Eine Gaswolke, oft auch interstellare Wolke genannt, ist ein örtlich dichter Bereich des interstellaren Mediums. Sie enthält Materie und Strahlung im Raum zwischen Sternensystemen einer Galaxie. Solche Wolken unterscheiden sich stark in Dichte, Temperatur und Zusammensetzung: manche sind diffuse, kaum sichtbare Erscheinungen, andere sind dichte, kalte Molekülwolken, die korpulent genug sind, um Sterne hervorzubringen.
Zusammensetzung und typische Bestandteile
Gaswolken bestehen hauptsächlich aus Gas (vornehmlich Wasserstoff), aber auch aus Plasma und feinem Staub. Viele entstehen, wenn Sterne in späten Lebensphasen Material abstoßen, etwa durch massereichen Wind von roten Riesen oder durch Explosionen wie Supernovae. Solche Quellen liefern sowohl Elemente als auch Energie, die die chemische Entwicklung der Wolke beeinflussen; in unserer eigenen Milchstraße und in anderen Galaxien sind Gaswolken allgegenwärtig.
Physikalische Zustände des Wasserstoffs
Der dominierende Bestandteil, Wasserstoff, tritt in interstellaren Wolken in drei Hauptformen auf. Man unterscheidet:
- neutralen Wasserstoff, der eine H I-Region bildet;
- ionisierten Wasserstoff, wobei das Gas als ionisiertes Plasma vorliegt und als H II-Region leuchtet;
- molekularen Wasserstoff in dichten, kalten Molekülwolken, die oft die Geburtsstätten neuer Sterne sind.
Neutrale und ionisierte Bereiche werden häufig zusammenfassend als diffuse Wolken bezeichnet, weil ihre Dichten niedrig und ihre Strukturen weniger kompakt sind als in Molekülwolken.
Entstehung und Entwicklung
Gaswolken bilden sich durch eine Kombination aus Materieausstoß von Sternen (etwa von roten Riesen), Akkumulation interstellarer Materie und Verdichtung infolge lokaler Störungen wie Schockwellen. Durch Abkühlung und Druckverminderung können Teile einer Wolke kollabieren und dichte Kerne ausbilden, die schließlich unter eigener Schwerkraft zu Protosternen werden. Gleichzeitig wirken Prozesse wie UV-Bestrahlung, magnetische Felder und Turbulenz regulierend auf das Gleichgewicht zwischen Aufheizung und Abkühlung.
Bedeutung und Beobachtung
Gaswolken sind zentrale Elemente der galaktischen Ökologie: Sie liefern das Rohmaterial für Stern- und Planetenbildung und speichern chemische Elemente, die im Laufe kosmischer Zyklen angereichert werden. Beobachter nutzen verschiedene Wellenlängen, um Wolken zu untersuchen: die 21-cm-Linie für H I, Emissionslinien ionisierter Regionen und radio- sowie submillimeter-Emissionen molekularer Gase. Staub innerhalb der Wolken verursacht optische Abschattung, weshalb Infrarot- und Radiomessungen oft entscheidend sind.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen den Typen: diffuse und ionisierte Gebiete dominieren das großräumige Interstellarumfeld, während Molekülwolken die aktiven, dichten Regionen der Sternentstehung darstellen. Für weiterführende Informationen und technische Details siehe die verlinkten Stichwörter und spezialisierte Quellen (interstellares Medium, H I-Region, H II-Region, Molekülwolken).

