Joseph Henry "Joe" Ranft (13. März 1960 - 16. August 2005) war ein amerikanischer Drehbuchautor, Animator, Storyboard-Künstler, Synchronsprecher und Zauberer. Er arbeitete für die Pixar Animationsstudios und die Walt Disney Company. Sein Bruder, Jerome Ranft, ist Bildhauer und hat ebenfalls an mehreren Pixar-Filmen mitgearbeitet.
Er erhielt eine Oscar-Nominierung für das beste Originaldrehbuch als einer der Autoren von Toy Story (1995). Er war auch als Story Supervisor für den Film tätig. Er hatte gerade seine Aufgabe als Storyleiter für den Film Cars (2006) beendet.
Leben und Ausbildung
Joe Ranft wurde 1960 geboren und wuchs in Kalifornien auf. Er studierte Charakteranimation am California Institute of the Arts (CalArts), einer Ausbildungsstätte, die viele der später bekannten Animationskünstler hervorgebracht hat. Schon früh zeigte er großes Talent fürs Erzählen: Seine Fähigkeit, Figuren glaubwürdig und emotional zu gestalten, machte ihn sowohl als Story-Künstler als auch als Sprecher begehrt.
Karriere und Arbeitsweise
Ranft begann seine berufliche Laufbahn bei der Walt Disney Company und wechselte später zu den aufstrebenden Pixar-Studios, wo er an der Entwicklung mehrerer bahnbrechender Computeranimationsfilme beteiligt war. Er war bekannt für sein feines Gespür für Story-Struktur, Timing und Charakterentwicklung. Kollegen beschrieben ihn oft als Mentor: Er half jüngeren Story-Künstlern, Dialoge und Szenen so zu formen, dass die emotionale Wahrheit der Figuren erhalten blieb.
Neben seiner Arbeit als Drehbuchautor und Storyboard-Künstler wirkte er häufig als Sprecher für Nebenrollen und kleine, einprägsame Figuren. Außerdem war Ranft ein begeisterter Zauberkünstler; seine Erfahrung mit Illusion und Überraschung beeinflusste seine Herangehensweise an komödiantische Beats und überraschende Wendungen in Geschichten.
Tod und Vermächtnis
Joe Ranft verstarb am 16. August 2005 bei einem Autounfall in Kalifornien. Sein früher Tod hinterließ eine große Lücke bei Pixar und in der Animationsbranche insgesamt. Pixar würdigte sein Andenken mehrfach: Der Film Cars (2006) ist ihm gewidmet, und viele Kolleginnen und Kollegen sprechen noch heute von seinem prägenden Einfluss auf die Kunst des Geschichtenerzählens in Animationen.
Ausgewählte Filmografie (Auswahl seiner wichtigsten Beiträge)
- Toy Story (1995) – Mitautor und Story Supervisor; Oscar-Nominierung für Bestes Originaldrehbuch.
- A Bug's Life (1998) – Story-Entwicklung und Sprecher (bekannt für eine prägnante Nebenrolle).
- Toy Story 2 (1999) – Story-Künstler und Sprecher (ebenfalls für eine markante Nebenfigur).
- Monsters, Inc. (2001) – Story-Mitwirkung und kreative Mitarbeit am Drehbuch/Storyboard.
- Finding Nemo (2003) – Story-Beiträge und Mitarbeit am kreativen Prozess.
- Cars (2006) – Er war kurz vor seinem Tod Storyleiter; der Film wurde ihm gewidmet.
Einfluss
Joe Ranft gilt als einer der wichtigsten Story-Künstler der frühen Ära von Pixar. Sein Sinn für Humor, seine Fähigkeit, dramatische Momente mit einfachen filmischen Mitteln zu erzeugen, und seine Bereitschaft, Jüngere anzuleiten, haben die Arbeitskultur und die erzählerische Qualität vieler Animationsfilme nachhaltig geprägt. Sein Name steht für die Bedeutung von guter Figurenzeichnung und klar strukturiertem Erzählen in der Animation.