Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht wird. Sie infiziert den Dünndarm und führt dort über ein von den Bakterien gebildetes Toxin zu massivem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.

Ursachen und Erreger

Es gibt viele Arten (Stämme) der Vibrio-Cholera-Bakterien. Vor allem die Serogruppen O1 und O139 sind für großflächige Ausbrüche und Epidemien verantwortlich; andere Stämme können nur milde oder gar keine Symptome verursachen. Einige Stämme produzieren das Cholera-Toxin, das die Zellen des Dünndarms so verändert, dass diese große Mengen Wasser und Elektrolyte in den Darm abgeben.

Übertragung

Cholera wird hauptsächlich fäkal-oral übertragen, z. B. durch verunreinigtes Trinkwasser, Lebensmittel oder direkten Kontakt mit infizierten Personen, wenn Hygienemaßnahmen fehlen. Besonders in Gebieten mit schlechter Wasserversorgung und mangelhafter Abwasserentsorgung verbreitet sich die Krankheit schnell.

Symptome und Verlauf

Es gibt verschiedene Schweregrade der Erkrankung: Einige Menschen zeigen keine Symptome, andere nur milde Beschwerden, wieder andere erkranken sehr schwer.

  • Das häufigste und charakteristische Symptom ist eine große Menge wässriger Diarrhöe, oft als "Reiswasserstuhl" beschrieben.
  • Weitere Symptome: starkes Erbrechen, Bauchkrämpfe, Muskelkrämpfe.
  • Durch den schnellen Flüssigkeits- und Salzverlust können schwere Dehydratation, Kreislaufzusammenbruch und Nierenversagen auftreten; ohne Behandlung kann dies innerhalb weniger Stunden bis Tagen zum Tod führen.
  • Die Inkubationszeit beträgt meist wenige Stunden bis zu fünf Tagen.

In den schlimmsten Fällen kann der Durchfall so stark sein, dass Menschen innerhalb weniger Stunden an Dehydrierung sterben können.

Diagnose

Die Diagnose stützt sich auf die klinischen Symptome (starke wässrige Diarrhöe, Dehydratationszeichen) und wird durch Labortests bestätigt, z. B. durch den Nachweis von Vibrio cholerae im Stuhl mittels Kultur, Schnelltests oder molekularen Verfahren (PCR).

Behandlung

  • Rehydratation: Der wichtigste und lebensrettende Schritt ist die rasche Flüssigkeits- und Elektrolytersatztherapie. Oral Rehydration Solution (ORS) reicht bei leichter bis mäßiger Dehydratation meist aus; bei schwerer Dehydratation sind intravenöse Flüssigkeiten (z. B. Ringer-Laktat) erforderlich.
  • Medikamentös: Antibiotika können die Krankheitsdauer und die Menge des Durchfalls verkürzen und werden bei schweren Fällen empfohlen. Die Auswahl richtet sich nach lokalen Resistenzmustern.
  • Zusatzmaßnahmen: Bei Kindern wird zusätzlich oft Zink zur Verkürzung der Durchfalldauer empfohlen. Elektrolyt- und Nierenfunktion sollten überwacht werden.

Mit schneller und angemessener Behandlung sinkt die Sterblichkeit deutlich (auf unter 1 %); unbehandelt kann sie jedoch sehr hoch sein.

Prävention und Schutzmaßnahmen

  • Sicheres Wasser und sanitäre Einrichtungen: Zugang zu sauberem Trinkwasser, effektive Abwasserentsorgung und hygienische Latrinen sind die wirksamsten langfristigen Präventionsmaßnahmen.
  • Persönliche Hygiene: Händewaschen mit Wasser und Seife, sichere Lebensmittelzubereitung und Vermeidung von rohen Meeresfrüchten reduzieren das Risiko.
  • Wasseraufbereitung: Abkochen, Chlorung oder Nutzung geeigneter Filter können Wasser sicher machen.
  • Impfung: Orale Cholera-Impfstoffe (können z. B. bei Ausbrüchen, für Reisende in Hochrisikogebiete oder als ergänzende Maßnahme in betroffenen Gemeinden eingesetzt werden) bieten nach der Impfung eine zeitlich begrenzte, aber nützliche Schutzwirkung.
  • Öffentliche Gesundheitsmaßnahmen: Surveillance, schnelle Erkennung von Fällen, Einrichtung von Rehydrationsstationen und Aufklärung der Bevölkerung sind wichtig, um Ausbrüche einzudämmen.

Wer ist besonders gefährdet?

Cholera tritt am häufigsten in Entwicklungsländern auf, vor allem dort, wo Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen fehlen. Besonders betroffen sind Kinder, vertrauliche Gemeinschaften nach Naturkatastrophen, Binnen- und Flüchtlingslager sowie Personen mit eingeschränktem Zugang zu medizinischer Versorgung.

Cholera ist eine sehr alte Krankheit. Es wurden Schriften über Cholera (in Sanskrit) aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Im Laufe der Geschichte hat es viele Ausbrüche und Epidemien von Cholera gegeben. Die Cholera betrifft immer noch viele Menschen auf der ganzen Welt. Schätzungen aus dem Jahr 2010 besagen, dass jedes Jahr zwischen 3 und 5 Millionen Menschen an Cholera erkranken und 58.000-130.000 Menschen jedes Jahr an der Krankheit sterben. Heute gilt die Cholera als Pandemie. Am häufigsten tritt sie jedoch in Entwicklungsländern auf, vor allem bei Kindern.

Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?

Suchen Sie sofort medizinische Hilfe, wenn bei Ihnen oder Angehörigen sehr starker, wässriger Durchfall, anhaltendes Erbrechen oder Anzeichen von Dehydratation (starker Durst, trockener Mund, wenig oder kein Urin, schlaffer Hautturgor, schneller Herzschlag, Benommenheit) auftreten. Frühzeitige Behandlung rettet Leben.