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Harrier Jump Jet – Britisches V/STOL-Kampfflugzeug: Aufbau & Funktion

Erfahren Sie alles über den Harrier: Technik, V/STOL-Prinzip, Triebwerksteuerung, Einsatz und Geschichte des britischen Sprungjets.

Der Harrier Jump Jet, gewöhnlich Harrier genannt, ist ein Militärflugzeug britischer Bauart. Es wurde in den 1960er Jahren entworfen. Der Harrier ist bekannt, da er vertikal abheben kann. Er kann dies tun, indem er die Richtung des Schubs seiner Triebwerke ändert. Er wird manchmal als V/STOL bezeichnet, was soviel bedeutet wie "Vertikale/kurze Starts und Landungen". Er kann bei einem kurzen Start größere Lasten tragen als bei einem vertikalen Start.

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Aufbau und Antrieb

Der Harrier verwendet einen speziellen Schubvektortriebwerkstyp: einen Schubvektor- oder Drehstrahltriebwerk (das bekannte Pegasus-Turbofan), dessen Abgasdüsen umschwenkbar sind. Diese Düsen leiten den Schub nach unten, um den senkrechten Aufstieg zu ermöglichen, oder nach hinten, um Vorwärtsflug zu erzeugen. Zusätzlich besitzt der Harrier kleine Jetdüsen an Nase und Flügelspitzen (Reaktionskontrolldüsen), die bei langsamem Tempo und im Schwebeflug das Steuern und Stabilisieren übernehmen.

Funktion und Flugverfahren

Der Übergang vom Schwebeflug in den Horizontalflug und umgekehrt erfolgt schrittweise durch langsames Verändern des Düsenwinkels. Im Schwebeflug erzeugt der senkrecht gerichtete Schub die notwendige Auftriebskraft; bei Beschleunigung kippen die Düsen zunehmend nach hinten, sodass aerodynamische Auftriebsflächen (Flügel und Leitwerke) die Flügelarbeit übernehmen. Für kurze Starts (STOL) wird die Nase leicht angehoben und der Schub teilweise nach hinten gerichtet — so lassen sich höhere Nutzlasten und größere Reichweiten erzielen als bei rein vertikalem Start, bei dem der gesamte Auftrieb vom Triebwerk kommt.

Bewaffnung und Einsatzaufgaben

Der Harrier ist als Mehrzweck-Kampfflugzeug ausgelegt. Typische Bewaffnung und Ausrüstungsoptionen umfassen:

  • ein Bordgeschütz (bei vielen Versionen ein Kanonenrohr in der Nase oder unter dem Rumpf),
  • verschiedene Luft-Boden-Waffen: Bomben (konventionell und gelenkt), Raketen und Präzisionslenkflugkörper,
  • Luft-Luft-Raketen zur Selbstverteidigung und Luftüberlegenheit.

Dank seiner V/STOL-Fähigkeiten eignet sich der Harrier besonders für Einsätze von kleinen Flugzeugträgern, improvisierten Landebasen oder befestigten Flugplätzen nahe der Frontlinie.

Einsatz und Bewährung

Der Harrier hat sich in mehreren Konflikten bewährt, besonders bekannt ist sein Einsatz während des Falklandkriegs 1982, wo Sea Harrier der Royal Navy Luftüberlegenheit gegenüber argentinischen Kräften erlangten und zugleich Angriffs- und Schutzaufgaben erfüllten. Später wurde die Harrier-Familie auch von den United States Marine Corps (als AV-8) und weiteren Streitkräften betrieben. Verschiedene Weiterentwicklungen (z. B. Harrier II) verbesserten Avionik, Nutzlast und Flugleistungen.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Fähigkeit zu senkrechtem Start/Landung und extrem kurzen Startstrecken, hohe Flexibilität beim Einsatz von See- und Landbasen, gute Unterstützung für Expeditionseinsätze.
  • Nachteile: höherer Wartungsaufwand und komplexere Mechanik im Vergleich zu konventionellen Flugzeugen, eingeschränkte Reichweite und Nutzlast im reinen Vertikalmodus, höhere Treibstoffverbräuche beim Schwebeflug sowie besondere Risiken bei senkrechten Starts/Landungen (z. B. Hitzebelastung, Turbulenzen, erhöhte Pilotenauslastung).

Nachfolger und Vermächtnis

Die Harrier-Familie prägte das Konzept der V/STOL-Kampfflugzeuge nachhaltig. In vielen Einsätzen wurde der Harrier durch modernere Maschinen ersetzt, zum Beispiel durch das Überschall-V/STOL-Flugzeug F-35B, das viele Rollen des Harrier übernimmt und dabei verbesserte Avionik, Sensorik und Stealth-Eigenschaften bietet. Trotzdem gilt der Harrier als Meilenstein der Luftfahrttechnik und als Symbol für flexible Luftunterstützung von See- und Landstreitkräften.

Betrieb und Sicherheit

Betrieb und Wartung eines Harrier erfordern spezielles Personal und fundierte Pilotenausbildung, besonders für Schwebeflug, Übergangsmanöver und Deckoperationen. Während der Vertikalmanöver sind genaue Start-/Landeplätze und strikte Sicherheitsprozeduren notwendig, um Schäden durch die sehr heißen Abgase und starke Luftströme zu vermeiden.

Entwicklung

1967 schlug die Bristol Engine Company die radikale Idee eines Direktschubtriebwerks vor. Als nächstes entwarf Hawker Aircraft ein Flugzeug, das die NATO-Spezifikation für einen "leichten taktischen Unterstützungsjäger" erfüllen konnte. Es gab keine finanzielle Unterstützung für die Entwicklung durch das britische Finanzministerium, aber man fand Unterstützung bei der NATO.

Ein Prototyp flog 1960. Es wurden verschiedene Änderungen vorgenommen, und mehrere vorläufige Versionen flogen, darunter der "Kestrel" und die ersten Harriers flogen 1969 für die RAF und die Royal Navy. Die Flugzeuge wurden sowohl in Großbritannien als auch in den Vereinigten Staaten gebaut. Sie wurden von British Aerospace und Macdonald Douglas, Unternehmen, die heute im Besitz von BAE Systems bzw. Boeing sind, neu entwickelt und hergestellt. Gegenwärtig wird der Boeing/BAE Systems AV-8B Harrier II von NATO-Ländern wie den Vereinigten Staaten, Spanien und Italien eingesetzt. Eine modifizierte Version, der BAE Systems/Boeing Harrier II, wird von der Royal Air Force und der Royal Navy eingesetzt.

Zwischen 1969 und 2003 wurden 824 Harrier-Varianten ausgeliefert. Die Herstellung neuer Harrier endete 1997. Das letzte wiederaufgearbeitete Flugzeug (Harrier II Plus-Konfiguration) wurde im Dezember 2003 ausgeliefert. Damit endete die Harrier-Produktionslinie.

Benutzer

Der Harrier wird von vielen Streitkräften eingesetzt. Das United States Marine Corps und die Royal Air Force (RAF) verwenden Versionen, die speziell für den Start und die Landung auf Flugzeugträgern ausgelegt sind. Andere Länder, die den Harrier einsetzen, sind Thailand und Indien.

Im Jahr 2006 führte die RAF eine neue Version des Harriers ein, den GR/9. Dabei handelt es sich um eine aktualisierte Version der Vorgängerversion, den GR/7. Er hat eine Höchstgeschwindigkeit von 574 Knoten.

Der Harrier wurde während des Falklandkrieges häufig eingesetzt. Die Harrier flogen insgesamt 1.561 Einsätze, schossen 20 feindliche Flugzeuge (+ 3 wahrscheinliche) ab, wobei 10 Harrier verloren gingen. Von den zehn verlorenen Harriers wurden sechs abgeschossen; die anderen wurden bei Unfällen auf dem Träger beschädigt. Durch die Sea Harriers war die argentinische Luftwaffe weit weniger effektiv, als sie es sich erhofft hatte.

Ausrüstung

Der Harrier kann für jede Mission eine andere Ausrüstung mitführen. Er kann Raketen und Bomben transportieren. Er kann auch Kameras tragen, um Aufnahmen vom Boden zu machen.

Fragen und Antworten

F: Was ist der Harrier Jump Jet?

A: Der Harrier Jump Jet ist ein von Großbritannien entwickeltes Militärflugzeug.

F: Wann wurde der Harrier Jump Jet entwickelt?

A: Er wurde in den 1960er Jahren entwickelt.

F: Was ist das besondere Merkmal des Harrier Jump Jet?

A: Seine Besonderheit besteht darin, dass er senkrecht abheben kann, indem er die Schubrichtung seiner Triebwerke ändert.

F: Was bedeutet V/STOL?

A: V/STOL steht für "Vertical/Short Takeoff and Landing" (Senkrechtstart und Kurzlandung).

F: Was ist der Vorteil eines Kurzstarts gegenüber einem Senkrechtstart?

A: Der Vorteil eines Kurzstarts ist, dass er im Vergleich zu einem Senkrechtstart schwerere Lasten befördern kann.

F: Ist der Harrier Jump Jet bekannt?

A: Ja, er ist für seine Senkrechtstarteigenschaften bekannt.

F: Wird der Harrier Jump Jet für zivile Zwecke verwendet?

A: Nein, der Harrier Jump Jet wird nur für militärische Zwecke eingesetzt.

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Autor

AlegsaOnline.com Harrier Jump Jet – Britisches V/STOL-Kampfflugzeug: Aufbau & Funktion

URL: https://de.alegsaonline.com/art/42543

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