Basophile (basophile Granulozyten): Definition, Funktion & Bedeutung

Basophile (basophile Granulozyten): seltene, histaminhaltige Leukozyten — Funktion, Bedeutung und ihre Rolle bei Allergien & Parasitenabwehr kompakt erklärt.

Autor: Leandro Alegsa

Basophile, oder basophile Granulozyten, sind seltene Granulozyten. Wenn Sie 10.000 weiße Blutkörperchen hätten, wären nur 1–30 davon Basophile. Das entspricht typischerweise weniger als 1 % aller Leukozyten; absolute Werte liegen meist im Bereich von etwa 0–0,3 × 10^9/L (je nach Laborreferenzbereich).

Basophile enthalten große zytoplasmatische Granula. Diese Granula sind stark basophil und nehmen basische Farbstoffe auf; bei Färbung können sie den Zellkern teilweise oder ganz verdecken. Wenn die Granula nicht gefärbt sind, ist der Zellkern sichtbar und zeigt meist zwei Lappen.

Aufbau und Herkunft

Basophile entstehen im Knochenmark aus hämatopoetischen Stammzellen und gehören zur myeloischen Zellreihe. Obwohl sie in Aussehen und Funktion der Mastzelle ähneln, stammen Mastzellen und Basophile von unterschiedlichen Vorläuferzellen ab. Mastzellen zirkulieren normalerweise nicht im Blut, sondern reifen im Bindegewebe heran und verbleiben dort; Basophile dagegen zirkulieren im Blut und wandern bei Bedarf in Gewebe ein.

Wirkstoffe in den Granula

Die Granula der Basophilen enthalten u. a. Histamin, Heparin und weitere Mediatoren (Proteasen, Leukotriene, verschiedene Zytokine wie IL‑4 und IL‑13). Bei Aktivierung setzen Basophile diese Substanzen frei, was Entzündungsreaktionen, Gefäßdilatation und erhöhter Gefäßpermeabilität bewirken kann.

Funktion und Aktivierung

Der genaue Beitrag der Basophilen zum Immunsystem ist noch nicht vollständig verstanden, doch sind einige Funktionen gut belegt:

  • Auf der Zellmembran tragen Basophile hohe Affinitätsrezeptoren für IgE; diese Rezeptoren binden Immunglobulin E. Bindet ein Antigen an gebundenes IgE, kommt es zur Aktivierung und zur Freisetzung der Granulainhalte.
  • Basophile spielen eine Rolle bei Allergien und anaphylaktischen Reaktionen durch Histaminausschüttung und die Verstärkung von Th2‑Immunantworten.
  • Sie sind an der Abwehr von Makroparasiten (z. B. Wurminfektionen) beteiligt und werden an Orten von Ektoparasiten‑Infektionen, wie beispielsweise durch Zecken, oft in ungewöhnlich hoher Zahl gefunden.
  • Basophile können als Antigen-präsentierende Zellen und als Quelle von Zytokinen das adaptive Immunsystem beeinflussen, insbesondere die Differenzierung in Th2‑Zellen.

Diagnostische Bedeutung

Basophile werden routinemäßig im Blutbild (Differenzialblutbild) erfasst. Zwei Begriffe sind wichtig:

  • Basophilie – erhöhte Zahl an Basophilen. Ursachen können allergische Reaktionen, parasitäre Infektionen, chronisch‑entzündliche Erkrankungen oder myeloproliferative Neoplasien (z. B. chronische myeloische Leukämie) sein.
  • Basopenie – erniedrigte Zahl an Basophilen. Häufig klinisch wenig spezifisch; kann bei akuten Infektionen oder Stressreaktionen auftreten.

Wegen ihrer geringen Zahl kann die zuverlässige Bestimmung der Basophilen teilweise schwierig sein; bei unklaren Befunden helfen spezielle Durchflusszytometrie‑Marker (z. B. CD123, CD203c) und wiederholte Messungen.

Lebensdauer und Verhaltensweise

Basophile zirkulieren nur kurz im Blut (Stunden bis wenige Tage) und wandern bei Bedarf in Gewebe ein, wo sie auf Stimuli reagieren. Im Gewebe können sie ähnlich wie Mastzellen an lokalen Entzündungsreaktionen teilnehmen.

Unterschiede zu Mastzellen

Wichtig ist die Abgrenzung zu Mastzellen:

  • Basophile: zirkulieren im Blut, entwickeln sich im Knochenmark, selten (weniger als 1 % der Leukozyten).
  • Mastzellen: stationär im Gewebe (z. B. Haut, Schleimhäute), reifen in peripheren Geweben, spielen ebenfalls eine zentrale Rolle bei Allergien.

Forschung und offene Fragen

Obwohl die Rolle der Basophilen bei Allergien und Parasitenabwehr anerkannt ist, gibt es weiterhin Forschungsbedarf, um ihre genauen Beiträge zu Immunregulation, chronischen Entzündungen und Erkrankungen des blutbildenden Systems besser zu verstehen. Neue molekulare Marker und funktionelle Studien helfen, ihre Bedeutung im Immunsystem weiter aufzuklären.

Zusammenfassung: Basophile sind seltene, aber funktionell wichtige Granulozyten mit basophilen Granula, die Mediatoren wie Histamin speichern. Sie tragen durch IgE‑vermittelte Aktivierung zur Abwehr von Parasiten und zu allergischen Reaktionen bei, unterscheiden sich aber sowohl in Herkunft als auch in Verhalten deutlich von Mastzellen.

Zeichnung eines basophilen Granulozyten. Siehe Animation unter [1]Zoom
Zeichnung eines basophilen Granulozyten. Siehe Animation unter [1]

Fragen und Antworten

F: Was sind Basophile?


A: Basophile sind seltene Granulozyten im Blut, die große zytoplasmatische Granula enthalten und nur 1-30 von 10.000 weißen Blutkörperchen ausmachen.

F: Welche Aufgabe haben die basophilen Granula?


A: Die basophilen Granula verbergen den Zellkern, wenn sie angefärbt sind, aber wenn sie ungefärbt sind, ist der Kern sichtbar und hat normalerweise zwei Lappen. Die Granula speichern auch Histamin, eine Chemikalie, die von den Zellen ausgeschüttet wird, wenn sie stimuliert werden.

F: Was ist eine Mastzelle?


A: Die Mastzelle ist ein weiterer Granulozyt, der in Aussehen und Funktion den Basophilen ähnelt. Beide Zelltypen speichern Histamin, stammen aber von unterschiedlichen Zelllinien ab. Mastzellen zirkulieren normalerweise nicht im Blutkreislauf, sondern bleiben im Bindegewebe.

F: Wie funktionieren sowohl Basophile als auch Mastzellen?


A: Die Funktionsweise von Basophilen und Mastzellen ist nicht genau bekannt, aber beide haben Proteinrezeptoren auf ihrer Zellmembran, die IgE binden, ein Immunglobulin, das an der Abwehr von Makroparasiten und Allergien beteiligt ist.

F: Was bedeutet es, dass Basophile basophil sind?


A: Basophile werden als basophil bezeichnet, weil sie mit basischen Farbstoffen angefärbt werden, wie in den Abbildungen gezeigt.

F: Wo sind Basophile in großer Zahl zu finden?


A: Basophile finden sich in ungewöhnlich großer Zahl an Stellen, die von Ektoparasiten befallen sind, zum Beispiel von Zecken.

F: Wie gelangen basophile Granulozyten aus dem Blut ins Gewebe, wenn sie gebraucht werden?


A: Wie alle zirkulierenden Granulozyten wandern die Basophilen bei Bedarf vom Blut ins Gewebe.


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