Noratlas (SNCAN N.2501) – Französisches Nachkriegs-Transportflugzeug (1949–1984)
Noratlas (SNCAN N.2501) – Französisches Nachkriegs-Transportflugzeug (1949–1984). Technik, Einsätze, Lizenzbau in Deutschland und Bedeutung für Armée de l'Air, Luftwaffe und Israel.
Die SNCAN N.2501 Noratlas oder einfach Noratlas ist ein militärisches französisches Transportflugzeug der Nachkriegszeit, das von der Société Nationale de Construction Aéronautique du Nord entworfen und gebaut wurde. Es wurde von mehreren Luftstreitkräften wie der Armée de l'Air, der Luftwaffe und der israelischen Luftwaffe eingesetzt. Es wurde unter Lizenz in Deutschland gebaut. Sie flog erstmals im September 1949 und wurde 1953 eingeführt. Frankreich hat seine letzte 1984 ausgemustert.
Entwurf und Besonderheiten
Die Noratlas wurde als leichter bis mittlerer taktischer Transporter konzipiert. Charakteristisch ist ihr ungewöhnlicher Aufbau mit Zwillingsrumpf-Heck (Twin-Boom) und einem zentrales Frachtraumgehäuse. Dieser Entwurf ermöglichte eine große hintere Ladetür bzw. Ladeklappe, die das schnelle Be- und Entladen von Fahrzeugen, Paletten und Truppen erleichterte. Es handelt sich um ein hochflügeliges zweimotoriges Flugzeug mit freiem Zugang zum Frachtraum und guter STOL‑(Kurzstart‑/Kurzlandefähigkeit)‑Performance für Einsatz auf kurzen oder notdürftigen Pisten.
Aufgaben und Einsatz
- Hauptaufgabe war taktischer Transport: Verlegung von Truppen, Material und schwerer Ladung.
- Unterstützung von Fallschirmabsprüngen und Luftlandeoperationen durch schnellen Truppentransport und Abwurf.
- Medizinische Evakuierung (MEDEVAC), Nachschubflüge und logistische Unterstützung bei Auslandseinsätzen.
- Die Noratlas wurde in mehreren Konflikten und Einsätzen der 1950er und 1960er Jahre genutzt, darunter französische Operationen in Nordafrika und Einsätze während der Suez‑Krise; außerdem war sie Bestandteil internationaler Luftbrücken und Hilfsflüge.
Technische Merkmale (Kurzbeschreibung)
- Konfiguration: Hochdecker mit zwei Kolbenmotoren und twin‑boom‑Leitwerk.
- Laderaum: Großzügiger Frachtraum mit Rückklappe/Laderampe für Fahrzeuge und Ladung.
- Besatzung: Typischerweise mehrere Köpfe (Piloten + Ladepersonal/Techniker), konfigurierbar je nach Auftrag.
- Ausrüstung: Varianten mit speziellen Avionik‑ oder Kommunikationspaketen, Modifikationen für MEDEVAC oder elektronische Aufgaben möglich.
Varianten, Produktion und Lizenzbau
Die Noratlas wurde in mehreren Versionen und Modifikationen gefertigt, um unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden (z. B. reine Transportversionen, Varianten für Fallschirmtruppen oder spezielle Ausrüstungen). Ein Teil der Produktion erfolgte in Frankreich; zudem wurde das Muster unter Lizenz in Deutschland gefertigt und an die Bundesluftwaffe geliefert. Unterschiedliche Betreiber nahmen jeweils Anpassungen vor, sodass es verschiedene Konfigurationen im Einsatz gab.
Betriebsdauer, Ersatz und Erhalt
Die Noratlas kam in den 1950er Jahren weit verbreitet zum Einsatz und blieb in manchen Luftstreitkräften bis in die 1970er und 1980er Jahre im Dienst. In Frankreich wurde sie 1953 eingeführt und schrittweise durch modernere Transportflugzeuge (z. B. die Transall C‑160 bei vielen Nutzern) ersetzt; die letzte Noratlas der französischen Luftwaffe wurde 1984 ausgemustert. Viele Länder setzten die Maschine über längere Zeiträume ein, da sie als robustes und vielseitiges Transportmittel galt.
Erbe und erhaltene Maschinen
Die Noratlas gilt als ein prägnantes Beispiel der europäischen Nachkriegsflugzeugentwicklung für leichte bis mittlere militärische Transportaufgaben. Mehrere Exemplare sind heute in Luftfahrtmuseen und als Denkmal erhalten, insbesondere in Frankreich und Deutschland; dort werden sie als Zeugnisse der Lufttransportgeschichte ausgestellt und gepflegt.
Zusammenfassung: Die SNCAN N.2501 Noratlas war ein prägnantes, vielseitiges und praktisch orientiertes Transportflugzeug der Nachkriegszeit. Mit ihrem einzigartigen twin‑boom‑Design, der hinteren Ladeöffnung und ihrer vielseitigen Nutzbarkeit prägte sie mehrere Jahrzehnte militärischen Lufttransport und blieb in Diensten verschiedener Luftstreitkräfte bis in die 1980er Jahre erhalten.

die 2009 konservierte und restaurierte Nord 2501 Noratlas der ehemaligen Armée de l'Air.

Armée de l'Air's Noratlas mit Fallschirmjägern.
der konservierte und restaurierte Noratlas der ehemaligen Luftwaffe.
Konfiguration
Der Noratlas ist ein zweistrahliges, zweimotoriges Flugzeug. Er ist aus Metall gebaut, hat einen hohen Flügel und ein Doppelheck. Es kann 35 Fallschirmjäger oder 17 Verletzte auf einer Bahre transportieren. In Frachterkonfiguration kann es bei Frachtmissionen 7 900 kg tragen. Das Cockpit ist für 2 oder 3 Personen ausgelegt: Pilot, Co-Pilot und manchmal auch Navigator.
Einige Noratlas wurden wie elektronische Kampfflugzeuge von der französischen Luftwaffe eingesetzt. Bei dieser Art hatten die Gabriel oder Grise (grau auf Französisch) eine Besatzung von 8 oder 9 Personen.
Benutzer
Militärische Benutzer umfasst :
Angola
Dschibuti
Frankreich
Deutschland
Griechenland
Nigeria
Portugal
Ruanda
Uganda
Engagements
Die Armée de l'Air setzte die SNCAN N.2501 Noratlas im Algerienkrieg für Fallschirmjägereinsätze, Frachttransporte und manchmal für Such- und Rettungseinsätze ein. 1956 setzten Frankreich und Israel ihren Noratlas für die Krise am Suezkanal ein.
Ähnliche Flugzeuge
- Armstrong Whitworth AW.660 Argosy.
- Fliegender Güterwagen Fairchild C-119.
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