Saarland bei Olympia 1952: Teilnehmer, Fakten & Geschichte

Saarland bei Olympia 1952: Detaillierte Teilnehmerliste, historische Fakten und Hintergründe zur einzigartigen Teilnahme des Protektorats – Athleten, Ergebnisse und Zeitgeschichte.

Autor: Leandro Alegsa

Ein Nationales Olympisches Komitee des Saarlandes wurde im Frühjahr 1950 im Protektorat Saar, einem Teil Westdeutschlands, der 1945 von Frankreich kontrolliert wurde, gegründet. Das Komitee wurde kurz darauf vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt und ermöglichte dem Gebiet damit eine eigene Teilnahme an Olympischen Spielen.

Als eigenständige Mannschaft nahmen die Sportler des Saarlandes nur an den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki teil. Insgesamt umfasste die Delegation 36 Personen, davon 31 Männer und 5 Frauen; sie traten in 32 Wettbewerben in neun Sportarten an. Trotz engagierter Leistungen gewann das Team keine olympischen Medaillen. Die saarländischen Athletinnen und Athleten traten in Disziplinen wie Leichtathletik, Schwimmen, Fechten und weiteren Sportarten an, die die Breite des Programms widerspiegelten.

Bei den Sommerspielen 1956 schlossen sich die saarländischen Athleten der deutschen Mannschaft an. Die politische Entwicklung war eng mit dieser sportlichen Sonderstellung verbunden: Nach einem Referendum 1955 und dem Abschluss des Saarvertrags 1956 wurde das Gebiet schließlich 1957 in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert und bildet heute das deutsche Bundesland Saarland.

Die Teilnahme des Saarlandes 1952 bleibt ein bemerkenswerter historischer Fußabdruck in der Geschichte der Olympischen Spiele — ein Beispiel dafür, wie Sport und internationale Politik in der Nachkriegszeit eng miteinander verknüpft waren.

  • Jahr der Gründung des NOK: Frühjahr 1950
  • Einzige eigenständige Olympiateilnahme: Sommerspiele 1952 (Helsinki)
  • Delegationsgröße: 36 Personen (31 Männer, 5 Frauen)
  • Wettkämpfe: 32 Starts in 9 Sportarten
  • Medaillen: keine
  • Weitere Entwicklung: 1956 Teilnahme saarländischer Athleten in der deutschen Mannschaft; 1957 Eingliederung als Bundesland Saarland

Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte das Saarland im Mai 1949 nicht Teil der Bundesrepublik Deutschland werden. Seine Annexion durch Frankreich wurde von den anderen Alliierten und den Punkten 2 und 3 der Atlantik-Charta nicht gestattet.

Da die lokale Bevölkerung Frankreich nicht beitreten wollte, wurden separate internationale Organisationen gegründet. Dazu gehörten die saarländische Fußballmannschaft und 1950 ein NOC, auf Deutsch Nationales Olympisches Komitee des Saarlandes genannt. Für die Olympischen Winterspiele 1952 schickte die Region keine Athleten nach Oslo.

Das Saarland kann auf eine über 500-jährige Geschichte des Kohlebergbaus zurückblicken. Sie schenkten eine Grubenlampe, in der die Flamme des Fackellaufs der Olympischen Sommerspiele 1952 in Helsinki sicher in Flugzeugen mitgeführt werden konnte. Bei der Eröffnungsfeier marschierten 36 saarlaendische Sportler vor der deutschen Mannschaft. Sie gewannen keine Medaille. Sie belegten Platz 44 von insgesamt 69 Mannschaften. Viele andere Mannschaften, die keinen Sieg errangen, belegten zusammen Platz 44.

Der Saarvertrag vom Oktober 1956 ermöglichte es dem Saarland, Deutschland ab dem 1. Januar 1957 wieder beizutreten.

Obwohl es möglich war, wurden keine separaten saarländischen Mannschaften zu den Spielen 1956 geschickt. An den Olympischen Spielen nahm in jenem Jahr eine Einheitsmannschaft Deutschlands teil, der Athleten aller drei deutschen Bundesländer angehörten. 1952 war der einzige Olympiaauftritt des Saarlandes als eigenständige Mannschaft. Das Olympische Komitee des Saarlandes endete im Februar 1957 und seine Mitglieder wurden Teil des deutschen NOC.

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