Die Prälatur vom Heiligen Kreuz und Opus Dei (besser bekannt als Opus Dei) ist eine Organisation der römisch-katholischen Kirche. Der lateinische Name Opus Dei bedeutet „Werk Gottes“; das Wort „Lateinisch“ ist hier als Herkunftssprache zu verstehen (Lateinisch). Das Opus Dei versteht seine Sendung so, dass die katholische Kirche ihm eine besondere Aufgabe übergeben hat: Menschen zu helfen zu erkennen, dass Gott will, dass sie ihm nahe sind. Konkret bedeutet das, dass jeder Mensch von Gott zur Heiligkeit berufen ist und auch im Alltag — in Beruf, Familie und sozialem Engagement — ein Weg zur Heiligung möglich ist.
Geschichte kurz
Das Opus Dei wurde 1928 von Josemaría Escrivá in Spanien gegründet. Escrivá war ein römisch-katholischer Priester, der die Betonung auf das geistliche Leben der Laien in der Welt richtete. Die Organisation erhielt 1950 formelle Anerkennung durch Papst Pius XII.. 1982 ernannte Papst Johannes Paul II. das Opus Dei zur Personalprälatur — eine neue kirchenrechtliche Struktur, die die Organisation weltweit als Einheit mit eigener Leitung anerkannte. Josemaría Escrivá wurde 2002 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.
Was ist eine Personalprälatur?
In der katholischen Kirche sind Diözesen normalerweise geographisch abgegrenzt, und jeder Diözese steht ein Bischof vor. Eine Personalprälatur unterscheidet sich dadurch, dass ihre Zuständigkeit nicht an ein bestimmtes Gebiet gebunden ist, sondern an Personen: der leitende Prälat (meist ein Bischof) ist seelsorglich für die Mitglieder der Prälatur zuständig, egal wo sie wohnen. Das bedeutet aber nicht, dass die Prälatur unabhängig von den lokalen Bischöfen arbeitet; in der Praxis besteht Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Diözesanstrukturen vor Ort.
Struktur und Mitgliedschaft
Das Opus Dei besteht aus Priestern der Prälatur und Laienmitgliedern. Man unterscheidet typischerweise mehrere Mitgliedsarten:
- Numerarier: zumeist ledige Mitglieder, oft mit dem Lebensziel, sich ganz für die Sendung des Opus Dei zur Verfügung zu stellen. Viele numerarische Mitglieder leben in Zentren des Opus Dei und üben in der Regel einen Beruf aus.
- Supernumerarier: meist verheiratete Laien, die ihren normalen Familien- und Berufsverpflichtungen nachgehen und das geistliche Programm des Opus Dei in ihrem Alltag umsetzen.
- Assoziierte (oder assoziierte Mitglieder): Personen, die ähnliche Ziele verfolgen, aber oft nicht in das volle Alltagsengagement eingebunden sind wie Numerarier.
- Priester der Prälatur: Seelsorger, die für die Ausbildung und die Sakramentenspendung innerhalb der Prälatur zuständig sind.
Weltweit hat das Opus Dei mehrere zehntausend Mitglieder (in vielen Quellen werden rund 85.000 Mitglieder in etwa 80 Ländern genannt), darunter Männer und Frauen aus verschiedenen Berufsgruppen.
Spiritualität und Ziele
Die Spiritualität des Opus Dei betont vor allem die Heiligung des normalen Lebens: Arbeit, Familie, politische und kulturelle Mitwirkung sollen als Mittel der christlichen Berufung betrachtet werden. Typische Elemente der Praxis sind:
- Tägliche Gebete und Teilnahme an der Heiligen Messe
- Geistliche Begleitung (spirituelle Leitung) und regelmässige Beichte
- Persönliche und gemeinschaftliche Bildung in Glaubenslehre und christlicher Moral
- Einübung christlicher Tugenden und oft auch asketische Praktiken in unterschiedlichem Maß
Das Ziel ist, Menschen zu helfen, in ihrem konkreten Lebensumfeld christlich zu wirken und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
Apostolische Tätigkeiten und Einrichtungen
Das Opus Dei ist international in Bildung und sozialen Projekten tätig. Dazu gehören Schulen, Universitätszentren, berufliche Ausbildungsstätten und kulturelle Initiativen. Viele dieser Angebote fokussieren auf fachliche Ausbildung kombiniert mit religiöser und ethischer Bildung.
Kritik und öffentliche Wahrnehmung
Das Opus Dei ist in der Öffentlichkeit umstritten: Befürworter loben die Betonung auf persönlicher Heiligung, Einsatz für Bildung und die Förderung christlicher Werte in der Gesellschaft. Kritiker werfen dem Werk Geheimniskrämerei, zu starke Bindung an Führungspersonen, und einen elitären Habitus vor. Auch Fragen zur Rolle der Frauen, zu Formen der Askese und zur Transparenz in Finanz- und Personalfragen wurden wiederholt diskutiert. Die Leitung des Opus Dei hat viele dieser Kritikpunkte beantwortet und betont die Legalität, die kirchliche Anerkennung sowie die Arbeit für das Gemeinwohl.
Zusammenfassung
Das Opus Dei versteht sich als eine Bewegung innerhalb der römisch-katholischen Kirche, die Menschen dazu ermutigt, im Alltag heilig zu leben und Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu übernehmen. Als Personalprälatur verfügt es über eine spezielle kirchenrechtliche Struktur, die ihm erlaubt, weltweit eine einheitliche seelsorgliche Betreuung seiner Mitglieder zu gewährleisten. Die Bewegung hat eine starke Bildungs- und Sozialpräsenz, ist aber zugleich Gegenstand anhaltender öffentlicher Debatten.

