Der heilige Eduard der Bekenner (ca. 1003 - 4. Januar 1066) war vom 8. Juni 1042 n. Chr. bis zum 4. Januar 1066 König von England. Nach seinem Tod gab es vier Personen, die den Thron beanspruchten. Edward hatte jedem von ihnen versprochen, dass sie König sein würden.
Herkunft und Jahre in der Normandie
Edward war ein Sohn von König Æthelred dem Unberatenen und dessen Gemahlin Emma von der Normandie. Wegen der Wirren um die dänische Eroberung und der politischen Lage verbrachte Edward viele Jahre im Exil in der Normandie. Der angelsächsische Adel lud Edward 1041 nach England zurück. Er wurde Teil des Haushalts seines Halbbruders Harthacnut. Nach der angelsächsischen Chronik wurden beide gemeinsam als König vereidigt.
Thronbesteigung und Herrschaft
Nach dem Tod von Harthacnut am 8. Juni 1042 bestieg Edward den Thron. Die angelsächsische Chronik zeigt die Popularität, die er bei seiner Thronbesteigung genoss - "bevor er [Harthacnut] begraben wurde, wählte das ganze Volk Edward zum König in London". Edward wurde am 3. April 1043 in der Kathedrale von Winchester, dem Königssitz der Westsachsen, gekrönt.
Edward galt als tief religiös und führte ein frommes Leben; deshalb erhielt er später den Beinamen "der Bekenner" (lateinisch confessor), ein Ehrentitel für nicht-martyriale Heilige. Er heiratete Edith von Wessex, Tochter des mächtigen Earls Godwin, blieb aber kinderlos. Seine Regierungszeit war insgesamt von relativer Innenruhe geprägt, obwohl die Macht der Adelsfamilie der Godwins wuchs und es wiederholt Spannungen mit Edward gab. 1051 führte ein Streit zur kurzzeitigen Verbannung der Familie Godwin; 1052 kehrten sie jedoch zurück und festigten ihren Einfluss.
Wichtiges bauliches Vermächtnis Edwards ist der Neubau der Abtei von Westminster (Westminster Abbey), die in seinen letzten Regierungsjahren erheblich erweitert wurde und 1065 teilweise geweiht wurde. Westminster wurde später zur traditionellen Krönungskirche der englischen Monarchen und zur Grabkirche Edwards.
Tod, Nachfolge und Vermächtnis
Edward starb Anfang Januar 1066 (in dieser Darstellung: 4. Januar 1066). Da er ohne direkte Nachkommen verstarb, entbrannten mehrere Ansprüche auf den Thron. Es wird berichtet, dass Edward verschiedenen Persönlichkeiten den Thron zugesagt haben soll — darunter Harold Godwinson und Wilhelm von der Normandie — was nach seinem Tod zu einem dynastischen Machtkampf beitrug. Letztlich wählte die Versammlung der Großen (Witenagemot) Harold Godwinson zum König; dieser wurde jedoch später im selben Jahr von Wilhelm von der Normandie in der Schlacht von Hastings (14. Oktober 1066) besiegt, was das Ende der angelsächsischen Königsherrschaft und den Beginn der normannischen Herrschaft in England markierte.
Edward wurde in der von ihm geförderten Westminster Abbey bestattet. Seine Verehrung als Heiliger wuchs im Lauf der Jahrhunderte; er wurde 1161 von Papst Alexander III. kanonisiert. Sein Bild wird bis heute in der englischen Erinnerungskultur und in der Kirchengeschichte als Symbol für Frömmigkeit und die komplexen politischen Verhältnisse der Jahre vor der normannischen Eroberung angesehen.
Wichtige Stichpunkte:
- Geburt: um 1003; Sohn von Æthelred dem Unberatenen und Emma von der Normandie.
- Langjähriger Aufenthalt in der Normandie; Rückkehr 1041 auf Einladung des Adels.
- Thronfolge: König von England 1042–1066; Krönung am 3. April 1043 in Winchester.
- Heirat mit Edith von Wessex; keine Kinder.
- Bau und Förderung von Westminster Abbey; Begräbnis dort.
- Tod Anfang Januar 1066; Nachfolgestreitigkeiten führten 1066 zur normannischen Eroberung.
- Kanonisierung 1161; Verehrung als Heiliger und „Bekenner“.