Koboldmakis (Galagos): Baumlebende, nachtaktive Insektenjäger

Koboldmakis (Galagos): nachtaktive, baumbewohnende Insektenjäger – flinkes Springen, rein fleischliche Ernährung und überraschende Jagdtechniken auf Insekten, Vögel und Schlangen.

Autor: Leandro Alegsa

Die Kobolde (häufig Koboldmakis genannt) sind prosimianische Primaten und gehören zur Familie der Galagidae. Sie sind keine Affen – die Bezeichnung Affen oder Affen trifft auf sie nicht zu. Der deutsche Name erinnert an kleine, flinke Wesen und geht auf Aussehen und Laute zurück; die Tiere werden im Englischen oft auch „bush babies“ genannt.

Lebensraum und Aktivität

Koboldmakis sind überwiegend nachtaktiv und verbringen ihr Leben in Bäumen. Man findet sie in verschiedenen Lebensräumen Subsahara-Afrikas, etwa in trockenen und feuchten Wäldern, Buschländern und an Waldrändern. Sie sind ausgezeichnete Springer und bewegen sich mit schnellen Sprüngen von Ast zu Ast.

Körperbau und Sinne

  • Größe: Kleine bis mittelgroße Primaten mit langem Schwanz.
  • Hinterbeine: Sehr kräftig ausgeprägt, mit guter Sprungmuskulatur – dadurch sind weite Sprünge möglich.
  • Sinne: Große Augen für die Dämmerungs- und Nachtaktivität, sehr feines Gehör und bewegliche Ohren zur Ortung von Beute.
  • Fell und Farbe: Variiert je nach Art von graubraun bis rötlich; das Fell hilft bei der Tarnung in der Dunkelheit.

Ernährung

Entgegen der fehlerhaften Aussage, sie seien gänzlich fleischfressend, sind Koboldmakis meist opportunistische Insektenfresser. Ihre Nahrung umfasst hauptsächlich Insekten, ergänzt durch Früchte, Baumsäfte und gelegentlich kleine Wirbeltiere wie Vögel, Eier oder kleine Schlangen. Sie jagen aktiv: einige Arten „picken“ Insekten von Rinden oder Blättern, andere stoßen in Sprüngen fliegende Insekten oder greifen sitzende Beute.

Verhalten und Fortpflanzung

  • Sozialstruktur: Viele Arten sind eher territorial und leben alleine oder in lockeren Gruppen; Rang- und Revierverhalten wird häufig durch Rufe und Duftmarken geregelt.
  • Kommunikation: Markante Rufe spielen eine wichtige Rolle bei Revierabgrenzung und Partnersuche; außerdem wird intensiver Geruchssinn zur Markierung verwendet.
  • Fortpflanzung: Weibchen bringen meist ein bis zwei Junge zur Welt. Die Tragzeit variiert je nach Art, liegt aber häufig bei einigen Monaten. Jungtiere werden zunächst transportiert oder in Nestern versteckt und später an den Futterquellen mitgenommen.

Arten, Gefährdung und Schutz

Zur Familie gehören mehrere Gattungen (z. B. Galago, Otolemur, Euoticus), von kleinen bis mittelgroßen Arten. Der Gefährdungsgrad variiert: Manche Arten sind noch relativ häufig, andere sind durch Habitatverlust, Fragmentierung und illegalen Fang für den Haustierhandel bedroht. Schutzmaßnahmen umfassen Habitat-Erhalt, Forschung und lokale Umweltbildung. In Schutzgebieten und durch Monitoringprogramme können Populationen erhalten werden.

Zusammenfassung: Koboldmakis sind nachtaktive, baumlebende Primaten aus Afrika mit hervorragenden Sprungfähigkeiten und sehr guten Sinnen. Sie sind vorwiegend Insektenfresser, aber keine reinen Fleischfresser, und zeigen vielfältige Anpassungen an das Leben in der Dunkelheit.

Sinne

Kobolde haben ein unglaublich gutes Gehör.

Sie haben große Augen. Jedes ist etwa 16 mm breit, sie sind sehr berührungsempfindlich und wiegen so viel wie ihr gesamtes Gehirn. Im Gegensatz zu vielen nachtaktiven Tieren fehlt bei den Kobolden ein lichtreflektierender Bereich (tapetum lucidum) des Auges. Sie haben auch eine Fovea, was bei nachtaktiven Tieren ebenfalls nicht üblich ist.

Unterschied im Gehirn

Das Gehirn des Koboldhirns unterscheidet sich in einer Hinsicht von anderen Primaten. Die Abfolge der Zellschichten im seitlichen Genicularkern, die Informationen von beiden Augen erhalten, unterscheidet sich von der Anordnung bei Lemuren, Loris und Affen. "Dieser offensichtliche Unterschied unterscheidet Kobolde von allen anderen Primaten und bestärkt die Ansicht, dass sie in einer frühen, unabhängigen Linie der Primatenevolution entstanden sind".

Vervielfältigung

Die Schwangerschaft dauert etwa sechs Monate, was für ein so kleines Tier eine lange Zeit ist. Kobolde gebären alleinstehenden Nachwuchs.

Geschichte

Einst waren sie weit verbreitet, doch heute leben Kobolde nur noch auf Inseln in Südostasien. Fossilien werden in Asien, Europa und Nordamerika gefunden, und einige umstrittene Fossilien aus Afrika. Lebende Kobolde gibt es auf mehreren südostasiatischen Inseln, darunter die Philippinen, Sulawesi, Borneo und Sumatra.

Sie haben auch den längsten kontinuierlichen Fossiliennachweis aller Primaten. Die fossilen Aufzeichnungen zeigen, dass sich ihre Zähne in den letzten 45 Millionen Jahren nicht viel verändert haben, ausser in der Grösse. Das bedeutet, dass sich auch das, was sie essen, und wahrscheinlich auch ihre Lebensweise nicht viel verändert haben.

Massenmedien

Kobolde sollen die Inspiration für die berühmte Filmfigur Yoda aus Star Wars sein, da sie zwar klein sind, aber hervorragende Jagdfähigkeiten besitzen.

Erhaltungszustand

Eine Koboldart, Dian's Tarsier (Tarsius dentatus), ist auf der Roten Liste der IUCN als "risikoärmer - erhaltungsabhängig" aufgeführt. Horsfield's tarsier (Cephalopachus bancanus) ist als "risikoärmer - am wenigsten bedenklich" aufgeführt. Der Spektralweinstein (Tarsius-Spektrum) ist als "geringeres Risiko - nicht bedroht" kategorisiert. Der Zwergweinstein (Tarsius pumilus) galt als ausgestorben, bis 2008 eine Familie gefunden wurde. Die beiden Männchen und das alleinstehende Weibchen (ein viertes entkam) wurden mit Netzen gefangen und per Funk gefangen, um ihre Bewegungen zu verfolgen. Andere Koboldäre werden als "datenmangelhaft" aufgeführt.

Galerie

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Spektraler Tarsier

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