Der Gewöhnliche Wombat, Vombatus ursinus, ist eine von drei Wombatarten, die in Australien leben. Man findet ihn in den Bergen und Hügeln im Südosten Australiens, in Tasmanien und auf Flinders Island in der Bass Strait. Sie sehen aus wie ein kleiner Bär, was der Name ursinus bedeutet. Es handelt sich um ein Beuteltier, eine Säugetierart, die ihre Jungen in einem Beutel trug. Es ist das größte pflanzenfressende Säugetier der Welt, das sich in den Höhlen eingräbt. Sein nächster lebender Verwandter ist der Koala.
Merkmale
Gewöhnliche Wombats sind kompakte, stämmige Tiere mit kurzem, dichtem Fell, das je nach Region von graubraun bis schwarz variieren kann. Erwachsene erreichen eine Körperlänge von etwa 70–120 cm und ein Gewicht zwischen ungefähr 20 und 35 kg (regional schwankend, in Tasmanien tendenziell größer). Der Kopf ist breit mit kräftigen Backenmuskeln, die beim Zerkleinern zäher Pflanzen nützlich sind. Die Schneidezähne wachsen kontinuierlich – ähnlich wie bei Nagetieren – und passen sich so an das dauerhafte Abnützen durch harte, faserige Nahrung an.
Lebensraum
Gewöhnliche Wombats besiedeln offene Wälder, Grasländer, Buschland und Bergregionen im Südosten Australiens sowie Tasmania und einige Inseln. Sie graben umfangreiche Baue mit mehreren Eingängen, Tunneln und Ruhekammern, die als Zuflucht vor Fressfeinden und extremen Witterungsbedingungen dienen. Diese Baue können über Jahre genutzt und von mehreren Tieren hintereinander bewohnt werden.
Verhalten
Wombats sind überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv (nocturnal bzw. crepuscular). Tagsüber ruhen sie meist in ihren Bauen. Sie sind überwiegend einzelgängerisch, ihre Reviere können jedoch überlappen; gelegentlich teilen mehrere Tiere denselben Bau. Zur Verteidigung gegen Eindringlinge oder Feinde nutzen sie ihren massigen Körper und den harten, knorpeligen Hinterteil – bei Gefahr stecken sie sich in den Bau und verschließen den Eingang mit dem Rücken. Ihre Fortbewegung ist relativ langsam, doch beim Graben oder bei Flucht können sie überraschend schnell werden.
Ernährung und Verdauung
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern, Wurzeln, Kräutern und gelegentlich Rinde oder Knollen, besonders in Trockenzeiten. Wombats haben einen sehr langsamen Stoffwechsel und eine lange Verweildauer der Nahrung im Verdauungstrakt, was ihnen erlaubt, auch nährstoffarme Kost effizient zu verwerten. Bekannt sind sie auch für ihre würfelförmigen Kotstücke, mit denen sie Reviere markieren — ein ungewöhnliches Merkmal, das oft erwähnt wird.
Fortpflanzung
Die Trächtigkeitsdauer beträgt beim Gewöhnlichen Wombat nur wenige Wochen (typisch etwa 20–30 Tage). Das neugeborene, winzige Jungtier kriecht unmittelbar nach der Geburt in den Beutel der Mutter, der nach hinten geöffnet ist (eine Anpassung, die verhindert, dass sich bei Grabarbeiten Erde in den Beutel füllt). Das Jungtier verbleibt mehrere Monate im Beutel (gewöhnlich etwa 5–7 Monate) und danach noch einige Zeit in der Nähe der Mutter, bis es selbstständig wird. Geschlechtsreife tritt meist mit etwa zwei Jahren ein. In freier Wildbahn können Wombats über ein Jahrzehnt alt werden; in Gefangenschaft auch älter.
Feinde, Gefährdungen und Schutz
Natürliche Fressfeinde sind vor allem junge Tiere; adulte Wombats können durch ihre Verteidigungsstrategien vielen Räubern trotzen. Größere Bedrohungen sind menschliche Faktoren: Lebensraumverlust durch Landnutzung, Verkehrsunfälle, eingeführte Räuber wie Füchse (vor allem für Jungtiere) sowie Krankheiten wie Sarcoptes-Räude (Sarcoptes scabiei), die lokale Populationen stark dezimieren kann. In einigen Regionen gibt es Schutzmaßnahmen wie geschützte Gebiete, Behandlung kranker Tiere, Verkehrsschutzmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit. Insgesamt gilt der Gewöhnliche Wombat in vielen Gebieten nicht als unmittelbar stark gefährdet, doch lokale Populationen können ernsthafte Probleme aufweisen.
Besonderheiten und Beobachtung
Wombats sind wegen ihrer ruhigen, aber eigenwilligen Art beliebt bei Naturliebhabern. Wer Wombats in freier Natur beobachten möchte, sollte respektvollen Abstand halten, Wege nicht verlassen und nachts vorsichtig fahren (Autounfälle mit Wombats sind eine häufige Gefährdung). Informationen und Schutzprojekte finden sich häufig in regionalen Naturschutzorganisationen und Schutzgebieten.


