Der Quokka, Setonix brachyurus, ist ein kleines Beuteltier von etwa der Größe einer Großkatze. Wie andere Tiere aus der Familie der Makropoden, wie Kängurus und Wallabys, frisst der Quokka Gras und kleine Pflanzen und ist hauptsächlich nachtaktiv. Er lebt auf einigen kleinen Inseln vor der Küste Westaustraliens, hauptsächlich auf Rottnest Island in der Nähe von Perth und Bald Island in der Nähe von Albany. Eine kleine Anzahl lebt auf dem Festland im Schutzgebiet Two Peoples Bay, das sie sich mit Gilbert's Potoroo teilen. Der Quokka ist das einzige Mitglied der Gattung Setonix.
Erscheinungsbild
Quokkas sind gedrungene, kurzschwänzige Makropoden mit rundlichem Kopf, kleinen runden Ohren und einem dichten, graubraunen Fell. Größe und Gewicht: Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von ca. 40–54 cm und wiegen typischerweise zwischen 2,5 und 5 kg. Die Schwanzlänge ist relativ kurz im Vergleich zu Kängurus. Ihr Gesichtsausdruck wirkt oft „lächelnd“, was ihnen große Popularität bei Besuchern eingebracht hat.
Lebensraum & Verbreitung
Quokkas besiedeln hauptsächlich buschiges sowie dorniges Unterholz in Küstenbereichen und aufinselbewachsenen Landschaften. Sie kommen vor allem vor auf:
- Rottnest Island (sehr häufig, dort relativ sicher vor eingeführten Räubern)
- Bald Island (kleine Population)
- einigen Küstengebieten und Schutzgebieten auf dem Festland Südwestaustraliens (z. B. Two Peoples Bay)
Auf dem Festland sind die Vorkommen stark fragmentiert und anfälliger für Bedrohungen durch Habitatverlust und eingeschleppte Raubtiere.
Ernährung und Verhalten
Quokkas sind reine Pflanzenfresser. Ihre Nahrung besteht aus Gräsern, Blättern, Kräutern, Rinde und jungen Trieben. Sie sind überwiegend nachtaktiv und verbringen den Tag meist in Schutzplätzen im Dickicht. Quokkas sind relativ beweglich: sie können kurze Strecken hüpfen wie andere Makropoden, klettern teilweise auch in niedrige Sträucher oder kleine Bäume.
Wasser können Quokkas oft über längere Zeit vermeiden, weil sie Feuchtigkeit aus der Nahrung aufnehmen und physiologisch an trockene Bedingungen angepasst sind.
Fortpflanzung
Weibliche Quokkas haben einen Beutel, in dem das Jungtier (Joey) nach einer kurzen Tragzeit von etwa einem Monat weiterreift. Das Jungtier bleibt mehrere Monate im Beutel und wird dort geschützt versorgt, bevor es selbstständig wird. Quokkas können das Fortpflanzungsgeschehen durch embryonale Diapause verzögern, eine Fähigkeit, die bei vielen Makropoden vorkommt und die es ermöglicht, das Geburtstiming an Umweltbedingungen anzupassen.
Gefährdung & Schutz
Der Quokka gilt nach der IUCN-Liste als gefährdet (vulnerable). Hauptbedrohungen sind:
- eingeführte Räuber wie Füchse und verwilderte Katzen auf dem Festland
- Habitatverlust durch Landwirtschaft, Siedlungsausbau und Straßenbau
- Bushfires (Heißbrände) und die Zunahme extremer Wetterereignisse durch den Klimawandel
- Störungen durch Menschen, illegales Füttern und falscher Umgang (Stress für die Tiere)
Zu den Schutzmaßnahmen gehören Habitat- und Reservatserhalt, Bejagung oder Kontrolle eingeschleppter Räuber, Überwachungsprogramme, lokal begrenzte Wiederansiedlungen sowie Aufklärung von Besucherinnen und Besuchern—insbesondere auf Inseln wie Rottnest Island, wo Quokkas für Touristinnen und Touristen leicht zugänglich sind.
Quokkas und Menschen
Quokkas sind berühmt für ihre „freundliche“ Erscheinung und gelten als beliebte Fotomotive („Selfies“). Wichtig ist dabei:
- Quokkas dürfen nicht gefüttert werden – menschliche Nahrung schadet ihrer Gesundheit.
- Distanz halten: Anfassen und unnötiges Stören kann den Tieren Stress bereiten und ist in Schutzgebieten oft verboten.
- Verantwortungsbewusster Tourismus trägt zum Schutz der Art bei.
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Setonix brachyurus
- Familie: Makropodidae (Makropoden)
- Verbreitung: Inseln vor Westaustralien (v. a. Rottnest Island, Bald Island) und kleine festländische Reste
- Lebensraum: buschiges Küsten- und Inselunterholz
- Ernährung: Pflanzenfresser (Gräser, Blätter, Triebe)
- Aktivität: überwiegend nachtaktiv
- Fortpflanzung: Beuteltier mit kurzer Tragzeit, Joeys reifen im Beutel
- Gefährdungsstatus: gefährdet (vulnerable)
- Lebenserwartung: bis zu etwa 10 Jahre in freier Wildbahn (je nach Standort)
Quokkas sind ein typisches Beispiel dafür, wie isolierte Inselpopulationen einerseits Schutz bieten können, aber andererseits auch besondere Empfindlichkeiten gegenüber menschlichen Einflüssen und eingeführten Arten entwickeln. Schutzmaßnahmen und verantwortungsbewusster Umgang durch Besucherinnen und Besucher sind entscheidend, um diese charismatischen Beuteltiere auch für kommende Generationen zu erhalten.

