In der Mathematik ist ein Intervall eine zusammenhängende Menge von Zahlen (normalerweise reellen Zahlen), die alle Werte zwischen zwei Grenzen enthält. Formal betrachtet ist ein Intervall eine Teilmenge von ℝ mit der Eigenschaft, dass für je zwei Elemente x und y des Intervalls auch alle z mit x ≤ z ≤ y im Intervall liegen. Intervalle werden häufig verwendet, um Bereiche von Zahlen kompakt darzustellen.
Definition und Schreibweise
Ein Intervall wird durch seine beiden Endpunkte und durch die Information, ob diese Endpunkte zum Intervall gehören, beschrieben. Die gebräuchlichsten Schreibweisen sind:
- [a, b] — geschlossenes Intervall: enthält beide Endpunkte a und b (a ≤ x ≤ b).
- (a, b) oder a, b mit runden Klammern — offenes Intervall: enthält weder a noch b (a < x < b).
- [a, b) — halboffen linksgeschlossen: enthält a, nicht b (a ≤ x < b).
- (a, b] — halboffen rechtsgeschlossen: enthält b, nicht a (a < x ≤ b).
Alternativ wird die Mengenbeschreibung mit Mengenschreibweise angegeben, z. B. { x ∈ ℝ | a ≤ x ≤ b } für das geschlossene Intervall [a,b]. Für unbeschränkte Intervalle nutzt man ±∞:
- (a, ∞), [a, ∞) — alle Zahlen größer (bzw. größer oder gleich) a;
- (-∞, b), (-∞, b] — alle Zahlen kleiner (bzw. kleiner oder gleich) b.
Beispiele
- (4, 9.6): enthält z. B. 4.1, 5, 9.59, aber nicht 4 und nicht 9.6.
- [-100, 100]: enthält alle reellen Zahlen von −100 bis 100 einschließlich der Endpunkte.
- [-30, -4): enthält −30, −10, −4.0001, aber nicht −4.
- Intervall von 3.3 bis 15 — je nachdem, ob Endpunkte eingeschlossen sind:
- [3.3, 15] enthält 3.3 und 15 (daher z. B. 4, 9.5, 14.999);
- (3.3, 15) enthält 4, 9.5, 14.999, aber nicht 3.3 und nicht 15;
- [3.3, 15) enthält 3.3, aber nicht 15.
- Ein einzelner Punkt als Intervall: [a, a] = {a}.
- Leeres Intervall: wenn a > b, definiert man meist das Intervall [a,b] als leer (∅).
Wichtige Eigenschaften
- Ein Intervall ist konvex: zwischen zwei Punkten des Intervalls liegen alle Zwischenpunkte ebenfalls im Intervall.
- Die Länge (Länge oder Maß) eines endlichen Intervalls [a,b] ist b − a (für offene oder halboffene Intervalle spricht man ebenfalls von derselben Länge).
- Schnitt zweier Intervalle ist wieder entweder ein Intervall oder die leere Menge.
- Vereinigung zweier Intervalle ist genau dann ein Intervall, wenn die beiden Intervalle sich überlappen oder angrenzen; sonst ist die Vereinigung die Menge von zwei (oder mehr) disjunkten Intervallen.
Mit diesen Grundlagen lassen sich Intervalle in vielen Bereichen der Mathematik einsetzen, z. B. bei Definitionsbereichen von Funktionen, bei Integrationsgrenzen, bei der Lösung von Ungleichungen oder bei der Darstellung von Fehlergrenzen und Messungen.