Libysche Ereignisse
Im Februar 2011 brach in Libyen ein Bürgerkrieg aus. Es begann eine Rebellion gegen Muammar al-Gaddafi und seine Regierung. Wenige Wochen später kam der US-Gesandte Chris Stevens per Frachtschiff nach Benghazi, der zweitgrößten Stadt Libyens. Er traf am 5. April ein. Im August wurde Gaddafi aus der Hauptstadt Tripolis vertrieben. Am 20. Oktober 2011 wurde Gaddafi getötet. Chris Stevens wurde im Mai 2012 zum Botschafter in Libyen ernannt. Er sollte in Tripolis stationiert werden. Sicherheitsbeamte, die für die US-Regierung arbeiteten, warnten, dass sie mehr Sicherheit bräuchten, wurden aber abgewiesen.
Am 9. September traf Stevens in Benghazi mit Führern islamischer Milizen zusammen. Sie warnten davor, dass es in Benghazi Drohungen von Extremisten gegen Amerikaner gegeben habe. Sie sagten dem Botschafter auch, er und seine Gruppe sollten "so bald wie möglich" abreisen. Sie sagten aber auch, dass sie amerikanische Investitionen in Libyen wollen. Sie fragten, wie schnell Benghazi einen McDonald's und einen KFC bekommen könne.
Tag des Angriffs
Am 11. September, mehrere Stunden vor Beginn des Angriffs, sandte Stevens eine Nachricht an das Außenministerium, in der er vor einer Verschlimmerung der Situation warnte. Später sagte Außenministerin Hillary Clinton, sie wisse nicht, was zu diesem Zeitpunkt geschah. Sie begründete dies damit, dass das Auswärtige Amt mehr als eine Million Nachrichten pro Jahr erhält. Nachdem der Angriff begonnen hatte, machte sich ein Rettungsteam (die so genannte In-extremis Force des Kommandeurs) bereit. Aber der Botschafter war tot, bevor das Team bereit war, Italien zu verlassen. Nach dem Angriff wurden 30 oder mehr Amerikaner aus Benghazi evakuiert.
CIA in Benghazi
Auf der CIA-Basis in Benghazi, etwa eine Meile vom Konsulat entfernt, waren fünf US-Kommandos stationiert. Sie hörten den Beginn des Angriffs und machten sich bereit, den Botschafter zu retten. Aber sie sagten später, dass der Chef der CIA-Station sie an der Abreise hinderte und ihnen sagte, sie sollten bei der CIA bleiben. Sie erhielten auch einen Funkspruch vom Konsulat: "Wenn ihr Jungs nicht hierher kommt, werden wir sterben! Die CIA erklärte später, dass sie versuchten, die libyschen Milizen vor Ort dazu zu bewegen, dem Konsulat zu helfen. Sie sagten aber auch, dass sie die Kommandotruppen nicht daran hinderten, die Konsulatsmitglieder zu retten.
Nach dem Angriff
Amerikanische Truppen und Strafverfolgungsbehörden nahmen Ahmed Abu Khattala am 15. Juni 2014 gefangen. Er ist der mutmaßliche Rädelsführer der Gruppe, die den Angriff ausgeführt hat. Auch gegen andere Verdächtige wurden versiegelte Anklagen erhoben.
Am 8. Mai 2014 wurde der Sonderausschuss des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten zu Benghazi gebildet, um den Angriff auf Benghazi im Jahr 2012 zu untersuchen. Vorsitzender des Ausschusses ist der Abgeordnete Trey Gowdy aus South Carolina.