Ein Nationales Olympisches Komitee des Saarlandes wurde im Frühjahr 1950 im Protektorat Saar, einem Teil Westdeutschlands, der 1945 von Frankreich kontrolliert wurde, gegründet. Das Komitee wurde kurz darauf vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt und ermöglichte dem Gebiet damit eine eigene Teilnahme an Olympischen Spielen.

Als eigenständige Mannschaft nahmen die Sportler des Saarlandes nur an den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki teil. Insgesamt umfasste die Delegation 36 Personen, davon 31 Männer und 5 Frauen; sie traten in 32 Wettbewerben in neun Sportarten an. Trotz engagierter Leistungen gewann das Team keine olympischen Medaillen. Die saarländischen Athletinnen und Athleten traten in Disziplinen wie Leichtathletik, Schwimmen, Fechten und weiteren Sportarten an, die die Breite des Programms widerspiegelten.

Bei den Sommerspielen 1956 schlossen sich die saarländischen Athleten der deutschen Mannschaft an. Die politische Entwicklung war eng mit dieser sportlichen Sonderstellung verbunden: Nach einem Referendum 1955 und dem Abschluss des Saarvertrags 1956 wurde das Gebiet schließlich 1957 in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert und bildet heute das deutsche Bundesland Saarland.

Die Teilnahme des Saarlandes 1952 bleibt ein bemerkenswerter historischer Fußabdruck in der Geschichte der Olympischen Spiele — ein Beispiel dafür, wie Sport und internationale Politik in der Nachkriegszeit eng miteinander verknüpft waren.

  • Jahr der Gründung des NOK: Frühjahr 1950
  • Einzige eigenständige Olympiateilnahme: Sommerspiele 1952 (Helsinki)
  • Delegationsgröße: 36 Personen (31 Männer, 5 Frauen)
  • Wettkämpfe: 32 Starts in 9 Sportarten
  • Medaillen: keine
  • Weitere Entwicklung: 1956 Teilnahme saarländischer Athleten in der deutschen Mannschaft; 1957 Eingliederung als Bundesland Saarland