Orson Scott Card (geboren am 24. August 1951 in Richland, Washington) ist ein populärer amerikanischer Schriftsteller, Kritiker, politischer Autor und Redner. Er ist vor allem für seine Science‑Fiction‑Romane bekannt. Sein Roman Ender's Game — ursprünglich als Kurzgeschichte erschienen und später zum Roman erweitert — sowie die Fortsetzung Speaker for the Dead wurden jeweils mit dem Hugo Award und dem Nebula Award ausgezeichnet. Damit ist Card (Stand 2007) der einzige Schriftsteller, der in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die beiden wichtigsten Preise der Science‑Fiction erhielt.
Leben und beruflicher Werdegang
Card wuchs in den Vereinigten Staaten auf und begann früh zu schreiben. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war und ist er auch als Dozent und Lehrender aktiv: Er unterrichtete Kreatives Schreiben und Englisch, unter anderem an der Southern Virginia University, wo er als Professor tätig war. Darüber hinaus verfasst er Ratgeber zum Schreiben, in denen er Techniken und Methodik für angehende Autoren erklärt.
Bekannte Werke und Reihen
Orson Scott Card ist nicht nur für die Ender‑Reihe bekannt, zu der neben Ender's Game und Speaker for the Dead mehrere weitere Romane gehören, sondern hat auch andere umfangreiche Reihen und Einzelwerke veröffentlicht. Zu seinen bekanntesten Reihen zählen unter anderem:
- Tales of Alvin Maker (eine alternative Historien‑Fantasy‑Reihe)
- Homecoming Saga (Science‑Fiction‑Reihe, thematisch beeinflusst von biblischen Motiven)
- Weitere Kurzgeschichten und Romane, die Genres wie Fantasy, Horror und politische Essays berühren
Themen, Stil und Rezeption
Cards Werke zeichnen sich durch die Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata, Verantwortung, Führung und den Konsequenzen von Krieg aus. Besonders Ender's Game behandelt die Manipulation von Kindern durch militärische Systeme, Ethik in Extremsituationen und die Frage nach Schuld und Erlösung. Sein Stil kombiniert psychologische Figurenzeichnung mit hohen erzählerischen Spannungsbögen.
Lehre, Ratgeber und Engagement
Card hat mehrere praxisorientierte Bücher über das Schreiben veröffentlicht, in denen er Handwerkszeug und Methoden vermittelt, etwa zu Figurenaufbau, Perspektive und Plotentwicklung. Er ist außerdem Jurymitglied bei Wettbewerben wie "Writers of the Future" und engagiert sich darin, Nachwuchsautorinnen und -autoren zu fördern.
Auszeichnungen und Adaptionen
Für seine Arbeit erhielt Card zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrmals den Hugo Award und den Nebula Award. Die Verfilmung von Ender's Game kam 2013 in die Kinos; Regie führte Gavin Hood, die Hauptrolle des Ender spielte Asa Butterfield, zu den prominenten Darstellern gehörten Harrison Ford und Viola Davis.
Persönliches und Kontroversen
Card ist Mitglied der KircheJesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (LDS‑Kirche). In manchen Darstellungen wird Brigham Young als einer seiner Vorfahren genannt. Neben der literarischen Anerkennung ist Card auch wegen seiner politischen und sozialen Stellungnahmen in die öffentliche Debatte geraten; insbesondere seine konservativen Ansichten und Äußerungen zu Themen wie Ehe und Gesellschaft führten zu Kontroversen und teilweise zu Boykottaufrufen, vor allem im Zusammenhang mit Verfilmungen seiner Werke.
Wirkung
Orson Scott Card hat die Science‑Fiction‑Literatur nachhaltig beeinflusst, sowohl durch seine preisgekrönten Romane als auch durch seine Lehrbücher und seine Rolle als Mentor für jüngere Autoren. Seine Arbeiten werden international gelesen und weiterhin diskutiert — literarisch wie politisch.