Alligatoren und Kaimane bilden die zweitgrößte Familie der Krokodile, die Alligatoridae. Heute gibt es vier extante Gattungen und insgesamt acht bekannte, heute lebende Arten dieser Familie. Die kleinen bis sehr großen Vertreter unterscheiden sich deutlich in Körperbau, Schnauzenform und Lebensraum.
Arten und Systematik
Die Familie Alligatoridae gliedert sich grob in zwei Untergruppen: die Alligatoren (unter anderem die Gattung Alligator) und die Kaimane (Gattungen wie Caiman, Melanosuchus, Paleosuchus). Zu den heute lebenden Arten gehören unter anderem:
- Alligator: Alligator mississippiensis (Amerikanischer Alligator), Alligator sinensis (Chinesischer Alligator)
- Caiman: z. B. Brillenkaiman (Caiman crocodilus), Breitnasenkaiman (Caiman latirostris), Yacare-Kaiman (Caiman yacare)
- Melanosuchus: Schwarzer Kaiman (Melanosuchus niger)
- Paleosuchus: Zwergkaimane wie Paleosuchus palpebrosus und Paleosuchus trigonatus
Größe und äußere Merkmale
Die Körpergröße variiert stark zwischen den Arten:
- Chinesischer Alligator (Alligator sinensis): meist klein, gewöhnlich etwa 1,2–1,6 m.
- Amerikanischer Alligator (A. mississippiensis): adulte Tiere werden typischerweise 3–4 m, männl. Exemplare oft größer; in Einzelfällen wurden Längen bis etwa 5,79 m berichtet.
- Kaimane: Zwergkaimane (Gattung Paleosuchus) bleiben meist unter 2 m, Brillen- und Breitnasenkaimane erreichen oft 1,5–2,5 m, Yacare- und größere Kaimane bis 3–4 m. Der Schwarze Kaiman (Melanosuchus niger) kann besonders groß werden; Meldungen reichen bis etwa 6 m, verlässlichere Angaben liegen meist etwas darunter.
Typische Merkmale der Alligatoridae sind ein breiter Kopf, kräftiger Körper und stark gepanzerte Rückenplatten (Osteoderm). Ein bekanntes Unterscheidungsmerkmal zu manchen anderen Krokodilen ist, dass bei Alligatoriden beim geschlossenen Maul die unteren Eckzähne weniger sichtbar sind als bei echten Krokodilen.
Verbreitung und Lebensraum
Alligatoriden kommen vor im südlichen Teil der Vereinigten Staaten, in Teilen von Mittelamerika, in weiten Bereichen des nördlichen Südamerika und — stark lokalisiert — in der Nähe des Yangtze-Flusses in China. Sie besiedeln vorwiegend Süßwasserlebensräume wie Flüsse, Seen, Sümpfe, Feuchtgebiete und Überschwemmungsgebiete; einige Arten tolerieren zeitweise Brackwasser, sind aber meist auf Binnengewässer spezialisiert.
Ernährung und Verhalten
Alligatoriden sind überwiegend Fleischfresser und Opportunisten: Jungtiere ernähren sich von Insekten, Fischen und Kleintieren, adulte Tiere erbeuten Fische, Vögel, Säugetiere und gelegentlich größere Beutetiere. Sie jagen sowohl im Wasser als auch am Ufer, nutzen Lauer- und Schleichstrategien und sind ausgezeichnete Schwimmer. Viele Arten sind dämmerungs- oder nachtaktiv.
Fortpflanzung und Lebenszyklus
Alligatoriden bauen in der Regel Nester aus Vegetation oder Erd- und Pflanzenmaterial. Die Gelegegröße variiert je nach Art, und die Geschlechtsbestimmung der Jungtiere erfolgt temperaturabhängig (Temperaturabhängige Geschlechtsbestimmung, TSD). Die Elterntiere — oft die Weibchen — bewachen die Nester und helfen den Jungen beim Schlüpfen; die Jungtiere erhalten für eine gewisse Zeit Schutz durch die Eltern.
Lebensdauer
In freier Wildbahn erreichen Amerikanische Alligatoren oft 30–50 Jahre; in Gefangenschaft sind längere Lebensdauern möglich. Andere Arten haben ähnliche oder leicht geringere Lebenserwartungen, abhängig von Größe, Lebensraum und Bedrohungen.
Gefährdung und Schutz
Der Gefährdungsstatus variiert stark:
- Der Chinesische Alligator ist stark bedroht (kritischer Zustand) und nur noch in sehr begrenzten natürlichen Vorkommen anzutreffen; umfassende Schutz- und Zuchtprogramme existieren.
- Der Amerikanische Alligator galt einst als bedroht, hat sich aber dank Schutzmaßnahmen weitgehend erholt und wird heute als Beispiel für erfolgreiche Erhaltungsbemühungen genannt.
- Kaimane sind unterschiedlich betroffen: Einige Arten sind relativ häufig, andere leiden unter Lebensraumverlust, Bejagung (für Häute und Fleisch) und Umweltverschmutzung.
Schutzmaßnahmen umfassen Lebensraumerhalt, Regulierungen der Jagd, Aufzuchtprogramme und lokale Schutzprojekte.
Wichtige Unterschiede zu anderen Krokodilen
Gegenüber den echten Krokodilen (Familie Crocodylidae) und den Gavialen (Gavialidae) zeichnen sich Alligatoridae oft durch einen breiteren Schnauzenknochen, einen etwas gedrungenen Körperbau und andere Details des Schädelskeletts aus. Alle Krokodile besitzen jedoch ähnliche Grundmerkmale wie kräftige Kiefer, Panzerplatten und wasserangepasste Sinnesorgane.
Zusammenfassend sind Alligatoriden eine vielseitige Familie von Krokodilen mit Arten, die von relativ kleinen, stark gepanzerten Zwergkaimanen bis zu sehr großen Vertretern wie dem Schwarzen Kaiman oder großen amerikanischen Alligatoren reichen. Ihre Verbreitung reicht von Südchina über Nord- und Mittelamerika bis nach Südamerika; ihr Schutzstatus ist artabhängig und reicht von stark gefährdet bis stabil.