Muttertag: Bedeutung, Ursprung & Feier am zweiten Sonntag im Mai
Muttertag: Bedeutung, Ursprung & Feier am zweiten Sonntag im Mai – Geschichte von Anna Jarvis, Traditionen, Geschenkideen und wie Länder weltweit Mütter ehren.
Der Muttertag ist ein Feiertag, der in vielen Ländern jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai begangen wird. Er begann in den Vereinigten Staaten und geht auf die Initiative von Anna Jarvis zurück: 1908 organisierte sie erstmals eine Gedenkveranstaltung zu Ehren ihrer Mutter, um die Rolle der Mutter in Familie und Gesellschaft sichtbar zu machen. Ziel der frühen Bewegung war es, Mütter zu würdigen und den Zusammenhalt der Familien zu stärken. Später, 1914, erklärte Präsident Woodrow Wilson in den USA den zweiten Sonntag im Mai offiziell zum nationalen Muttertag.
Ursprung und Geschichte
Die Idee, Mütter zu ehren, hat ältere Wurzeln (in verschiedenen Kulturen gab es bereits Festtage für Muttergottheiten oder Mutterrollen), doch die moderne Form des Muttertags wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA institutionalisiert. Anna Jarvis setzte sich dafür ein, einen speziellen Tag ausschließlich zum Danke-Sagen an die eigene Mutter zu etablieren. Ironischerweise wandte sie sich in ihren späteren Jahren gegen die zunehmende Kommerzialisierung des Tages, weil er sich stark zu einem Konsumfest mit Massenwerbung, Grußkarten- und Blumenverkauf entwickelte.
Wer und wann gefeiert wird
Ursprünglich bezog sich der Tag auf die eigene Mutter, heute wird er allgemein zur Feier aller Mütter, Großmütter und mütterlichen Bezugspersonen begangen. Er wird in den verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Zeiten gefeiert; in vielen Staaten — darunter auch in Deutschland — fällt der Muttertag auf den zweiten Sonntag im Mai. In den Vereinigten Staaten von Amerika wird er am zweiten Sonntag im Mai gefeiert. In anderen Ländern gelten andere Termine (z. B. das britische „Mothering Sunday“ fällt in der Regel auf den vierten Sonntag der Fastenzeit).
Typische Bräuche und Symbole
- Blumen: Besonders beliebt sind Blumensträuße; historisch wurden häufig Nelken verschenkt.
- Grußkarten: Persönliche Karten mit Dankesworten sind weit verbreitet.
- Geschenke: Kleine Aufmerksamkeiten wie Parfüm, Pralinen oder Schmuck, aber auch selbstgemachte Geschenke.
- Familienessen und Frühstück im Bett: Viele Familien organisieren gemeinsame Mahlzeiten oder überraschen die Mutter mit Frühstück im Bett.
- Besuche oder Telefonate: Besonders wenn Angehörige weit entfernt wohnen, werden Mütter angerufen oder besucht.
Gesellschaftliche Debatten
Der Muttertag ist beliebt, zugleich aber auch Gegenstand von Kritik: Viele bemängeln die starke Kommerzialisierung und die Gefahr, traditionelle Geschlechterrollen zu konservieren. Andere sehen den Tag als willkommene Gelegenheit, Dankbarkeit auszudrücken und Zeit mit der Familie zu verbringen. In einigen Ländern ist der Muttertag kein gesetzlicher Feiertag — so ist es auch in Deutschland —, er ist also kein arbeitsfreier Tag.
Praktische Tipps zum Feiern
- Persönlich statt nur materiell: Ein handgeschriebener Brief oder selbstgemachte Geschenke haben oft mehr Bedeutung als gekaufte Dinge.
- Zeit schenken: Ein gemeinsamer Spaziergang, ein Museumsbesuch oder ein selbst zubereitetes Essen sind wertvoll.
- Entlastung anbieten: Hilfe im Haushalt oder das Übernehmen von Aufgaben kann ein sehr willkommenes Geschenk sein.
- Respektieren, wenn nicht gefeiert werden möchte: Manche Familien haben keine Beziehung oder wollen dem Kommerz entgehen — das ist ebenfalls zu respektieren.
Insgesamt ist der Muttertag heute ein weltweites Phänomen mit lokalen Ausprägungen: Er dient dazu, Mütter zu ehren und Zeit miteinander zu verbringen, gleichzeitig erinnert seine Geschichte an die Spannungen zwischen sentimentaler Würdigung und kommerziellem Interesse.
Geschichte
Die Idee für den Muttertag entstand in den 1850er Jahren. Ann Reeves Jarvis hatte Muttertagsarbeitsklubs, in denen Frauen versuchten, Krankheiten und schlechte Milch zu bekämpfen. Sie halfen auch mit, verletzte Soldaten während des Bürgerkriegs zu bessern. Nach dem Krieg machte Ann Muttertagsfreundschaftspicknicks und den Mutterfreundschaftstag für die Frauen beider Seiten des Krieges.
1908, nach dem Tod ihrer Mutter, feierte Anna Jarvis den ersten Muttertag in Grafton, West Virginia. Auch in Philadelphia, Pennsylvania und vielen anderen Städten wurde der Muttertag gefeiert. Sechs Jahre lang vergrößerte Anna die Feierlichkeiten, bis Präsident Woodrow Wilson sie 1914 zum Nationalfeiertag erklärte.
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