Die Biathlon-Veranstaltungen bei den Paralympischen Winterspielen 2018 fanden am 10. März 2018, 13. März 2018 und 16. März 2018 im Alpensia Biathlon Center statt.

Disziplinen und Entfernungen

Bei den Paralympics werden mehrere Einzelwettkämpfe im Biathlon ausgetragen. Grundsätzlich unterscheidet man kurze, mittlere und lange Distanzen; die konkret gefahrenen Längen in PyeongChang 2018 waren:

  • Kurze Entfernung (Sprint): Männer 7,5 km, Frauen 6 km
  • Mittlere Entfernung: Männer 12,5 km, Frauen 10 km
  • Große Entfernung (Langdistanz): Männer 15 km, Frauen 12,5 km

Je nach Distanz variiert die Anzahl der Schießeinlagen (z. B. Sprint mit zwei Schießeinlagen, längere Rennen mit mehreren Einlagen). Trefferquote entscheidet über Zeitstrafen oder Strafrunden – genaueres zur Bestrafung weiter unten.

Klassen und Einschätzungsverfahren

Para-Biathlon teilt die Athletinnen und Athleten in drei Hauptkategorien ein, damit Wettkämpfe fair stattfinden:

  • Sehbehinderung (visually impaired, VI): Sportler mit unterschiedlichem Grad an Sehbeeinträchtigung. Innerhalb dieser Kategorie gibt es weitere Abstufungen (z. B. stark sehbehindert bis blind). Athleten starten mit einem Guide, der auf der Loipe begleitet und taktische Hinweise gibt.
  • Stehend: Athleten mit körperlichen Behinderungen, die im Stehen Ski fahren (z. B. Amputationen oder Bewegungseinschränkungen an Gliedmaßen). Sie benutzen je nach Bedarf orthopädische Hilfsmittel.
  • Sitzend: Sportler mit schweren Bein- oder Rumpfbehinderungen, die mit einem sitzenden Ski (Sit-Ski) starten.

Um faire Vergleichsbedingungen zwischen unterschiedlich eingeschränkten Athleten zu schaffen, wird ein sogenannter Faktorsatz (Disability Factor) angewendet: die Zeiten der Athleten werden nach einem Prozentsatz korrigiert, der die Schwere der Behinderung berücksichtigt. Dadurch können Wettbewerbe mit unterschiedlichen Funktionsniveaus gegeneinander ausgetragen werden.

Schiessen, Technik und Hilfsmittel

  • Schiessformat: Je nach Wettbewerb finden mehrere Schießeinlagen statt, bei denen in der Regel im Liegen und/oder Stehend geschossen wird. Die Anzahl der Schüsse und die Reihenfolge hängen von der Distanz ab.
  • Strafen: Für nicht getroffene Scheiben werden Strafen verhängt – dies kann eine zusätzliche Strafrunde (Penalty Loop) oder eine Zeitstrafe sein. Die genaue Sanktion richtet sich nach der jeweiligen Wettkampfform.
  • Visuell eingeschränkte Athleten: Sie nutzen eine akustische Zielhilfe: das Gewehr ist mit einem Tongerät verbunden, das je nach Zielausrichtung unterschiedliche Tonhöhen oder Lautstärken erzeugt, sodass der Sportler die Zielmitte akustisch finden kann. Der Guide darf nicht aktiv ins Zielen eingreifen.
  • Sitzende Athleten: Sie schiessen aus dem Sit-Ski oder von einer stabilen Schiessbank; das Gewehr kann an eine Stütze montiert werden, die das Zielen unterstützt, bleibt aber vom Sportler zu bedienen.

Wettkampfformat und Start

Paralympischer Biathlon verwendet meist Intervallstarts (zeitversetzte Einzelsstarts), sodass jede Athletin/jeder Athlet gegen die Uhr kämpft. Die Reihenfolge der Startklassen und genaue Zeitpläne werden vom Veranstalter festgelegt. Entscheidungen im Ziel basieren auf den korrigierten (faktorisierten) Zeiten, sodass die Platzierungen die unterschiedlichen Beeinträchtigungen berücksichtigen.

Besonderheiten und Fairness

  • Die Klassifizierung der Athleten erfolgt durch medizinische und sportliche Experten und stellt sicher, dass Athleten mit ähnlichem Funktionsniveau gegeneinander antreten.
  • Guides für sehbehinderte Athleten erhalten oft ebenfalls Medaillen, da sie integraler Bestandteil der Leistung sind.
  • Geräte und Technik (Sit-Skis, Gewehranpassungen, akustische Hilfen) sind genau reglementiert, um Chancengleichheit zu gewährleisten.

Die Kombination aus Ausdauer, Technik auf den Skiern und Präzision beim Schießen macht den Paralympics-Biathlon zu einer sportlich anspruchsvollen und taktisch interessanten Disziplin.