Pflaume (Prunus domestica): Beschreibung, Sorten & Verwendung
Pflaume (Prunus domestica): Alles zu Aussehen, beliebten Sorten (Greengage, Damson), Anbau, Ernte & Verwendung – frisch, getrocknet, als Marmelade oder Saft.
Eine Pflaume ist eine süße bis säuerliche Steinnussfrucht, die an einem Pflaumenbaum wächst. Der wissenschaftliche Name für den in Europa weit verbreiteten Kulturtyp lautet Prunus domestica. Frische Früchte werden allgemein als Pflaumen bezeichnet; nach dem Trocknen spricht man von Trockenpflaumen oder Backpflaumen (im Englischen „prunes“). Die Farbe "Pflaume" leitet ihren Namen von der Frucht ab.
Prunus domestica ist die europäische Pflaume. Die meisten Pflaumen, die wir essen, stammen von Sorten dieses Baums. Bekannte Sortengruppen sind etwa Reineclauden (engl. Greengages) und Damsons. Es gibt aber sehr viele weitere Sorten mit unterschiedlichen Formen, Farben, Geschmacksrichtungen und Verwendungszwecken.
Beschreibung und Aufbau
Die Pflanze wächst meist als großer Strauch oder kleiner Baum. Im Frühjahr erscheint eine auffällige weiße Blüte, die Bienen und andere Bestäuber anzieht. Viele Wildtypen tragen an den Zweigen auch Dornen, bei modernen Kultursorten sind diese meist reduziert oder fehlen.
Die Frucht ist eine Steinfrucht mit einem einzigen großen Samen (Stein). Der Durchmesser kann je nach Sorte bis zu etwa 8 cm erreichen. Die Schale ist meist glatt und kann gegessen werden. Das Fruchtfleisch ist saftig; die Farbe des Fruchtfleisches reicht von gelblich über grünlich bis rötlich oder braunlich. Viele Pflaumen sind süß (Dessertpflaumen), andere eher säuerlich und eignen sich besser zum Kochen oder Einmachen.
Farben und Formen
Pflaumen können sehr unterschiedliche Farben haben:
- Purpur- bis tiefviolett (häufig als purpurfarbene Pflaumen bezeichnet) — oft sehr aromatisch.
- Rötlich-violett — typische Marktpflaumen.
- Gelb oder grünlich (z. B. Reineclauden).
- Rot oder grün bis weiß helle Sorten.
Die Frucht besitzt eine Längsrille; der Stein sitzt im Inneren und lässt sich bei vielen Sorten relativ gut vom Fruchtfleisch lösen (freiliegender Stein) oder ist fester damit verbunden (anhaftender Stein).
Bestäubung und Fruchtansatz
Einige Pflaumenbäume sind selbstfruchtbar, viele Sorten benötigen jedoch einen fremdbestäubenden Befruchter in der Nähe, damit sich die Frucht bildet. Ohne geeignete Bestäubung kann die Ertragseinbußen bis zum kompletten Ausfall der Ernte führen. Zur Bestäubung tragen Insekten wie Honig- und Wildbienen bei. Beim Kauf von Obstbäumen sollte man deshalb auf die Empfehlungen zur Bestäuber-kompatibilität achten.
Sorten und ihre Verwendung
Es gibt Sorten, die sich besonders gut zum Frischverzehr eignen, andere sind ideal zum Einkochen, Einlegen oder Trocknen. Beispiele:
- Frischverzehr: süße Dessertpflaumen, oft saftig und aromatisch.
- Kochpflaumen: säuerliche Sorten, die Geschmack beim Kochen behalten (z. B. für Kompott).
- Trockenpflaumen / Backpflaumen: Sorten, die nach dem Trocknen formstabil und aromatisch bleiben.
- Besondere Spezialitäten: Reineclauden (Greengages) — meist grünlich-gelb; Damsons — oft klein und aromatisch, gut zum Einmachen.
Anbau, Pflege und Ernte
Pflaumen gedeihen in sonniger bis halbschattiger Lage auf tiefgründigen, gut durchlässigen Böden. Wichtige Pflegemaßnahmen:
- Richtiger Pflanzabstand und Windschutz.
- Regelmäßiger Schnitt zur Kronenpflege und zur Förderung der Fruchtbildung.
- Wasser in Trockenphasen, besonders während der Fruchtentwicklung.
- Auslichten der Krone zur besseren Belichtung und Luftzirkulation — das reduziert Pilzkrankheiten.
Die Erntezeit reicht je nach Sorte von Frühsommer bis Herbst. Pflaumen sollten bei Reife geerntet werden, da sie am Baum ihr volles Aromapotential entwickeln; manche Sorten reifen aber auch nach dem Pflücken noch nach.
Verwendung in Küche und Lebensmittelverarbeitung
Pflaumen sind vielseitig verwendbar:
- Frisch als Snack oder in Obstsalaten.
- Gekocht als Kompott, Marmelade oder Konfitüre — die Schale enthält pektinhaltige Stoffe, die beim Gelieren helfen (Marmelade).
- Als Zutat in Kuchen, Desserts und herzhafter Küche.
- Trocknen zu Trockenpflaumen oder Backpflaumen; aus dem Saft lassen sich auch Getränke wie Wein oder Schnäpse herstellen.
- Herstellung von Spirituosen und regionalen Spezialitäten (z. B. Pflaumenbrand).
Nährwerte und Gesundheit
Pflaumen sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen (vor allem Vitamin C und einige B-Vitamine) sowie Mineralstoffen wie Kalium. Sie enthalten zudem natürliche Zucker und sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Polyphenole), die antioxidativ wirken können. Getrocknete Pflaumen sind besonders ballaststoffreich und enthalten Sorbitol, das abführend wirken kann — deshalb werden sie oft zur Unterstützung der Verdauung empfohlen.
Lagerung und Haltbarmachung
- Frische Pflaumen sind im Kühlschrank mehrere Tage haltbar; reife Früchte sollten rasch verzehrt werden.
- Einmachen, Einkochen, Einfrieren oder Trocknen verlängert die Haltbarkeit deutlich.
- Beim Trocknen entstehen Trockenpflaumen, die sich gut lagern lassen und reich an Nährstoffen sind.
Schädlinge und Krankheiten
Wichtige Probleme beim Pflaumenanbau sind Pilzkrankheiten wie Braunfäule (Monilia/Monilinia), bakterielle Erkrankungen (z. B. Krebserreger), das Pflaumen-Mosaikvirus (Sharka) sowie Schädlinge wie die Pflaumen- oder Zwetschgenmotte. Vorbeugend wirken Standortwahl, resistente Sorten, regelmäßiger Schnitt, Hygiene im Garten (Entfernen befallener Früchte) und bei Bedarf gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen.
Kulinarische und kulturelle Bedeutung
Pflaumen spielen in vielen Küchen Europas eine wichtige Rolle — von frischen Früchten über eingemachte Konfitüren bis zu traditionellen Spirituosen. Viele Regionen haben zudem eigene, über Generationen gepflegte Sorten und Verarbeitungsarten, die Teil des kulinarischen Erbes sind.
Die Pflaume ist eng verwandt mit der Aprikose und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Kultivierung
Es gibt viele Pflaumensorten. Pflaumen gibt es in einer Vielzahl von Farben und Größen. Einige haben ein viel festeres Fruchtfleisch als andere, und einige haben gelbes, weißes, grünes oder rotes Fruchtfleisch mit ebenso unterschiedlicher Schalenfarbe. Dies sind einige der bekanntesten Sorten:
- Zwetschge (violette oder schwarze Haut, grünes Fleisch, Klinkenstein, adstringierend)
- Greengage (festes, grünes Fruchtfleisch und grüne Schale auch im reifen Zustand)
- Gelbgage oder Goldpflaume (ähnlich wie Greengage, aber gelb)
- Victoria-Pflaume (gelbes Fruchtfleisch mit roter oder gesprenkelter Schale)
- Satsuma-Pflaume (festes rotes Fruchtfleisch mit roter Schale)
- Mirabellenpflaume (dunkelgelb, hauptsächlich in Nordostfrankreich angebaut)
Verwandte Seiten
- Pflaume (Farbe)
- Obstbäume
Fragen und Antworten
F: Wie lautet der wissenschaftliche Name für einen Pflaumenbaum?
A: Der wissenschaftliche Name für einen Pflaumenbaum ist Prunus domestica.
F: Welche Sorten von Pflaumen gibt es?
A: Zu den Pflaumensorten gehören Greengages, Zwetschgen, lila Pflaumen, gelbe Pflaumen, rote Pflaumen, grüne Pflaumen und weiße Pflaumen.
F: Wie groß kann eine Pflaume sein?
A: Pflaumen können einen Durchmesser von bis zu 8 cm haben.
F: Brauchen alle Pflaumenbäume eine andere Pflanze in der Nähe, um die Blüten zu befruchten?
A: Ja, die meisten Pflaumenbäume brauchen einen anderen Baum in der Nähe, der die Blüten befruchtet, damit sie Früchte tragen können.
F: Welche Farbe haben violette Pflaumen?
A: Violette Pflaumen haben eine tief violette Farbe.
F: Hat das Fruchtfleisch irgendwelche besonderen Eigenschaften?
A: Das Fruchtfleisch ist bräunlich und sehr saftig.
F: Ist sie mit anderen Obstsorten verwandt?
A: Die Pflaume ist eng mit der Aprikose verwandt.
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