Charles Milles Manson (geb. Maddox; 12. November 1934 – 19. November 2017) war ein amerikanischer Krimineller und Anführer eines kalifornischen Kults, der in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren mehrere Menschen ermordete. Sein Gruppierung, die vor allem junge Frauen und Männer umfasste, war unter dem Namen „Die Familie“ bekannt. Manson besaß eine manipulative Ausstrahlung, missbrauchte religiöse und popkulturelle Elemente zur Beeinflussung seiner Anhänger und entwickelte eine apokalyptische Ideologie, die er unter anderem mit dem Begriff „Helter Skelter“ beschrieb.
Frühes Leben und Entwicklung
Charles Manson wurde 1934 als Sohn einer sehr jungen Mutter geboren und wuchs in schwierigen Verhältnissen auf. Er verbrachte einen großen Teil seiner Jugend in Heimen und später wiederholt in Haftanstalten wegen zahlreicher Delikte, darunter Diebstahl und Körperverletzung. In den 1960er Jahren suchte er Anerkennung als Musiker und gelangte über Kontakte (unter anderem zu Mitgliedern der Musikszene in Los Angeles) in Kreise, die ihm halfen, eine kleine Gruppe von Anhängern um sich zu scharen. Teile der „Family“ lebten zeitweise auf der sogenannten Spahn Ranch, einem abgelegenen Gelände in Südkalifornien.
Die Morde 1969 und weitere Verbrechen
Manson plante und befahl Mitgliedern der „Family“, mehrere brutale Morde zu begehen. Am bekanntesten ist die Ermordung von SharonTate durch seine Anhänger in der Nacht vom 8. auf den 9. August 1969. Tate, die bei dem Angriff schwanger war, wurde zusammen mit Steven Parent (einem Freund des Hausmeisters), Jay Sebring (einem Friseur), Abigail Folger (einer Erbin und Sozialarbeiterin) und Wojciech Frykowski (einem polnischen Schriftsteller und Schauspieler) getötet. In der darauffolgenden Nacht wurden Leno LaBianca, ein Lebensmittelhändler, und seine Frau Rosemary LaBianca ermordet.
Neben diesen bekanntesten Taten waren Mitglieder der „Family“ auch an weiteren Gewalttaten beteiligt oder wurden dafür verurteilt, darunter der Mord an Gary Hinman (Juli 1969) und der Mord an Donald „Shorty“ Shea. Die Motivlage der Verbrechen wurde von Manson oft mit seiner Vorstellung eines bevorstehenden rassistischen Bürgerkriegs (seinen Begriffen wie „Helter Skelter“) und mit Versuchen, Rivalitäten und Aufmerksamkeit zu erzeugen, verknüpft.
Prozess, Verurteilung und Haft
Der Prozess gegen Manson und mehrere seiner Anhänger zog großes mediales und öffentliches Interesse auf sich. 1971 wurden Manson sowie mehrere zentrale Mitglieder der „Family“ (darunter Charles „Tex“ Watson, Susan Atkins, Patricia Krenwinkel und Leslie Van Houten) wegen Mordes und Verschwörung verurteilt. Die ursprünglich verhängten Todesstrafen wurden 1972 aufgehoben, nachdem die Todesstrafe in Kalifornien zeitweise für ungültig erklärt worden war; die Strafen wurden in lebenslange Haft umgewandelt.
Während der Prozessführung gab es intensive Debatten über Mansons psychische Verfassung. Sachverständige und Anwälte lieferten unterschiedliche Gutachten, doch vor Gericht galt Manson als zurechnungsfähig. In den folgenden Jahrzehnten lehnte ein Gericht wiederholt Anträge auf Bewährung ab; 2012 wurde ihm zum zwölften Mal die Bewährung verweigert. Zu diesem Zeitpunkt war er 77 Jahre alt; spätere Anhörungen wurden angesetzt, fanden de facto aber nicht mehr statt, da Manson 2017 verstarb.
Gefängnisleben, Tod und Nachwirkungen
Manson verbrachte die restlichen Jahre seines Lebens in kalifornischen Haftanstalten. Er blieb eine mediale Figur, zu der zahlreiche Bücher, Dokumentationen und Berichte erschienen. Am 19. November 2017 starb Charles Manson im Alter von 83 Jahren; laut Behördenangaben verstarb er nach einem Aufenthalt in einem Krankenhaus infolge altersbedingter gesundheitlicher Probleme.
Kulturgeschichte und Nachhall
Die Taten der „Family“ und der Prozess gegen Manson haben weitreichende kulturelle Spuren hinterlassen. Filme, Bücher, Serien und zahlreiche journalistische Aufarbeitungen behandeln die Ereignisse, Mansons Persönlichkeit und die Dynamik zwischen ihm und seinen Anhängern. Der Fall wird oft als Beispiel für Sektenmanipulation, für das Ende der idealisierten Hippie-Ära der 1960er Jahre und für die mediale Sensationslust genannt. Quentin Tarantinos Film „Once Upon a Time in Hollywood“ (2019) ist ein bekanntes fiktionales Beispiel, das die Ereignisse um Sharon Tate literarisch verarbeitet.
Musikalische Veröffentlichungen
Manson selbst versuchte zeitweise eine Musikkarriere und veröffentlichte das Album „Lie: The Love and Terror Cult“. Das Album erschien ursprünglich im Zusammenhang mit den Ereignissen um die „Family“ und wurde später wiederveröffentlicht. Die 2006 wiederbelebte Version des ESP-Disk-Labels gab an, alle Gewinne an die Familie von Wojciech Frykowski zu spenden. Allmusic bewertete das Album mit 4 von 5 Sternen.
Die Geschichte Charles Mansons bleibt ein mahnendes Beispiel dafür, wie charismatische Führungsfiguren psychologisch beeinflussbare Personen für gewalttätige Zwecke instrumentalisieren können. Die juristischen und gesellschaftlichen Debatten über Verantwortung, Strafzumessung und Prävention von sektenähnlichen Gruppierungen dauern bis heute an.


