Klaus Wowereit (geboren am 1. Oktober 1953) ist ein deutscher Politiker (SPD) aus Berlin. Von 2001 bis 2014 war er Regierender Bürgermeister der SPD von Berlin. Wowereit gewann die Wahl 2001 mit der SPD und erreichte 31,4 Prozent der Stimmen; danach bildete er eine Koalitionsregierung mit der Linkspartei.PDS, was bundesweit für Aufmerksamkeit sorgte. In den Jahren 2001/02 war er Präsident des Bundesrates.

Amtszeit und politische Schwerpunkte

Während seiner mehr als zwölfjährigen Amtszeit setzte Wowereit Schwerpunkte in den Bereichen Stadtentwicklung, Kulturförderung und Wirtschaftsförderung. Berlin erlebte in dieser Zeit signifikante Modernisierungsprojekte, wachsenden Tourismussektor und verstärkte Bemühungen um internationale Ansiedlungen. Gleichzeitig stand seine Amtszeit auch unter öffentlicher Kritik, unter anderem wegen Haushaltsproblemen des Landes Berlin und großer Infrastrukturprojekte, die sich verzögerten oder erhebliche Kostenüberschreitungen verursachten.

Bei der Wahl 2006 wurde Wowereit erneut zum Regierenden Bürgermeister gewählt und setzte die Koalition fort. Innerhalb der SPD unterstützte er zwischenzeitlich den Parteifreund Kurt Beck als "SPD-Kanzlerkandidaten" für das Amt des Bundeskanzlers. In der Zeit nach 2006 gab es immer wieder Diskussionen darüber, ob Wowereit selbst für höhere Ämter kandidieren sollte; die Unterstützung dafür ging jedoch zurück, nicht zuletzt nachdem er sich entschieden hatte, nach der Wahl 2006 in Koalition mit Die Linke zu bleiben.

Rücktritt und Vermächtnis

2014 kündigte Wowereit seinen Rückzug von der Spitze der Berliner Politik an und schied noch im selben Jahr aus dem Amt des Regierenden Bürgermeisters aus. Sein Rücktritt wurde unter anderem mit den langwierigen Problemen beim Bau des Flughafens Berlin Brandenburg (BER) und der damit verbundenen politischen Belastung in Verbindung gebracht. Die Bilanz seiner Amtszeit wird unterschiedlich bewertet: Einerseits steht die Stabilisierung und kulturelle Profilierung Berlins, andererseits die Kritik an Finanzierungs- und Infrastrukturproblemen.

Privates

Er ist offen schwul. Bekannt wurde sein öffentliches Coming-out Anfang der 2000er Jahre mit dem berühmten Satz „Ich bin schwul — und das ist auch gut so“, der weithin als wichtiges Signal für die Sichtbarkeit und Akzeptanz von LGBTI-Personen in der Politik wahrgenommen wurde.

Wichtige Stationen (Auswahl)

  • Geboren: 1. Oktober 1953 in Berlin
  • Regierender Bürgermeister von Berlin: 2001–2014
  • Präsident des Bundesrates: 2001/2002
  • Bekanntes öffentliches Coming-out und langjährige Rolle als prominenter Politiker der SPD

Wowereits Wirken hat die politische und kulturelle Entwicklung Berlins nachhaltig mitgeprägt und bleibt Gegenstand politischer Bewertungen und Debatten.