Schweiß, auch Schwitzen genannt, ist eine körpereigene Flüssigkeit, die von der Haut produziert wird, wenn der Körper Wärme abgeben muss. Schweiß wird in den Schweißdrüsen unter der Oberfläche der Haut gebildet und tritt aus winzigen Öffnungen in der Haut aus, den sogenannten Poren. Er besteht hauptsächlich aus Wasser und enthält gelöste Mineralien, vor allem Salze (vor allem Natriumchlorid), außerdem geringe Mengen von Harnstoff, Laktat, Aminosäuren und Spurenelementen.

Funktion und Bedeutung

Die Hauptaufgabe des Schwitzens ist die Temperaturregulation: beim Verdunsten des Schweißes entzieht er dem Körper Wärme und kühlt so die Haut und den Körperinneren ab. Dieser Prozess gehört zur Thermoregulation des Körpers. Wenn Schweiß auf der Haut verdunstet (in ein Gas übergeht), wird Wärmeenergie abgeführt. Zusätzlich dient Schweiß als Weg zur Ausscheidung kleinerer Stoffwechselabbauprodukte und kann einen Beitrag zum Elektrolytgleichgewicht leisten.

Arten der Schweißdrüsen

Die Haut besitzt zwei Haupttypen von Schweißdrüsen:

  • Ekkrine (merokrine) Schweißdrüsen: Sie sind über den ganzen Körper verteilt und produzieren den überwiegenden, wässrigen Schweiß, der für die Kühlung verantwortlich ist. Ein Erwachsener hat je nach Quelle etwa 2–4 Millionen solcher Drüsen. Sie fehlen an den Lippen, Brustwarzen und den äußeren Geschlechtsorganen.
  • Apokrine Schweißdrüsen: Diese sind in Bereichen wie Achselhöhlen und Leiste mit Haarfollikeln verbunden. Ihr Sekret ist zunächst zähflüssiger und enthält Proteine und Lipide, die von Hautbakterien zersetzt werden können – dabei entstehen Geruchsstoffe.

Warum riecht Schweiß?

Frischer Schweiß ist geruchlos. Der typische Körpergeruch entsteht, wenn bakterielle Hautflora Bestandteile des apokrinen Schweißes (Proteine, Fette) abbaut und dabei flüchtige, riechende Substanzen (z. B. kurzkettige Fettsäuren, Schwefelverbindungen) freisetzt. Deshalb reduzieren Produkte, die Bakterien hemmen oder geruchsbindende Stoffe enthalten, wahrgenommenen Schweißgeruch.

Deodorants und Antitranspirantien

Viele Menschen verwenden Deodorants, um Geruch zu überdecken oder Bakterien zu reduzieren, und Antitranspirantien, um das Schwitzen zu verringern. Antitranspirantien enthalten meist Aluminiumsalze, die zeitweise die Schweißdrüsenausgänge verschließen und so die Schweißmenge an der entsprechenden Hautstelle senken.

Auslöser und Arten des Schwitzens

Schwitzen kann physiologisch oder pathologisch sein. Häufige Auslöser sind:

  • Temperaturerhöhung (Hitze, körperliche Belastung)
  • Emotionen (Stress, Angst, Nervosität)
  • Scharfes Essen (gustatorisches Schwitzen)
  • Hormonelle Veränderungen (z. B. Wechseljahre/„Hitzewallungen“)
  • Fieber, Infektionen oder Stoffwechselstörungen
  • Medikamente (z. B. einige Antidepressiva, Antipyretika)

Bei krankhaft gesteigertem Schwitzen spricht man von Hyperhidrose; sie kann lokal (z. B. Achseln, Hände, Füße) oder generalisiert auftreten.

Wann ist Schweiß problematisch und was hilft?

Intensive, belastende oder plötzlich auftretende Schweißanfälle sollten medizinisch abgeklärt werden, besonders wenn sie ohne ersichtlichen Anlass oder in Ruhe auftreten. Gegen vermehrtes Schwitzen und unangenehmen Geruch helfen:

  • Alltagsmaßnahmen: häufiges Waschen, atmungsaktive Kleidung, Fußpflege
  • Topische Mittel: hochprozentige Aluminiumchlorid-Lösungen als Antitranspirantien
  • Medizinische Therapien: Iontophorese (besonders für Hände/Füße), Botulinumtoxin-Injektionen in die Achseln (wirkungsvoll, vorübergehend), systemische Anticholinergika (bei generalisierter Hyperhidrose)
  • Operative Verfahren: in schweren, therapieresistenten Fällen z. B. endoskopische thorakale Sympathektomie (mit möglichen Nebenwirkungen)

Weitere Hinweise

Schweiß leistet einen wichtigen Beitrag zur Körperfunktion und Gesundheit. In normalen Mengen ist Schwitzen nützlich und notwendig. Auffällige Veränderungen in Menge, Geruch oder Begleitsymptomen (z. B. Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Fieber) sollten ärztlich beurteilt werden.