Homo rhodesiensis ist eine aus einem einzigen fossilen Schädel beschriebene Homininart. Er wurde 1921 in der Kolonie Nordrhodesien (heute Sambia) in einer Mine namens Broken Hill (heute Kabwe) gefunden. Dem Schädel fehlt der Unterkiefer, aber ansonsten ist er fast vollständig. Neben dem Schädel wurden auch ein Oberkiefer eines anderen Individuums, ein Kreuzbein (Beckenknochen), ein Schienbein und zwei Oberschenkelfragmente gefunden.

Der rhodesische Mensch wird auf ein Alter zwischen 125.000 und 300.000 Jahren datiert. Die Schädelkapazität des Broken-Hill-Schädels wurde auf 1.100 cm³ geschätzt. Bada & al (1974) veröffentlichten ein direktes Datum von 110 ka für dieses Exemplar. Die Hirngröße ist für ein so spätes Datum eher gering. Die Zerstörung der paläoanthropologischen Stätte hat eine geschichtete Datierung unmöglich gemacht.

Der Schädel ist von einem extrem robusten (= kräftigen) Individuum und hat die vergleichsweise größten Brauenkämme aller bekannten Hominidenreste. Er wurde beschrieben, dass er ein breites Gesicht hat, das dem Homo neanderthalensis ähnelt (d.h. eine große Nase und dicke hervorstehende Brauenkämme), und wurde als "afrikanischer Neandertaler" interpretiert. Es gibt mehrere Merkmale, die zwischen dem modernen Homo sapiens und dem Neandertaler liegen. Die meisten aktuellen Experten glauben, dass der rhodesische Mensch zur Gruppe der Homo heidelbergensis gehört. Andere Namen, wie Archaischer Homo sapiens und Homo sapiens rhodesiensis, wurden ebenfalls vorgeschlagen.