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Northumbria — das mittelalterliche Königreich im Norden Britanniens

Northumbria war ein mächtiges angelsächsisches Reich im heutigen Nordengland und Südostschottland, bekannt für Klöster, Gelehrte und eine wechselvolle Geschichte von Bündnissen, Spaltung und fremder Herrschaft.

Überblick

Northumbria war ein bedeutendes mittelalterliches Reich der Angelsachsen im Gebiet des heutigen Nordenglands und Teilen von Südostschottland. In altenglischen Quellen ist es als Norþhymbra rīce belegt. Der Name bedeutet sinngemäß »nördlich des Humber« und verweist auf den Fluss Humber als südliche Grenzmarke. Northumbria vereinte ursprünglich mehrere Stammesgebiete und entwickelte sich zu einem kulturellen sowie politischen Zentrum.

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Territorium und politische Struktur

Das Reich entstand aus der Vereinigung älterer Teilkönigreiche wie Bernicia und Deira. Es wechselte in Größe und Einfluss: Phasen der Expansion wechselten mit Zeiten innerer Zwietracht und äußerer Bedrohungen. Später ging ein Teil der Institutionen in die Verwaltung der angelsächsischen Monarchie über; in manchen Perioden wurde Northumbria als Grafschaft verwaltet und in das Königreich England integriert.

Kultur, Kirche und Zentren

Northumbria war ein Zentrum frühmittelalterlicher Bildung und christlicher Frömmigkeit. Klöster wie Lindisfarne, Jarrow und Wearmouth wurden zu Stätten der Gelehrsamkeit, Manuskriptproduktion und Mission. Der bedeutende Gelehrte Beda stammte aus dieser Region und prägte das Verständnis der englischen Kirchengeschichte. Wichtige Siedlungen und Residenzen waren unter anderem:

  • York (als politisches und kirchliches Zentrum)
  • Bamburgh (frühere königliche Residenz)
  • Lindisfarne und Jarrow (religiöse und kulturelle Zentren)

Geschichtliche Entwicklung

Die Entstehung Northumbrias hängt eng mit der Besiedlung durch die Angeln und andere germanische Gruppen zusammen. In der Folgezeit prägten Bündnisse, Dynastiekämpfe und Konflikte mit keltischen Nachbarn sowie skandinavische Einfälle die Region. Die Christianisierung veränderte soziale Strukturen und schuf kulturelle Netzwerke. Im Hochmittelalter führte die Expansion anderer Mächte und die Normannenzeit schließlich zur Einordnung Northumbrias in größere Herrschaftsverbände.

Bedeutung und Nachwirkung

Northumbria war nicht nur politisch relevant, sondern beeinflusste Sprache, Recht und religiöse Kultur im frühen England. Als Teil der angelsächsischen Welt trug das Reich zur Herausbildung einer frühenglischen Identität bei. Heute werden Spuren der Region in archäologischen Funden, alten Handschriften und Ortsnamen sichtbar; historisch-konzeptionelle Bezüge zu Northumbria finden sich in Studien zur Frühmittelalterlichen Geschichte.

Wesentliche Besonderheiten

Geografische Lage: Der Fluss Humber gab dem Reich seinen Namen. Sprachliche Prägung: Altenglisch war die Verkehrssprache und wird in Quellen als Bezeichnung angegeben. Einordnung: Northumbria war Teil des größeren Prozesses, der zur Bildung des Königreichs England führte und ist in modernen Darstellungen oft als Schnittstelle zwischen britischer, keltischer und skandinavischer Geschichte beschrieben.

Weitere Einführungen und vertiefende Studien zu Northumbria und verwandten Themen finden sich in allgemeinen Überblickswerken zur angelsächsischen Zeit sowie spezialisierten Untersuchungen über Klosterwesen, politische Strukturen und Sprachgeschichte. Sie bieten Zugänge zu den Quellen und Interpretationen dieser prägnanten Region.

Siehe auch: Königreich (allgemein), Nordengland, Südostschottland.

Geschichte

Northumbria wurde im frühen 7. Jahrhundert von Athelfrith, König von Bernicien, gegründet. Er eroberte das Königreich Deira und mehrere britische Königreiche und vereinigte sie unter seiner Herrschaft. Zum Königreich Northumbria gehörte zeitweise auch Lindsey. Northumbria war ein Teil der Heptarchie der angelsächsischen Königreiche. In seiner größten Ausdehnung erstreckte sich das Königreich zumindest von unmittelbar südlich des Humber-Flusses bis zum Fluss Mersey und bis in den Forth (ungefähr von Sheffield über Runcorn bis Edinburgh). Der Name "Northumbria" war erst zur Zeit von Ecgfrith, dem König von Northumbria, gebräuchlich. Der Name wird erstmals in der Präambel des Konzils von Hatfield verwendet (680). Ecgfrith wurde als König des Humberfolk" beschrieben. Nach dem Verlust von Lindsey (Königreich), das südlich des Flusses Humber lag, wurde der Name Northumbria auf Lateinisch Northanhymbrenis. Er kommt aus dem altenglischen "be northan Hymbre" und bedeutet "nördlich des Humber". Der Name Northumbria wurde noch während der Herrschaft der Könige Canute und Edward der Bekenner verwendet. Wilhelm der Eroberer teilte Northumbria in mehrere Teile auf. Yorkshire wurde der neue Name für die Kerngebiete des ehemaligen Königreichs.

Grafschaft

Northumbria wurde eine Grafschaft, als der südliche Teil von Northumbria (der Deira gewesen war) an die Danelaw verloren ging. Der nördliche Teil (der Bernicia gewesen war) war für kurze Zeit ein Königreich, wurde aber unter dem dänischen Königreich ebenfalls zu einer Grafschaft. Ein Teil dieses Landes wurde sowohl von England als auch von Schottland beansprucht. Die Grafschaft Northumbria wurde später durch den anglo-schottischen Vertrag von York im Jahre 1237 ein Teil von England. An der nördlichen Grenze wurde Berwick-upon-Tweed, das nördlich des Tweed liegt, aber viele Male den Besitzer gewechselt hatte, durch den Wales and Berwick Act 1746 als den Gesetzen Englands unterworfen definiert. Das Land, das einst zu seiner Blütezeit zu Northumbria gehörte, ist heute durch moderne Verwaltungsgrenzen geteilt:

  • Nordostengland umfasst das anglische Bernicia
  • Yorkshire and the Humber umfasst Anglian Deira und Celtic Elmet
  • Nordwestengland umfasst Cumbria
  • Scottish Borders, West Lothian, Edinburgh, Midlothian und East Lothian decken den äußersten Norden ab

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Autor

AlegsaOnline.com Northumbria — das mittelalterliche Königreich im Norden Britanniens

URL: https://de.alegsaonline.com/art/71077

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