Die Dytiscidae (griechisch dytikos ("tauchfähig") ist eine Familie von Wasserkäfern. Sie werden als räuberische Tauchkäfer bezeichnet. Sie sind etwa 25 mm (ein Zoll) groß. Der größte Käfer, Dytiscus latissimus, kann 45 mm lang werden.
Die meisten Dytiscidaes sind von dunkelbrauner, schwarzer oder dunkeloliver Farbe mit goldenen Reflexen in einigen Unterfamilien. Die Larven werden als "Wassertiger" bezeichnet. Die Wassertiger fressen Kaulquappen und Glaswürmer. Sie fressen auch alles Kleine, das im Wasser lebt. Es gibt etwa 4.000 Arten in über 160 Gattungen von Dytiscidae.
Merkmale
Dytiscidae haben einen stromlinienförmigen, ovalen Körper mit glatten Deckflügeln (Elytren). Typische Merkmale sind:
- Hinterbeine als Ruder: deutlich verlängerte Hinterbeine mit langen Randhaaren, die als Paddel zum Schwimmen dienen.
- Atmung: Erwachsene tragen beim Tauchen eine Luftblase unter den Elytren, die wie eine „Taucherglocke“ wirkt und als Sauerstoffvorrat dient; bei einigen Arten funktioniert diese Luftblase auch als physikalische Kiemen.
- Augen und Fühler: Große Facettenaugen und gut entwickelte Fühler, die der Orientierung und der Nahrungssuche dienen.
- Larven: Die räuberischen Larven („Wassertiger“) besitzen kräftige, sichelförmige Mandibeln, mit denen sie Beute packen und aussaugen.
- Größe und Farbe: Die meisten Arten sind 5–35 mm lang; Farben reichen von braun bis schwarz mit teils metallischem Schimmer oder gelben Flecken.
Lebensweise und Fortpflanzung
Dytiscidae sind überwiegend aquatisch, sowohl die Larven als auch die adulte Tiere leben im Wasser. Sie sind räuberisch und fressen allerlei Wasserinsekten, kleine Krebstiere, Fischlaich und gelegentlich Kaulquappen.
- Jagdverhalten: Erwachsene tauchen aktiv und jagen sichtbar bewegliche Beutetiere; viele Arten sind auch dämmerungs- und nachtaktiv.
- Fortpflanzung: Weibchen legen Eier meist einzeln oder in kleinen Gruppen an Wasserpflanzen oder unter Wasser ab. Nach dem Schlüpfen durchlaufen die Larven mehrere Larvenstadien (Instars).
- Pupation: Nach der letzten Larvenphase verlassen die Larven das Wasser, verpuppen sich in einer Erdhöhle oder feuchtem Substrat am Ufer und schlüpfen als fertige Käfer.
- Wanderung und Flug: Viele Arten sind flugfähig und können zwischen Gewässern wechseln, was vor allem bei der Besiedlung neuer Tümpel wichtig ist.
- Überwinterung: Erwachsene überwintern oft im Schlamm am Gewässergrund oder in der Uferzone.
Arten, Verbreitung und Bedeutung
Dytiscidae sind weltweit verbreitet (mit Ausnahme der Antarktis) und kommen in stehenden wie langsam fließenden Gewässern vor. Bekannte Gattungen und Arten in Europa sind zum Beispiel Dytiscus (D. marginalis, D. latissimus), Acilius, Graphoderus oder Cybister in wärmeren Regionen.
Ökologisch spielen Tauchkäfer eine wichtige Rolle als Räuber im Nahrungskreislauf: Sie regulieren Bestände anderer Wasserinsekten und können so zur Kontrolle von Mückenlarven beitragen. Zugleich sind sie Nahrung für Fische, Wasservögel und andere Tiere.
Gefährdung und Schutz
Einige Arten sind lokal selten und auf spezielle Habitate angewiesen. Bedrohungen sind:
- Verschmutzung und Eutrophierung von Gewässern
- Verlust kleiner Stillgewässer durch Trockenlegung und Landschaftsveränderung
- Einführung fremder Arten und Habitatfragmentierung
Beispiele wie Dytiscus latissimus gelten in Teilen Europas als gefährdet und stehen unter Schutz. Naturnahe Teiche, extensiv genutzte Feuchtwiesen und der Erhalt von Ufervegetation sind wichtig für den Schutz dieser Käfer.
Beobachtung und Umgang
Dytiscidae lassen sich leicht beobachten: Sie kommen häufig an die Wasseroberfläche, um Luft zu holen, und werden nachts von Licht angezogen. Beim Umgang mit Tauchkäfern sollte man beachten, dass Erwachsene einen kräftigen Kiefer haben und beißen können — am besten mit einem feuchten Netz fangen und behutsam in ein Gefäß mit Wasser setzen.
Insgesamt sind die räuberischen Tauchkäfer (Dytiscidae) eine vielfältige und ökologisch bedeutende Insektengruppe mit interessanten Anpassungen ans Leben im Wasser.

