Robert Bruce "Rob" Ford (28. Mai 1969 - 22. März 2016) war ein kanadischer Politiker und Geschäftsmann. Er war der vierundsechzigste Bürgermeister von Toronto, Ontario, Kanada.
Bevor er zum Bürgermeister gewählt wurde, war Ford Stadtrat. Bei den Kommunalwahlen 2000 in Toronto wurde er erstmals in den Stadtrat gewählt. Er wurde zweimal in seinen Ratssitz wiedergewählt. Ford wurde bei den Bürgermeisterwahlen 2010 zum Bürgermeister gewählt und trat sein Amt im Dezember 2010 an.
Am 10. September 2014 wurde Ford in das Humble River Hospital in North York, Ontario, Kanada, gebracht. Ford hatte zuvor 3 Monate lang starke Bauchschmerzen erlitten. Es stellte sich heraus, dass Ford einen Abdominaltumor erlitt. Nachdem er ins Krankenhaus gebracht worden war, kündigte Ford an, dass er nicht als Bürgermeister kandidieren werde, sondern für seinen alten Sitz im Stadtrat. Die Amtszeit von Ford als Bürgermeister endete, als John Tory am 1. Dezember 2014 die Nachfolge von Ford als Bürgermeister antrat.
Am 17. September 2014 wurde bekannt gegeben, dass Ford ein Liposarkom hat.
Ford diente vom 1. Dezember 2014 bis zu seinem Tod als Stadtrat von Toronto für Etobicoke North (Ward 2).
Hintergrund und Familie
Rob Ford wurde in Etobicoke (heute Teil von Toronto) geboren und wuchs in einer Unternehmerfamilie auf. Die Familie betrieb das Etikettenunternehmen Deco Labels and Tags, in dem Ford vor seiner politischen Karriere mitarbeitete. Sein Bruder Doug Ford ist ebenfalls politisch aktiv und wurde später Premier von Ontario.
Politische Ausrichtung und Programm
- Populärer Stil: Ford war für seinen direkten, volksnahen Stil bekannt. Er trat als Außenseiter an, der sich gegen die politische Klasse stellte.
- Haushalts- und Sparpolitik: Sein Wahlkampf 2010 stand unter dem Motto, die Ausgaben der Stadt zu kürzen, Steuern nicht zu erhöhen und "Verschwendung" in der Stadtverwaltung zu bekämpfen.
- Verkehrs- und Infrastrukturfragen: Ford sprach sich wiederholt für den Ausbau von U-Bahn-Verbindungen aus und war ein Kritiker bestimmter städtischer Transitprojekte mit Schwerpunkt auf oberirdischen Straßenbahnen und LRT.
Amtszeit als Bürgermeister (2010–2014)
Als Bürgermeister verfolgte Ford eine Politik, die viele Kürzungen und Einsparungen im städtischen Haushalt anstrebte. Seine Maßnahmen und Vorschläge stießen teils auf Zustimmung bei Wählern, die niedrigere Ausgaben und geringere Steuern forderten, teilweise jedoch auch auf Widerstand im Stadtrat und in der Öffentlichkeit, vor allem von Vertretern von Kunst-, Sozial- und Kulturprojekten, die Einschnitte befürchteten.
Während seiner Amtszeit kam es immer wieder zu Spannungen mit anderen Ratsmitgliedern. Im November 2013 entzündete sich die Lage weiter, als der Stadtrat beschloss, Ford bestimmte Exekutivbefugnisse zu entziehen und einige Aufgaben des Bürgermeisteramts neu zu verteilen — ein Schritt, der in der Folge international Beachtung fand.
Kontroversen
Ford war eine stark polarisierende Figur. Sein Verhalten und persönliche Probleme führten wiederholt zu öffentlichen Diskussionen:
- 2013 und in den folgenden Jahren erregten Medienberichte und ein Video, das ihn beim Konsum einer als Crack identifizierten Substanz zeigte, erhebliche Aufmerksamkeit und Kritik. Diese Veröffentlichungen führten zu intensiven medialen Debatten und polizeilichen Ermittlungen.
- Ford gab später zu, in der Vergangenheit Alkohol- und Drogenprobleme gehabt zu haben; seine öffentliche Darstellung und sein Umgang mit den Vorwürfen wechselten im Zeitverlauf und sorgten für fortdauernde Kontroversen.
Erkrankung, Rückzug als Bürgermeister und Rückkehr in den Stadtrat
Nach der Diagnose eines abdominalen Tumors im September 2014 kündigte Ford an, nicht erneut für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Stattdessen kandidierte er für seinen bisherigen Sitz im Stadtrat von Etobicoke North und wurde dort erneut gewählt. Die Krankheit stellte sich als Liposarkom heraus; Ford unterzog sich Behandlungen, kehrte jedoch weiterhin in die politische Arbeit zurück, soweit es sein Gesundheitszustand zuließ.
Tod und Vermächtnis
Rob Ford verstarb am 22. März 2016 im Alter von 46 Jahren an den Folgen seines Krebsleidens. Sein Tod löste zahlreiche Reaktionen aus: Unterstützer erinnerten an seine direkte Ansprache, seinen Einsatz für Kostendisziplin und seine Nähe zu Teilen der Bevölkerung Torontos; Kritiker hoben die Belastungen durch persönliche Skandale und die daraus resultierenden politischen Spannungen hervor. Unzweifelhaft prägte Ford das politische Leben in Toronto in den frühen 2010er-Jahren nachhaltig und hinterließ ein gespaltenes öffentliches Bild.