Trockentoilette: Arten, Funktion & ökologische Vorteile

Trockentoiletten: Arten, Funktionsweisen & ökologische Vorteile – nachhaltige, wassersparende Alternativen von Kompost- bis Urin-trennsystemen für umweltbewusste Sanitärlösungen.

Autor: Leandro Alegsa

Eine Trockentoilette dient der Ablagerung von menschlichen Exkrementen ohne Verwendung von Wasser, ganz anders als Spültoiletten, die Wasser verwenden. Sie kann sitzend oder hockend benutzt werden. Der Urin kann sich mit den Fäkalien vermischen oder getrennt aufbewahrt werden.

Es gibt verschiedene Arten von Trockentoiletten: Komposttoilette, Urin ableitende Trockentoilette, Arborloo, Containertoilette, Eimertoilette, Grubenlatrine, Müllverbrennungs-Toilette oder Gefriertoilette.

Wie Trockentoiletten funktionieren

Grundprinzip ist die Vermeidung von Wasser als Transport- oder Spülmittel. Stattdessen werden Exkremente gesammelt, getrocknet, belüftet, kompostiert oder verbrannt. Bei vielen Systemen wird zusätzlich organisches Material wie Sägemehl, Stroh, Holzasche oder Torf nach jeder Benutzung zugegeben. Dieses sogenannte Bedeckungsmaterial dient mehreren Zwecken: es reduziert Geruch, bindet Feuchtigkeit, hemmt Insekten und unterstützt den biologischen Abbau.

Wichtige Typen und kurz erklärt

  • Komposttoilette: Fäkalien werden in einem Behälter oder einer Kammer gesammelt und durch Mikroorganismen zu Kompost umgewandelt. Manche Systeme haben mehrere Kammern, um kontinuierliches Arbeiten zu ermöglichen.
  • Urin-ablaufende Trockentoilette (UDDT): Urin wird getrennt gesammelt und kann als Nährstoffstoffträger (nach Behandlung/ Lagerung) verwendet werden. Trennung verringert Geruch und beschleunigt Kompostierung der festen Bestandteile.
  • Arborloo: Eine einfache, oberflächennahe Grubenlösung, bei der die Grube nach Füllung für Bäume oder Sträucher genutzt wird.
  • Containertoilette: Mobile Einheit mit einem abnehmbaren Behälter, oft verwendet bei Veranstaltungen oder in Wohnmobilen.
  • Eimertoilette: Einfaches System mit einem Eimer, der regelmäßig entleert und hygienisch behandelt wird.
  • Grubenlatrine (trockene Variante): Einfache Grube, oft mit Sitz oder Hockvorrichtung; kann Probleme bei Geruch und Insekten haben, wenn nicht richtig ausgeführt.
  • Müllverbrennungs-Toilette: Elektrisch oder thermisch betriebene Toiletten, die festen Abfall verbrennen und stark verringern.
  • Gefriertoilette: Selteneres System, das Abfälle einfriert, um Geruch und Zersetzung zu verhindern; benötigt Energie.

Ökologische Vorteile

  • Wasserersparnis: Keine Spülungen — pro Person können täglich bis zu 20–60 Liter Wasser eingespart werden, je nach Region und Gewohnheit.
  • Nährstoffrückgewinnung: Exkremente und vor allem Urin enthalten Stickstoff, Phosphor und Kalium. Nach geeigneter Behandlung können diese Nährstoffe als Dünger zurückgeführt werden.
  • Geringere Belastung der Kanalisation und Kläranlagen: Weniger Abwasser bedeutet niedrigere Infrastruktur- und Betriebskosten und reduziert die Belastung von Gewässern.
  • Reduzierter CO2- und Energieverbrauch: Kein Pumpen und Aufbereiten von großen Abwassermengen; Verbrennungs- oder thermische Systeme können diesen Vorteil teilweise wieder aufheben, sind aber bei effizienter Auslegung sinnvoll.

Hygiene, Sicherheit und Kompostierung

Richtige Handhabung ist entscheidend:

  • Bei Kompostierung: Auf ausreichende C:N-Balance achten (z. B. Bedeckungsmaterial wie Sägemehl) und Feuchtigkeit kontrollieren. Eine vollständige Reifung kann mehrere Monate bis über ein Jahr dauern; thermophile Kompostierung erreicht höhere Temperaturen und beschleunigt die Pathogenreduktion.
  • Urinlagerung: Gelagertes Urin (bei 20 °C oder höher) kann nach mehreren Monaten in vielen Fällen als Dünger verwendet werden; Kühlere Lagerbedingungen verlängern die notwendige Lagerzeit. Lokale Empfehlungen beachten.
  • Persönliche Hygiene: Handschuhe beim Leeren, gründliches Händewaschen und geeignete Schutzmaßnahmen. Werkzeuge und Behälter regelmäßig gereinigt.
  • Geruchskontrolle: Gute Belüftung, luftdichte Trennung von Behältern oder regelmäßiges Bedecken reduziert Gerüche. Ventilationsrohre mit Kaminsog sind bewährt.
  • Insekten- und Fliegenmanagement: Dicht schließende Sitz-/Deckellösungen, Fliegengitter an Belüftungsöffnungen und trockenes Bedeckungsmaterial minimieren Probleme.

Vorteile und Grenzen

  • Vorteile: Kostengünstig in Anschaffung und Betrieb, unabhängig von zentraler Wasserversorgung, geeignet für ländliche und entlegene Gebiete, unterstützt Kreislaufwirtschaft.
  • Grenzen: Akzeptanz und kulturelle Vorbehalte, regelmäßige Wartung und Pflege nötig, teilweise rechtliche Einschränkungen (je nach Region), nicht überall ideal für dicht besiedelte urbane Gebiete ohne Entsorgungsinfrastruktur.

Wartung, Pflege und Tipps zur Wahl

  • Wählen Sie die Toilette nach Nutzerzahl, Pflegeaufwand und gewünschtem Endprodukt (z. B. fertiger Kompost vs. Entsorgung).
  • Planen Sie die Entleer- und Reinigungsintervalle realistisch ein. Für Haushalte mit mehreren Personen sind größere oder mehrkammerige Systeme sinnvoll.
  • Achten Sie bei der Installation auf ausreichende Belüftung und eine dichte Bauweise gegen Ungeziefer.
  • Informieren Sie sich über lokale Vorschriften zur Lagerung, Nutzung von Kompost und Vermeidung von Krankheitsrisiken. Bei Unsicherheit den zuständigen Gesundheits- oder Umweltbehörden Rat einholen.

Einsatzgebiete

Trockentoiletten eignen sich gut für Ferienhäuser, ländliche Gebiete ohne Kanalanschluss, Outdoor-Events, Baustellen, Tiny Houses, Wohnmobile und in Regionen mit Wasserknappheit. In der Entwicklungshilfe und Katastrophenhilfe sind bestimmte einfache Modelle wegen ihrer Unabhängigkeit von Wasser und Infrastruktur oft erste Wahl.

Zusammenfassend bieten Trockentoiletten eine nachhaltige Alternative zur Spültoilette, wenn sie fachgerecht geplant, betrieben und gewartet werden. Sie sparen Wasser, ermöglichen Nährstoffrückgewinnung und reduzieren Abwasserprobleme — erfordern aber auch Wissen, Pflege und gegebenenfalls rechtliche Beachtung.

Trockentoiletten können in der Hocke (links) oder sitzend (rechts) ausgeführt werden.Zoom
Trockentoiletten können in der Hocke (links) oder sitzend (rechts) ausgeführt werden.

Arten

Alle diese Arten von Trockentoiletten funktionieren ohne Spülwasser und ohne Anschlüsse an Kanalisation oder Klärgruben:

  • Komposttoilette - in der Regel mit Fäkalien, Urin und manchmal sogar mit Küchenabfällen vermischt.
  • Urin ableitende Trockentoilette (UDDT) - mit getrennt gehaltenem Urin, der als ausgezeichneter Pflanzendünger verwendet werden kann, während die Fäkalien trockener bleiben.
  • Arborloo - das ist wie eine Grubenlatrine, aber die Grube ist kleiner und das Nebengebäude ist leicht und kann in eine andere Grube verlegt werden, während auf der alten Grube ein Baum gepflanzt wird.
  • Container-Toilette - wobei die Exkremente in Container gehen, die an Orte gebracht werden, wo sie verarbeitet werden.
  • Eimertoilette - einfach ein Eimer, kann aber auch mit getrenntem Urin und mit Trockenmaterial bedecktem Kot ausgestattet sein.
  • Grubenlatrine - ein Loch im Boden.
  • Verbrennungstoilette, Gefriertoilette - diese sind komplizierter und teurer.

Weitere Trockentoiletten werden derzeit entwickelt, einige mit finanzieller Unterstützung der Bill and Melinda Gates Foundation.

Eine Komposttoilette.Zoom
Eine Komposttoilette.

Verwendet

Es gibt vier Hauptgründe für die Nutzung von Trockentoiletten:

  • Um Wasser und damit Geld zu sparen;
  • Um Wasserverschmutzung zu verhindern;
  • Verwertung von Nährstoffen in der Landwirtschaft, nach der Behandlung und Lagerung zur Abtötung von Krankheiten;
  • Anpassung an Orte, an denen Kanalisation und Abwasserbehandlung nicht möglich sind.

Trockentoiletten können sehr präsentabel sein und werden in entwickelten Ländern (z.B. Schweden, Finnland und Norwegen) verwendet, wo sie häufig in Sommerhäusern und Nationalparks zu finden sind. In Entwicklungsländern sind sie häufiger an Orten anzutreffen, wo Spültoiletten nicht möglich oder nicht erwünscht sind. Denken Sie daran, dass Abwasserkanäle oft zu teuer sind, wenn das Land felsig oder unregelmäßig ist und die Häuser weit voneinander entfernt stehen.

Eine Urin ableitende Trockentoilette, mit einem Trichter auf der linken Seite, um diese Flüssigkeit aufzufangen.Zoom
Eine Urin ableitende Trockentoilette, mit einem Trichter auf der linken Seite, um diese Flüssigkeit aufzufangen.

Ein ArborLoo zum Pflanzen von Bäumen.Zoom
Ein ArborLoo zum Pflanzen von Bäumen.

Herausforderungen

Einige Menschen glauben fest daran, dass Trockentoiletten der beste Weg sind, mit Exkrementen umzugehen, andere argumentieren, dass dies nicht überall möglich ist, und wieder andere wollen ihre Gewohnheiten einfach nicht ändern. Trockentoiletten reduzieren den Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung, gewinnen wertvolle Nährstoffe für die Landwirtschaft zurück und eliminieren (bei richtiger Handhabung) effizient Krankheiten und Chemikalien.

Es war schwierig, viele Trockentoiletten in Städten zu installieren und zu verwalten (z.B. in der Öko-Stadt Erdos in der Autonomen Region Innere Mongolei in China). Die Entwürfe müssen fein abgestimmt werden, und wir müssen bei Bau und Verwaltung sehr vorsichtig sein. Die Benutzer müssen auch über die Vorteile von Trockentoiletten und deren richtige Nutzung informiert werden.

Eine Eimer-Toilette, bei der es sich ebenfalls um eine Art Container-Toilette handelt.Zoom
Eine Eimer-Toilette, bei der es sich ebenfalls um eine Art Container-Toilette handelt.

Geschichte

Weitere Informationen: Toilette § Geschichte (auf Englisch Wikipedia)

Fast alle Toiletten waren Trockentoiletten, und Exkremente wurden in der Landwirtschaft geschätzt, bis die Toiletten mit Wasserspülung erfunden wurden.

Großbritannien

In Großbritannien wurden bis in die 1940er Jahre in einigen Gebieten (einschließlich Städten) noch Trockentoiletten benutzt. Es scheint, dass diese oft direkt in Gärten entleert wurden, wo die Exkremente als Dünger verwendet wurden.[6] In einigen ländlichen Gebieten Großbritanniens kamen erst in den 1950er Jahren oder später Kanalisationssysteme zum Einsatz.

Australien

Brisbane, Australien, war bis Anfang der 1970er Jahre weitgehend unbenässt, wobei viele Vororte hinter jedem Haus Trockentoiletten (so genannte "Dunnies") hatten.

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Nährstoffe werden durch den Boden recycelt

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Historische deutsche Trockentoilette mit einem Mechanismus zum Hinzufügen von Torfmoos zur Fäkalienabdeckung

Eine Gruben-Latrine. (Diese Art der manuellen Entleerung sollte immer vermieden werden).Zoom
Eine Gruben-Latrine. (Diese Art der manuellen Entleerung sollte immer vermieden werden).

Verwandte Seiten

  • Abwasserentsorgung
  • Abfallwirtschaft

Fragen und Antworten

Q: What is a dry toilet?


A: A dry toilet is a toilet for depositing human excrement without using water.

Q: How is a dry toilet different from a flush toilet?


A: A dry toilet is very different from a flush toilet that uses water.

Q: Are all dry toilets the same type?


A: No, there are different types of dry toilets that include composting toilet, urine-diverting dry toilet, Arborloo, container-based toilet, bucket toilet, pit latrine, incinerating toilet, or freezing toilet.

Q: What is the purpose of a dry toilet?


A: The purpose of a dry toilet is for the depositing of human excrement.

Q: Can urine and feces be kept separate in a dry toilet?


A: Yes, urine and feces can either be mixed or be kept separate in a dry toilet.

Q: What are some examples of dry toilets?


A: Some examples of dry toilets are composting toilet, urine-diverting dry toilet, Arborloo, container-based toilet, bucket toilet, pit latrine, incinerating toilet, or freezing toilet.

Q: Do dry toilets use water?


A: No, dry toilets do not use water.


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