischen Hof von Königin Elisabeth I., wo er aber zunächst keine dauerhafte Anstellung erhielt. Ende des 16. Jahrhunderts nahm er eine Hofstelle in Dänemark an, wo er mehrere Jahre als Musiker am Hof von Christian IV. wirkte. Später kehrte er nach England zurück und erhielt schließlich 1612 eine Anstellung am Hof von Jakob I., womit seine künstlerische Stellung in England gesichert war. Er starb 1626 und wurde am 20. Februar jenes Jahres bestattet.

Werk und Bedeutung

Dowland komponierte vor allem Vokalmusik mit Lautenbegleitung (sogenannte "lute songs" oder "ayres"), Sololautenstücke sowie Musik für Gambenconsort. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehören die Liederbücher, mit denen er große Verbreitung fand, sowie die vertraute Sammlung Lachrimae, or Seaven Teares (1604), in der er das berühmte Thema von "Flow my tears" in mehreren Instrumentalvarianten und als Grundlage für Pavans und Galliarden verwendete. Seine Stücke zeichnen sich durch kunstvolle Melodieführung, dichte Harmonisierung und eine intensive Wortausdeutung aus.

Stil

Dowlands Musik ist stark von der damals populären Melancholieästhetik geprägt: Ruhe, Sehnsucht, Trauer und introspektive Melodik finden sich in vielen Kompositionen. Stilistisch verbindet er vokale Ausdruckskraft mit virtuoser, oft reich verzierter Lautenbegleitung. In seinen Ensemblewerken (Consortmusik) zeigt sich darüber hinaus eine feine kontrapunktische Kunstfertigkeit. Seine Lieder sind sprachlich sensibel gesetzt und nutzen die Möglichkeiten der Lautenbegleitung sowohl zur Begleitung als auch zur inneren Kommentierung des Textes.

Rezeption und Nachwirkung

Nach seinem Tod geriet Dowlands Werk zeitweilig in Vergessenheit, wurde aber seit dem 20. Jahrhundert im Zuge der historischen Aufführungspraxis wieder intensiv gepflegt. Bedeutende Musikerinnen und Musiker und Musikwissenschaftler trugen zur Wiederbelebung bei, darunter Lutenisten und Interpretinnen wie Diana Poulton, Jakob Lindberg sowie Gitarristen und Arrangeure, die seine Stücke in modernen Fassungen präsentierten. Heute werden Dowlands Lieder und Lautenstücke regelmäßig auf historischen Instrumenten und in zeitgenössischen Bearbeitungen aufgeführt und aufgenommen.

Auswahl bekannter Werke

  • Flow my tears – bekanntes Lied (später auch Instrumental-Pavane: "Lachrimae")
  • Come Again, Sweet Love – populäres Lautenlied
  • Come, heavy sleep – lyrisch-melancholisches Lied
  • Lachrimae, or Seaven Teares (1604) – Sammlung für Gambenconsort und Laute
  • Verschiedene Lauten Solostücke, Pavanen und Galliarden

Dowland bleibt eine Schlüsselfigur der englischen Renaissance-Musik: Seine Verbindung von Gefühlstiefe, formaler Klarheit und handwerklicher Meisterschaft macht ihn bis heute zu einem zentralen Komponisten für Interpreten der Alten Musik wie auch für Hörer, die die intime Klangwelt von Laute und Gesang schätzen.