Kamakura (Kanagawa) – Ehemalige Hauptstadt Japans: Geschichte & Kultur

Kamakura – einstige Hauptstadt Japans: Entdecke Geschichte, Tempel, den Großen Buddha & Küstencharme nahe Tokio. Kultur, historische Stätten und perfekte Tagesausflüge.

Autor: Leandro Alegsa

Kamakura (鎌倉市, Kamakura-shi) ist eine Stadt in Kanagawa, Japan. Sie liegt etwa 50 Kilometer (31 Meilen) südlich von Tokio. Während der Kamakura-Periode (1203-1333) war sie die funktionierende Hauptstadt Japans.

Im Jahr 1250 war Kamakura mit 200.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt der Welt. Die beiden anderen großen Städte in Japan zu dieser Zeit waren Kyoto und Nara.

Kamakura wurde am 3. November 1939 zur Gemeinde ernannt.

Heute ist Kamakura berühmt als ein Gebiet der Oberschicht, in dem Menschen leben. Das liegt an der Geschichte und daran, dass es nahe an den Bergen und am Meer liegt.

Geschichte

Kamakura war im 12. und 13. Jahrhundert der politische Mittelpunkt Japans: Hier errichtete Minamoto no Yoritomo das erste Krieger(=samurai)-Regime, das Shogunat, und leitete damit die sogenannte Kamakura-Zeit ein. Die Stadt entwickelte sich rasch zu einem Verwaltungs- und Militärzentrum. Bedeutende Ereignisse jener Epoche sind unter anderem die Abwehr der mongolischen Invasionsversuche (1274 und 1281), wobei die japanischen Verteidigungsbemühungen und die berühmten „Kamikaze“-Taifune in die Geschichte eingingen.

Nach dem Ende des Kamakura-Shogunats verlor die Stadt an politischer Bedeutung, blieb aber ein wichtiges religiöses Zentrum mit zahlreichen Tempeln und Schreinen. In der Edo-Zeit und später wurde Kamakura zudem ein beliebtes Ziel für Pilger und Erholungssuchende.

Sehenswürdigkeiten

  • Großer Buddha (Daibutsu) in Kotoku-in: Eine freistehende bronzene Buddha-Statue aus dem 13. Jahrhundert (ca. 13,35 m hoch) und eines der bekanntesten Wahrzeichen Kamakuras.
  • Tsurugaoka Hachimangū: Der wichtigste Schrein der Stadt, zentral gelegen und mit langen Freitreppen, Festivals und historischen Museen.
  • Hasedera: Ein Tempel mit schöner Gartenanlage und Aussichten über die Küste; beliebt wegen seiner Kannon-Statuen.
  • Engaku-ji und Kenchō-ji: Bedeutende Zen-Tempel mit historischer Architektur und ruhigen Anlagen.
  • Meigetsu-in: Auch „Hortensien-Tempel“ genannt, berühmt für seine Azaleen- und Hortensienblüte im Frühsommer.
  • Weitere Kleinode sind der Zeniarai-Benten-Schrein, das Bambuswäldchen von Hokoku-ji und das historische Einkaufsviertel Komachi-dori mit traditionellen Souvenirs und lokalen Spezialitäten.

Natur, Strände und Wanderwege

Kamakura liegt zwischen Bergen und Meer, daher gibt es zahlreiche kurze bis mittellange Wanderwege, die zu Aussichtspunkten und historischen Stätten führen. Beliebte Strände sind Yuigahama, Zaimokuza und Shichirigahama, die sich besonders im Sommer großer Beliebtheit erfreuen. Der sogenannte Daibutsu-Wanderweg verbindet mehrere Sehenswürdigkeiten und bietet eine gute Möglichkeit, Stadt, Berge und Küste in einem Tagesausflug zu erleben.

Veranstaltungen und Kultur

Kamakura bietet das ganze Jahr über traditionelle Feste und Zeremonien. Besonders bekannt sind die Yabusame-Vorführungen (rituelle Reitkunst und Bogenschießen) am Tsurugaoka Hachimangū sowie saisonale Feste zur Kirschblüte im Frühling und zur Herbstfärbung. Die Stadt hat außerdem eine lebendige lokale Küche mit Spezialitäten wie Süßgebäck und Meeresfrüchten.

Anreise und Verkehr

Kamakura ist von Tokio aus gut erreichbar: Mit der JR-Zugverbindung (z. B. Yokosuka-Linie) dauert die Fahrt je nach Verbindung ungefähr eine Stunde. Innerhalb der Region verbindet die private Enoshima-Electric-Railway (Enoden) die Küstenorte rund um Kamakura und Enoshima und ist zugleich eine beliebte Touristenstrecke wegen ihrer landschaftlich reizvollen Trassen.

Praktische Hinweise

  • Beste Reisezeiten: Frühling (Kirschblüte) und Herbst (Laubfärbung) für angenehmes Wetter und schöne Landschaften; Juni ist Hortensiensaison, Juli/August sind Strandmonate.
  • Viele Tempel und Schreine erheben geringe Eintrittsgebühren; für gut besuchte Attraktionen empfiehlt sich ein früher Besuch, um Menschenmassen zu vermeiden.
  • Respektvolles Verhalten an religiösen Stätten wird erwartet: Schuhe ausziehen, ruhig verhalten und Fotografier-Regeln beachten.
  • Kamakura lässt sich gut als Tagesausflug von Tokio aus besuchen, eignet sich aber auch für längere Aufenthalte, um Kultur, Wandern und Küste zu kombinieren.

Insgesamt bietet Kamakura eine einzigartige Mischung aus historischer Bedeutung, religiösem Erbe, Natur und Küstencharme — weshalb die Stadt bis heute Besucher aus aller Welt anzieht.

Karte von Kamakura in der Sagami-BuchtZoom
Karte von Kamakura in der Sagami-Bucht

Geschichte

  • 1192 (Kenkyū 3, 12. Tag des 7. Monats): Kamakura-Shogunat gegründet von Minamoto no Yoritomo
  • 1252 (Kenchō 4): Große Bronzestatue des Buddha ist fertiggestellt.
  • 1293 (Einin 1, 4. Monat): Ein schweres Erdbeben; die Zahl der Todesopfer in Kamakura wurde auf 10.000 Menschen geschätzt.
  • 1923 (Taishō 12): Die Sagami-Bucht war das Zentrum des großen Kantō Erdbebens. Die Katastrophe verursachte weitreichende Schäden in der Region. In Kamakura gab es mehr als 2.000 Todesopfer.

Tourismus

Kamakura hat viele buddhistische Tempel. Die riesige Bronzestatue des Buddha in Kamakura im Freien ist weltberühmt.

Die Stadt hat viele Shinto-Schreine, darunter

  • Tsurugaoka Hachiman-gū Shinto-Schrein

Der Tsurugaoka Hachimangu-Schrein ist einer der drei großen Hachimangu-Schreine in Kamakura. Es ist der beliebteste Ort in Kamakura, besonders Yabusame im September ist sehr berühmt. Tsurugaoka Hachimangu wurde 1063 erbaut und wurde zur Hauptstadt und zum Zentrum der von Minamoto no Yoritomo errichteten Regierung Kamakuras. Turugaoka Hachiman-gu hat viele schöne Ahorn- und Ginkgobäume. Im Herbst ist das Gewächs an diesem Schrein schön. Im Juni wachsen hier Hortensien. Viele Tempel haben schöne Gärten mit Hortensien. Der Hase-Tempel ist der bekannteste dieser Tempel.

Menschenmassen beim Tsurugaoka Hachiman-gū-Schrein in Kamakura.Zoom
Menschenmassen beim Tsurugaoka Hachiman-gū-Schrein in Kamakura.

Partnerstädte

Kamakura hat internationale Partnerstädte.



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