Warren William Zevon (24. Januar 1947 – 7. September 2003) war ein amerikanischer Rocksänger, Liedermacher und Musiker. Geboren in Chicago, Illinois, machte er sich einen Namen durch seine oft schrägen, schwarzen und satirischen Texte, in denen er skurrile Figuren, persönliche Abgründe und politische Themen verknüpfte. Zevon kombinierte scharfen Witz mit literarischem Erzählen; viele seiner Lieder sind zugleich humorvoll und kritisch.

Zu den Musikern, die Zevon offen bewunderten oder mit ihm zusammenarbeiteten, gehören Jackson Browne, Bruce Springsteen, Bob Dylan und Neil Young. Zu seinen bekanntesten Songs gehören "Werewolves of London", "Lawyers, Guns and Money", "Roland the Headless Thompson Gunner" und "Johnny Strikes Up The Band". All diese Lieder stammen aus seinem dritten und kommerziell erfolgreichsten Album: Erregbarer Junge (Originaltitel: Excitable Boy, 1978). Viele seiner Songs wurden von anderen Künstlern aufgenommen oder zu Hits gemacht, darunter "Poor Poor Pitiful Me" (ein Top‑40-Erfolg von Linda Ronstadt), "Accidentally Like a Martyr", "Mohammed's Radio", "Carmelita" und "Hasten Down the Wind".

Musikalischer Stil und Themen

Zevons Stil mischte Rock, Folk und Country-Elemente mit lakonischen, oft morbid‑humorigen Texten. Er erzählte häufig Geschichten aus der Perspektive von Außenseitern, verlorenen Charakteren oder historischen Figuren. Politische und zeitgeschichtliche Anspielungen ebenso wie Ironie und Sarkasmus zählen zu seinen Markenzeichen. Seine Songs sind dramaturgisch dicht und legen viel Gewicht auf Erzählung und sprachliche Bilder.

Karriere und Zusammenarbeit

Von den 1960er‑Jahren an arbeitete Zevon als Songwriter, Session‑Musiker und Begleiter für andere Künstler, bevor er als Solokünstler größere Aufmerksamkeit erhielt. Er schrieb Songs, die von Kollegen gecovert wurden, und trat oft als Gastmusiker auf. Seine Freundschaft mit Künstlern wie Jackson Browne und Auftritte in populären Fernsehshows trugen maßgeblich zu seinem Bekanntheitsgrad bei. Zevon war ein gern gesehener Gast in den Sendungen Late Night mit David Letterman und der Late Show mit David Letterman; Letterman trat später gemeinsam mit Zevon bei dem Song "Hit Somebody! (The Hockey Song)" zusammen mit Paul Shaffer und Mitgliedern des CBS-Orchesters auf.

Privatleben, Probleme und Tod

Zevon führte ein wechselvolles Privatleben. Er durchlebte Scheidung, kämpfte mit Alkoholproblemen und berichtete in Interviews offen über frühere Selbstmordversuche. Außerdem litt er an Misstrauen gegenüber Ärzten, was dazu führte, dass er medizinische Hilfe lange hinauszögerte. Ende 2002 wurde bei ihm ein fortgeschrittener, unheilbarer Krebs (Mesotheliom) diagnostiziert. Trotz der Erkrankung arbeitete er weiter: Er nahm noch einmal im Studio auf und veröffentlichte sein letztes Album The Wind, an dem zahlreiche Musiker als Gäste mitwirkten. Das Album erschien kurz vor beziehungsweise nach seinem Tod und erhielt posthum große Anerkennung.

Vermächtnis

Warren Zevon gilt als eine der einflussreichsten Figuren des US‑Rock‑Songwritings: geschätzt für seine pointierten Geschichten, seinen schwarzen Humor und seine dichterische Herangehensweise an Pop‑Songs. Nach seinem Tod ehrten Kollegen und Fans sein Werk in Tributen, Cover‑Alben und Dokumentationen. Seine Songs bleiben fester Bestandteil des Rock‑Kanons und werden weiterhin gecovert und neu entdeckt.

Wichtige Titel (Auswahl):

  • "Werewolves of London"
  • "Lawyers, Guns and Money"
  • "Roland the Headless Thompson Gunner"
  • "Johnny Strikes Up The Band"
  • "Poor Poor Pitiful Me" (bekannt durch Linda Ronstadt)

Zevons Mischung aus literarischem Erzählen, schwarzem Humor und musikalischer Handwerkskunst macht ihn bis heute zu einer Referenz für Songwriter, die komplexe Geschichten in zugängliche Rock‑ und Folk‑Formen bringen wollen.